Antebellum - Blu-ray

Blu-ray Start: 18.12.2020
Digital VoD: 18.12.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 114 min

Antebellum Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die Bestseller-Autorin Veronica Henley (Janelle Monáe) beendet gerade ihre erfolgreiche Buchtournee, bevor sie zu ihrem Mann und ihrer Tochter nach Hause zurückkehrt. Doch eine unerwartete Schicksalswendung stellt Veronicas Leben komplett auf den Kopf. Plötzlich findet sie sich in einer schrecklichen, unwirklichen Parallelwelt wieder, die sie dazu zwingt, alles in Frage zu stellen: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kann sie einen Ausweg finden, bevor es zu spät ist?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: LEONINE
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurette: The History in Front of Us, Featurette: A Hint of Horror, Opening Antebellum, Deleted Scenes, Interviews mit Cast & Crew

Video on demand - Antebellum

DVD und Blu-ray | Antebellum

Blu-ray
Antebellum Antebellum
Blu-ray Start:
18.12.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 114 min.

zur Blu-ray Kritik
Antebellum (4K Ultra HD) Antebellum (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
18.12.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 114 min.
DVD
Antebellum Antebellum
DVD Start:
18.12.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

Blu-ray Kritik - Antebellum

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 6/10


Jordan Peele inszenierte in den letzten Jahren mit Get Out und Us zwei höchst interessante Horrorfilme, die mehr sind als bloße kurzweilige 0815-Shocker-Kost. So greift er bestimmte allgemeine gesellschaftliche Probleme wie Vorurteile gegenüber Schwarze oder Rassismus in seinen Film auf, packt dies in eine zwiespältige Atmosphäre voller humoristischer und düsterer Momenten ein, fügt noch zahlreiche vieldeutige kulturelle metaphorische Elemente ein (vor allem in Wir) und erschafft damit komplexe gesellschaftskritische Horrorfilme. In die gleiche Kerbe möchte Antebellum schlagen und scheitert kläglich. So erkennt man das Bemühen, das Potential und die eigentlich smarte Idee. Aber es ist letztlich ein unrund erzähltes Drehbuch mit vielen Macken und teilweise überhöhter pathetischer Inszenierung, sodass es stellenweise unangenehm war, den Film zu verfolgen. Alles in allem wird in Antebellum in erster Linie sehr viel Potential verschenkt, da die Idee des Films äußerst brisant ist, aber in vielerlei Hinsicht schwach umgesetzt wurde.

Janelle Monáe in Antebellum
Janelle Monáe in Antebellum © LEONINE
Es sei gesagt, dass der Film angeschaut wurde, ohne Kenntnis von der genauen Handlung zu haben, geschweige denn den Trailer gesehen zu haben. Dadurch bietet der Film jedoch einige Überraschungen und man weiß lange nicht, wo genau die Reise geht. Sodass man an dieser Stelle grundsätzlich empfehlen kann, keine Trailer o.ä. anzuschauen, wenn man das noch nicht getan hat. Grundsätzlich ist dies aber kein Horrorfilm. Es fehlt schlichtweg jeglicher Horror - von der ersten bis zur letzten Sekunde. Gruseln tut man sich in diesem Film zu keinem Zeitpunkt. Dennoch funktioniert der Film in den ersten 35 Minuten atmosphärisch besonders gut. Die Inszenierung ist in diesem Anfangsdrittel herausragend. Tolle Bilder werden von der Kamera eingefangen und vor allem der Soundtrack (der mit Abstand das Beste an diesem Streifen ist) sorgen für ein vielversprechendes erstes Drittel. Hier passt nämlich noch sehr sehr viel. Ausstattung, Inszenierung, Spannungsbogen, Atmosphäre – all das prägen die ersten 35 Minuten ohne den Film auf ein besonders hohes Niveau zu heben, jedoch unterhaltsam zu halten. Doch dann gibt es einen Cut und ein zweites Drittel, das zwar, wenn man auch das Ende betrachtet, durchaus seine Berechtigung hat, erzählt zu werden. Die Erzählweise dieses Drittels und damit das gesamte Drehbuch sind leider jedoch mehr als kritisch zu sehen.

