Archive - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.11.2020
Digital VoD: 05.11.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min

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Inhalt

2049. Auf einer abgelegenen Forschungsbasis entwickelt der junge Cyber-Engineer George Almore (Theo James) unter strengster Geheimhaltung eine neue Form der künstlichen Intelligenz: eine Androidin mit menschlichem Bewusstsein. Sein neuestes Modell J3 (Stacy Martin) steht kurz vor der Vollendung. Doch George gerät zunehmend unter Druck. Seine Vorgesetzten verlieren das Vertrauen in seine Arbeit und fordern Ergebnisse. Sie drohen damit, seine Forschungsmittel zu streichen und die Basis zu schließen. George rennt die Zeit davon – vor allem, da er noch ein weiteres Ziel hat, das um jeden Preis verborgen bleiben muss ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / capelight pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit Regisseur Gavin Rothery, Theo James und Stacy Martin; Kinotrailer

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DVD und Blu-ray | Archive

Blu-ray
Archive Archive
Blu-ray Start:
05.11.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
Archive - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook Archive - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook
Blu-ray Start:
05.11.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.
DVD
Archive Archive
DVD Start:
05.11.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.

Blu-ray Kritik - Archive

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 5/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Mit Gavin Rothery’s „Archive“ startet am 05.11.2020 in Deutschland ein neuer Science Fiction Film für das Heimkino, der aufgrund seiner Thematik ein wenig an „I am Mother“ aus 2019 erinnert. Im Jahr 2049 entwickelt der junge Wissenschaftler George Almore (Theo James) in einer geheimen Forschungsbasis in den Wäldern von Japan drei Androiden mit menschlichem Bewusstsein. Sein neustes Modell „J3“ hat er fast fertig gebaut und es ist einem Menschen bezüglich der Intelligenz, den Emotionen und dem Aussehen fast identisch. Auch verfolgt er mit Vollendung dieses Modells ein persönliches Interesse und stellt fest, dass sich die Seele eines Menschen in eine Maschine übertragen lässt. Aus Angst, dass ihm seine Vorgesetzten diese Entdeckung wegnehmen könnten, hält er sie vor ihnen geheim. Doch diese verlieren aufgrund seiner mangelnden Ergebnisse das Vertrauen in George’s Arbeit und möchten die Einrichtung schließen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, an dessen Ende sich George selber die Frage stellen muss, wer hier vor wem Geheimnisse hält…

Theo James und Stacy Martin in Archive
Theo James und Stacy Martin in Archive © capelight pictures
Hört man diese Beschreibung von Archive, denkt man erstmal, dass es sich hier nur um einen weiteren Sci-Fi Film handelt, der von Robotern handelt, die ein eigenes Bewusstsein haben und wo dann gezeigt wird, wie die Menschen und Roboter mit einander umgehen.

Das man diese Grundmotive sehr unterschiedlich auslegen und auf eine vielfältige Art und Weise erzählen kann, zeigt uns „Archive“. Denn der Antrieb von Georges Almore, der recht schnell deutlich wird, findet in diesem Film besonders auf der emotionalen Ebene statt. Dabei spielt vor allem der Upload von menschlichem Bewusstsein in ein digitales Archiv eine Rolle, um dieses über den Tod hinaus zu bewahren. Genau so ein Schicksal erleidet eine Person aus Geroge’s Umfeld. Doch er möchte sich nicht mit diesem Verlust abfinden, ist unfähig zu trauern und steckt deshalb seine ganze Arbeit in drei Roboter, mit dem Ziel, dem verstorbenen Menschen einen neuen Körper zu geben. Er baut zuerst den Roboter „J1“, einen unförmigen Kasten mit zwei Beinen und der Intelligenz eines Kleinkindes. Danach den Roboter „J2“, der schon etwas menschlicher aussieht und auch intellektuell auf einer höheren Ebene steht. Zu guter Letzt vollendet er seine Arbeit mit „J3“, seinem neusten Modell. Es besitzt den gleichen Körperbau, die Intelligenz, die Empathie und auch die Sinne wie ein Mensch. Aus diesen drei Robotern und George selber entwickelt sich im Laufe des Filmes so etwas wie eine Familie.

Theo James und Stacy Martin in Archive
Theo James und Stacy Martin in Archive © capelight pictures
Wie genau die wissenschaftlichen Prozesse bei der Entstehung eines Roboters ablaufen, wird im Film kurz und einigermaßen verständlich für den Zuschauer erklärt, allerdings liegt der Fokus bei der Entwicklung dieser Maschinen nicht auf dem ,,Wie‘‘ sondern auf dem ,,Warum‘‘ ´. Und darauf gibt der Film eine zufriedenstellende, emotionale und auch ausführliche Antwort. Man fragt sich bis zum Finale, weshalb manche Charaktere so handeln wie sie handeln und erhält am Ende ein befriedigendes Ergebnis, welches man so schnell nicht vergessen wird. Durch Flashbacks erhält man mehr Informationen zu George’s Vergangenheit und was ihn zu den Taten bewegte, die er nun ausführt. Und auch die Frage, wie die Roboter mit ihrem Bewusstsein und ihrer Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, umgehen, beantwortet der Film mit einigen wirklich einprägsamen Szenen. Motive wie Familie, die Angst, ersetzt zu werden und Depressionen werden hier mit tiefen Dialogen und Gestiken thematisiert.

