Annabelle 2 - Blu-ray

Blu-ray Start: 18.01.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min

Annabelle 2 Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 9,99 € jetzt kaufen
Amazon Logo 9,09 € jetzt kaufen5051890309600
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

In „Annabelle 2“ nehmen ein Puppenmacher und seine Frau etliche Jahre nach dem tragischen Tod ihrer kleinen Tochter Gäste auf: Die Nonne und mehrere Mädchen kommen aus einem abgeschiedenen Waisenhaus. Schon bald geraten sie ins Visier von Annabelle, der besessenen Schöpfung des Puppenmachers.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Annabelle 2

Blu-ray
Annabelle 2 Annabelle 2
Blu-ray Start:
18.01.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Annabelle 2 Annabelle 2
DVD Start:
18.01.2018
FSK: 16

Blu-ray Kritik - Annabelle 2

Blu-ray Wertung:
Film: | 2/10
Bild: | 6/10
Ton: | 5/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 3/10


Als Schöpfer der „Saw“- Reihe, die in klassischer Horrorfilm-Manier mittlerweile mehr Fortsetzungen als Zuschauer hat, und Regisseur von „Insidious“ und „The Conjuring“, ist James Wan aus dem modernen Horrorkino eigentlich nicht mehr wegzudenken - selbst wenn sein Name seinem durchschnittlichen Kinobesucher nicht unbedingt geläufig sein sollte.

Gehören beide Teile von „The Conjuring“ zu Publikumslieblingen, machte sich vor allem bei Kritikern bereits im Voraus Sorge breit, als das Prequel „Annabelle“ angekündigt wurde. Nachdem Wan dann als Regisseur ablehnte und seinen Unmut lautstark über Twitter verbreitete, war eigentlich schon klar, dass die Geschichte um die Puppe, die ja nur einen Teil des „Conjuring“-Universums darstellt, kein großer Hit werden würde. Die Prophezeiung wurde wahr, denn „Annabelle“ war ein bescheuertes Fest der Langeweile sondergleichen und streckte „basierend / inspiriert von einer wahren Geschichte“ derart weit, dass „The Conjuring“ wie ein Tatsachenbericht wirkt. Hätte sich schon Teil 1 niemand ansehen sollen, so musste er doch kommen: Der zweite Teil einer hoffentlich kurzen Saga um Annabelle, die Gruselpuppe kam 2017 in die Kinos und kann jetzt auch für das Heimkino erworben werden.

Szene aus Annabelle 2
Szene aus Annabelle 2 © Warner Home Video
Gleich beim äußeren Betrachten der Blu-Ray stellt sich einem potentiellen Ladenbesucher die Frage: „Wieso existiert eine Fortsetzung zu ‚Annabelle?‘“. Die Antwort ist sehr simpel und lautet: Geld. Auf der Rückseite wartet aber schon die nächste Frage: „110 Minuten? Kann ein Horrorfilm diesen Kalibers eine solche Länge überhaupt tragen?“ Die ebenso simple Antwort: Nein, kann er nicht.

Schon das Konzept um die Handlung scheint in enormem Maße abwegig. Dreht es sich in „Annabelle 2“ nämlich um die Entstehung, (eben die ‚Creation‘) der Puppe mit jenem Namen, ist also ein Prequel zum vorhergegangenen Prequel zu „The Conjuring“. Ursprünglich ist Annabelle nämlich ein putziges Mädchen, das in den 40er Jahren mit ihren Eltern auf dem Land eigentlich glücklich in den Tag hineinlebt. Ihr Vater stellt auf Anfrage handgemachte Puppen her und liebt seine Tochter über alles. Umso mehr zerstört ist das Ehepaar, als ihr kleiner Spross vor ihren Augen von einem Auto überfahren wird.

12 Jahre später kehrt die Geschichte zurück auf den Hof der Mullins‘, die inzwischen ihr trautes Heim für Waisenkinder zur Verfügung gestellt haben. Eine kleine Truppe von Mädchen verschiedenen Alters und Schwester Charlotte, ihre Betreuerin, kehren auf dem Hof ein, nachdem ihr früheres Waisenhaus geschlossen wurde. Im Zentrum der Handlung steht dabei Janice, die sich trotz ihrer Polio-Erkrankung auf dem Hof sehr gut einleben kann. So wohl sich die Mädchen auf dem Anwesen der Mullins aber auch fühlen mögen - irgendwas scheint nicht ganz im Reinen zu sein: So bekommen sie immer nur den Vater zu Gesicht, um die Mutter weben sich schnell Gerüchte. Räume sind verschlossen und allmählich wird die Atmosphäre auf dem Hof immer beklemmender, als unvorhersehbare und schockierende Dinge geschehen, die scheinbar alle mit dem ehemaligen Zimmer von Annabelle in Verbindung stehen.

