Amy - The girl behind the name - Blu-ray

Blu-ray Start: 26.11.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 132 min

Amy - The girl behind the name Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Amy Winehouse, die Beehive-Ikone mit der unvergleichlichen Soulstimme, die mit ihren persönlichen Texten Millionen Menschen bewegte und sechs Grammys mit nach Hause nahm. Dieselbe Amy, deren Drogenexzesse die Schlagzeilen weit über England hinaus bestimmten, deren betrunkene Auftritte für Aufsehen sorgten und die am 23. Juli 2011 viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen musste.

Wer aber war die Amy hinter den Kulissen? Was spornte sie an auf ihrem Weg, und wer waren ihre Begleiter? Der Dokumentarfilm AMY erzählt mit großer Sensibilität die Geschichte einer Ausnahmekünstlerin, die eine unendliche Leidenschaft für die Musik, viel Humor und immer ihren eigenen Kopf hatte, aber auch ihre Unsicherheiten, ihre Zwänge und ein unersättliches Verlangen, geliebt zu werden. Der Film zeigt einen fröhlichen Teenager, die junge Jazzsängerin, die ihre musikalische Heimat auf kleinen Festivals und in Independent-Clubs findet. Er begleitet sie weiter durch die Zeit des plötzlichen Ruhms, der großen Shows und Duette (u.a. mit Jazz-Legende Tony Bennett) und die Versuche, wieder zu sich zu finden. Dabei ist AMY so ehrlich, roh und überraschend wie seine Protagonistin selbst.

Asif Kapadia ("Senna", 2011) erhielt Zugang zu bisher unveröffentlichtem Material und gewährt Einblicke in persönliche Videos, Notizbücher und Tonaufnahmen. In Interviews bietet er Bestandsaufnahmen aus Amy Winehouses engstem Umfeld und lässt Menschen zu Wort kommen, die direkten Einfluss auf ihr Glück, ihre Erfolge, aber auch ihr Scheitern hatten. Immer wieder gelingt es ihm, konkrete Verbindungen zwischen ihren persönlichen Erlebnissen und ihren unverwechselbaren Songs herzustellen. Als filmisch-musikalisches Fotoalbum verliert die emotionale Charakterstudie trotz privater Einblicke nie den Respekt vor dem Menschen hinter dem Namen. Mit AMY ist ein herausragendes Porträt über eine der größten Musikerinnen unserer Zeit entstanden.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / ProKino
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- zusätzliche Szenen
- Interviews
- Featurettes
- Performances

DVD und Blu-ray | Amy - The girl behind the name

Blu-ray
Amy - The girl behind the name Amy - The girl behind the name
Blu-ray Start:
26.11.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 132 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Amy - The girl behind the name Amy - The girl behind the name
DVD Start:
26.11.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 127 min.

Blu-ray Kritik - Amy - The girl behind the name

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 0/10
Ton: | 0/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Kaum ein Musiker hat in den letzten Zwanzig Jahren wohl so lichterloh gebrannt wie die britische Soul- und Jazzsängerin Amy Winehouse. In ihren kurzen Lebensjahren erstrahlte sie wahrscheinlich mehr als andere in ihrem gesamten Leben. Doch dieser exzessive Lebensstil forderte seinen tragischen Tribut, denn Winehouse starb viel zu früh an einer Alkoholvergiftung mit gerade mal 27 Jahren. Das Talent von Winehouse war nahezu unheimlich, sowohl als Sängerin als auch weit über ihre Jahre talentierte Songschreiberin. Ihre zwei gefeierten und zigfach ausgezeichneten Alben „Frank“ und „Back to Black“ beeindruckten durch ihre große Reife und unter die Haut gehenden Texte und Winehouse einzigartige vibrierende, tiefe Stimme. Was Winehouse den meisten ihrer Kollegen im verwässerten Pop-Musikzirkus voraus hatte, war ganz viel Persönlichkeit, die sie unter keinen Umständen in überproduzierter Musik für die Massen verlieren wollte. Ihr enormes Talent erzeugte so viel weltweite Aufmerksamkeit, dass ihre empfindliche Seele wohl daran zerbrach. Winehouses Werdegang vom einfachen Londoner Mädchen zur Musikikone und ihren permanenten Kampf mit Alkohol- und Drogenexzessen schildert nun Asif Kapadia, der 2011 mit „Senna“ einen der besten Filme der letzten Jahre schuf. Wie auch schon bei seiner grandiosen Formel 1-Doku gelingt es dem Briten einen Film zu schaffen, der universalen Anspruch hat und längst nicht nur von Fans der Sängerin zu genießen ist. „Amy“ ist einer der bewegendsten und traurigsten Filme des Jahres, der sich zunehmend tief unter die Haut seiner Zuschauer festsetzt und lange nachwirkt. Kapadias Film ist nichts anderes als eine Tragödie, die zum einen Winehouses fast unmenschlichem Talent als Sängerin und tief empfindende Songwriterin ein glühendes Denkmal setzt, aber auch ein düsteres und abgründiges Bild der unbarmherzigen Schlangengrube der Medien zeichnet, das wütend und fassungslos macht. So öffnet der Film die Augen über die Absurdität der alles gnadenlos ausschlachtenden Medienwelt, die sich wie Aasgeier auf jede kleine Sache stürzt, aber sollte auch aus denjenigen Fans der Musikerin machen, die es zuvor nicht waren.