Schauspielerisch machen alle Darsteller ihren Job solide. Stacey Martin sticht hier hervor, die für ihre Rollen der Roboter J2 und J3 in besondere Kostüme schlüpfen musste. Und trotz der physischen Einschränkungen bezüglich Mimik und Gestik glaubt man, dass man dort waschechte Androiden vor sich hat und keinen Menschen in einem Kostüm.
Toby Jones in Archive
Toby Jones in Archive © capelight pictures


Und nicht nur die Roboter sind als physische Kostüme designt, fast alle Szenen arbeiten mit echten Sets und handgemachten Effekten. Diese sind liebevoll, detailreich und auch realistisch gestaltet, als würden Forschungsstationen in 20 Jahren wirklich bspw. automatische Stahltüren oder digitale Displays besitzen. Die Kostüme sind allesamt den Charakteren angepasst. Beispielsweise trägt George oft dicke Arbeitskleidung, wenn er außerhalb der Forschungsstation in den verschneiten Japans Funkmasten reparieren oder Überwachungskameras installieren muss. Nur in wenigen Szenen kommt CGI zum Einsatz.

Abgesehen von der emotionalen Komponente zwischen Mensch und Maschine ist die Geschichte an sich nicht wirklich spannend und es stellen sich George keine wirklichen Bedrohungen bis auf das Finale in den Weg, obwohl von diesen Gefahren oder Drohungen im ganzen Film gesprochen wird. Dazu kommt die Tatsache, dass sich der Film nicht wirklich entscheiden kann, welche Atmosphäre er aufbauen möchte. Man hat Szenen, in denen die Abgeschiedenheit von George auf der abgelegenen Forschungsstation in Japan deutlich wird, unterlegt mit düster und langsamer Musik. Spannung soll aufgebaut werden. Unmittelbar nach solch einer Szene wird die Spannung durch Platten-Oldies und mit sonnendurchfluteten Räumen, in denen die Protagonisten tanzen, wieder gebrochen. Das reißt einen aus dem eigentlich recht tragischen Geschehen wieder raus und vermittelt eine eher eigenartige Sicht auf die Thematik.

Theo James und Stacy Martin in Archive
Theo James und Stacy Martin in Archive © capelight pictures
Bild:
Das Farbsetting ist der Tragik des Films angepasst und charakterisiert sich durch eine eher farblose und graue Waldlandschaft, in der George seine Forschungsstation hat. Auch diese wirkt eher kalt und dunkel, fast schon funktional. Wenn man bedenkt, dass George dort bereits 2,5 Jahre seines Lebens verbracht hat, stellt man sich die Frage, wie schnell man dort wohl Depressionen bekommen würde. Die Kameraführung ist recht ruhig gehalten und den dramatischen Elementen des Filmes angepasst. Auch setzt der Film auf einige Drohnen und Luftaufnahmen, die die Basis und den Wald von oben zeigen, um so nochmal die Abgeschiedenheit zu betonen. Der ständige Schneefall verleiht den wirklich schönen Landschaftsaufnahmen eine besondere Note. Bei all diesen Bildern gibt es eine gestochen scharfe Auflösung.

Ton:
Sowohl in der Originalsprache als auch mit deutscher Synchro ist der Sound verständlich und sauber abgemischt. Besonders stechen hier die mechanischen Stimmen der Roboter (gesprochen von Stacey Martin) hervor, die realistisch sind und von der Stimmenlage her gut zu den Persönlichkeiten der Roboter passen. Die Musik verfolgt wie bereits erwähnt keine klare Linie und wechselt von dunklen und bedrohlichen Elektrosounds zu unbeschwerten und auflockernden Liedern einer Schallplatte.

Extras:
Die Blu-ray beinhaltet den Kinotrailer zum Film und weitere Trailer zu den Sci-Fi Filmen „Prospect“, „Aniara“, „A-X-L“ und „Coma“. Des weiteren findet man unter den Extras drei Interviews. Zum einen werden dem Regisseur Gavin Rothery, der auch gleichzeitig das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, 20 Fragen über „Archive“ gestellt, auf welche er jeweils mit kurzen Sätzen antwortet und die einem bspw. einen Einblick über Rothery’s Antrieb bei der Produktion des Films geben. Den Hauptdarstellern Theo James und Stacey Martin werden jeweils 9 Fragen über ihre Rollen und ihre Zusammenarbeit mit Rothery gestellt und sie antworten beispielsweise auf die Frage, wie sie sich auf ihre Rollen vorbereitet haben, wirklich interessant. Außerdem fassen sie die Antriebe ihrer Figuren nochmal verständlich und schön zusammen.


Fazit:
Mit „Archive“ nähert sich Gavin Rothery dem Thema künstliche Intelligenz mal nicht von einer bedrohlichen oder wirtschaftlichen, sondern von einer emotionalen Perspektive her und kreiert einige gefühlvolle Szenen zwischen Mensch und Maschine. Die Hauptfiguren bekommen genug Zeit und Raum sich zu entfalten. Das Finale mündet in einem sehr interessanten Twist, der einen lange im Gedächtnis bleiben wird. Die Roboter und die Station sind liebevoll und handwerklich gut designt und zeigen, dass man auch noch 2020 Filme ohne Greenscreen produzieren kann.
Dem gegenüber stehen inhaltliche und dramaturgische Leerläufe, die einem gepaart mit der oft eher unpassend gewählten Musik schnell wieder aus dem Handlungsgeschehen rausreißen und es einem schwer machen, mit George die Hürden zu meistern, die er im Laufe des Filmes überwinden muss.


by Leon Röttger
Bilder © Eurovideo / capelight pictures




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