Szene aus Annabelle 2
Szene aus Annabelle 2 © Warner Home Video
Mehr muss zur Handlung eigentlich nicht gesagt werden, denn den Rest kann sich jeder selbst denken. Vielleicht kommt er oder sie dabei sogar zu einem spannenderen Ergebnis, denn ähnlich wie sein Vorgänger kann „Annabelle 2“ vor allem mit seiner Ideenlosigkeit glänzen. Hat er gegenüber des ersten Teiles den klaren Vorteil, dass er mehr aussieht wie ein richtiger Film und handwerklich wirklich um einiges stärker ist, sind die deutlich zu hoch gegriffenen 110 Minuten randvoll gefüllt mit den Horrorfilm-Klischees der letzten 10 Jahre: skurrile Figuren und Schatten huschen im Hintergrund oder in Spiegelbildern vorbei, Lichter oder Elektrogeräte gehen scheinbar unkontrolliert an und aus, Türen schlagen zu und die „mysteriöse“ Puppe in Annabelles verlassenem Zimmer scheint ein Eigenleben zu haben. Dazu noch aufschwellende Streicher, kurze Stille, gefolgt von einem lauten Krachen und einem Kinderkreischen und schon hat man gewonnen bei „Wir basteln uns einen Jump-Scare - für Kinder ab 16 Jahren“. In Sachen echten Horrors kann „Annabelle 2“ nahezu nichts Interessantes bieten. Weder was den Grusel, die Stimmung oder die Geschichte anbelangt, überzeugt irgendetwas über eine Laufzeit von zwei Minuten hinaus.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass besagte Puppe schon seit ihrem ersten Auftritt als Spielzeug oder Dekorationsstück völlig unglaubwürdig war, kann man einfach niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, wenn man eine Geschichte um sie erzählt, die schon abertausende Male erzählt wurde. Man mag argumentieren, dass solche Filme nur für Teenager gedreht werden, die im Kino oder auf der Couch etwas Unterhaltung haben möchten, während sie Instagram checken und sich gegenseitig unsittlich berühren - und das ist durchaus legitim - das macht den Film aber leider nicht besser und Sam Raimi hat solche Streifen vor über dreißig Jahren schon spektakulärer und interessanter gedreht.

Und am Ende bleiben ein paar hübsche Einstellungen mit hübschen Mädchen, die tatsächlich als Schauspielerinnen allesamt überzeugen, in einer landschaftlichen und filmischen Steppe. Das „Annabelle 2“ von Kurzfilmen inspiriert wurde und „Lights Out“-Regisseur David F. Sandberg in seiner Vita hauptsächlich Shorts aufzuweisen hat, ist absolut evident. Denn es gibt einzelne Sequenzen, die durchaus funktionieren könnten. In denen atmosphärische Bilder erzeugt werden, in denen der Gore stimmt und die dadurch einigermaßen unterhaltsam. Leider versinken diese im Gesamtwerk völlig und stellen nicht nur die gruseligsten, sondern auch mit Abstand die albernsten Sequenzen des Films dar. Ob noch Filme wie „Annabelle 3 - Conception“ oder „Rise of the Annabelle“ folgen, bleibt abzuwarten - zu hoffen ist es allerdings nicht.

Szene aus Annabelle 2
Szene aus Annabelle 2 © Warner Home Video
BILD:
Das Bild der BD ist kristallklar. Die Einstellungen sind gestochen scharf, die Dunkelheit kommt gut durch und im Gegensatz zum Vorgänger dürfen in „Annabelle 2“ auch ab und an mal satte Farben zu sehen sein. So kann man also eine Handvoll hübscher Einstellungen genießen, die die Landschaft sehr schön einfangen. Wer den Film mit Untertiteln sehen möchte, sollte aber vielleicht darauf achten, dass die automatische Anpassung der Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers ausgeschaltet ist. Besonders in dunklen Szenen fällt das Aufleuchten durch die UTs sehr störend auf.

TON:
Neben einer Audiodiskreption für Blinde (nur Original-Ton) und diversen Untertitel-Optionen, kann der gut aufgestellte Zuschauer sich lautes Knallen und Mädchenschreie in vollem 5.1 Surround Sound anhören - und das gleich in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch) . An der Tonqualität gibt es an sich überhaupt nichts zu mäkeln, allerdings ist er derart uninteressant, dass auch ein Röhrenfernseher in Mono dieselbe Stimmung erzeugt hätte.

EXTRAS:
Neben Üblichem Beiwerk wie Trailern, finden sich überraschend viele Extras für eine Standard-BD. Ein extra Kapitel nur über das Universum um „The Conjuring“, nicht verwendete Szenen, Audiokommentar mit dem Regisseur, ein 40-minütiges Making-Of und zwei Kurzfilme, die „Annabelle 2“ inspirierten. Wer also überhaupt nicht genug von der mittlerweile wahrscheinlich Kult gewordenen Puppe bekommen kann, kommt richtig auf seine Kosten.


Fazit:
Handwerklich besser als sein Vorgänger, bleibt „Annabelle 2“ aber genauso langatmig und ideenlos. Die auf dem Cover aufgedruckte Warnung „NICHT ÖFFNEN“, darf man also beherzt wörtlich nehmen.

by Janosch Steinel
Bilder © Warner Home Video