Jena Malone in Antebellum
Jena Malone in Antebellum © LEONINE
Was dem Film nicht gelingt, ist, seine Gesamtidee konsistent und in sich stimmig zu erzählen. So gibt es eine Vielzahl von Szenen im zweiten Drittel und auch teilweise im letzten Drittel, welche sich wie Fremdkörper anfühlen und dem Film schaden hinsichtlich der genannten Aspekte wie Spannungsbogen und vor allem Atmosphäre. Der Film verliert hier den roten Faden, nimmt einen viel zu langen Anlauf für sein Finale, welches ebenfalls völlig überzogen und disharmonisch inszeniert wurde. Die Grundidee war, wie eingangs erwähnt, smart, verdiente aber eine deutlich bessere Umsetzung. Die sehr starke Performance von Hauptdarstellerin Janelle Monáe ist hier eher wie ein Tropfen auf einem heißen Stein und den Film nicht retten kann. So bleibt Antebellum ein zu ambitionierter Film, der stilsicher begann, jedoch zu überfordert war, seine Handlung und seine angesprochenen Themen, die durchaus zeitgemäß sind, harmonisch in einen inszenatorischen und erzählerischen Einklang zu bringen.

Janelle Monáe in Antebellum
Janelle Monáe in Antebellum © LEONINE
Bild:
Die tolle Optik, vor allem im ersten Drittel, kommt dank der starken Bildqualität der Blu-ray-Disc schön zur Geltung. Positiv hervorzuheben ist, dass insbesondere in den dunklen Szenen dennoch das Bild im Zentrum als auch am Rand kein Filmkorn o.ä. Unschärfe bietet, sondern für schöne Kontraste und satte Farben sorgt.

Ton:
Der herausragende Soundtrack wird über die deutsche/englische DTS-HD MA 5.1-Soundkodierung fantastisch übertragen. Die Disc zeichnet sowohl durch prägnanten, aber auch voluminösen Sound aus. Zusammenfassend kann man sagen, dass zumindest aus technischer Sicht die Blu-ray zu Antebellum in allen Belangen erhaben ist.

Extras:
Im Bonusmaterial gibt es ein zweiteiliges längeres Featurette (insg. 70 Minuten) zur Entstehung des Films. Hier erzählen die Regisseure und Drehbuchautoren Gerard Bush und Christopher Renz, die Produzenten sowie der Cast des Films ihre Sicht der Dinge hinsichtlich des Skripts, den Themen, die der Film anspricht sowie der Intention des Streifens. Es wird auch ein Blick hinter den Kulissen geworfen und Ausschnitte aus den Dreharbeiten gezeigt. Darüber hinaus gibt es einige deleted scenes, Interviews mit der Crew & dem Cast sowie den Trailer zum Film. Ein besonders interessantes Bonusmaterial ist ein Clip zur Inszenierung der Eröffnungssequenz, die eine minutenlange Plansequenz mit einer langen Kamerafahrt ist.


Fazit:
Positiv hervorzuheben ist Hauptdarstellerin Janelle Monáe und der tolle Soundtrack. Darüber hinaus besitzt der Film eine clevere Grundidee und hat viele Stärken im ersten Drittel hinsichtlich Inszenierung und Atmosphäre. Jedoch scheitert Antebellum im Laufe des Films an denen eigenen Ambitionen. So ist der Film ab dem zweiten Drittel diffus erzählt, verliert den roten Faden, besitzt kein harmonisches Storytelling, hat keine adäquate und ausgewogene Inszenierung und bleibt damit deutlich unter dem eigenen Potential.


by Morteza Wakilian
Bilder © LEONINE




Antebellum - Trailer