Kapadia und Editor Chris King haben sich für die Produktion von „Amy“ durch tausende Stunden an Archivmaterial gewühlt, vieles davon Homevideos von Winehouses Vertrauten und Bekannten, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden. Auf „sprechende Köpfe“ verzichten die Filmemacher wie schon in „Senna“, Kommentare ihrer Weggefährten bleiben im Off, wer gerade spricht, wird nur kurz am Rand eingeblendet. Selbst Amy Winehouse kommt immer wieder gespenterhaft zu Wort, aber auch ihr Vater Mitch und ihre Mutter Janis, ihre langjährigen engen Freundinnen Juliette Ashby und Lauren Gilbert, ihr Manager Nick Shymansky, ihr Ehemann Blake Fielder-Civil oder musikalische Weggefährten wie Yasiin Bey (Mos Def), Produzent Salaam Remi und Label-Vorsitzende Darcus Beese oder Lucian Grainge und viele andere. Es ergibt sich ein faszinierender, collagenartiger Blick auf Amy Winehouses Leben, der dank der vielen Homevideo-Aufnahmen einen nie gesehenen tief intimen Blick auf die Person Amy Winehouse offenbart. So kommt ihr sprunghafter und unvorhersehbarer Charakter immer wieder zum Vorschein. Oft wirkt sie aber wie ein ganz normales junges Mädchen, das einfach nur ihre Musik machen will. Die dann immer wieder folgenden Aufnahmen, in der sie ihre Songs performt, wirken als faszinierender Kontrast, denn man erkennt das zuvor gesehene Mädchen kaum noch. Mit ihrer tiefen und voluminösen Stimme und den brillant geschriebenen und enorm reifen Texten wirkt Winehouse so, als hätte sie schon mehrere Leben hinter sich. So formuliert es auch einer ihrer Weggefährten, nachdem er Winehouse zum ersten Mal singen gehört hat: Wie eine Jazzsängerin, die 65 Jahre alt ist und schon alles von der Welt gesehen hat. Man kann wohl davon ausgehen, dass Winehouses verspielte Art bei ihren Freunden nur eine Fassade war und dass sie in ihrer Musik ihr wahres Ich gezeigt hat und darin völlig aufgehen konnte.
Kapadia und King gelingt es problemlos, Winehouses bewegte Lebensgeschichte zu jedem Zeitpunkt packend zu erzählen. „Amy“ ist chronologisch erzählt und schildert schrittweise ihren raketenhaften Aufstieg, eigenes Bildmaterial kommt nur in gelegentlichen etablierenden Einstellungen zum Einsatz. Kapadia nutzt Winehouses Musik natürlich nicht nur zum Unterstreichen ihres Könnens, sondern ganz wesentlich als Teil der Erzählung. Ihre Songs akzentuieren das gerade Gesehene, heben den autobiografischen Charakter ihrer Texte schmerzhaft hervor. Hierfür blenden Kapadia und King auch immer die Textpassagen im handgeschriebenen Stil zur weiteren Verdeutlichung ein. Den Filmemachern gelingt es auf diese Weise tatsächlich, Winehouses Musik so intensiv und deutlich wie noch nie zuvor wahrzunehmen.
Im Zentrum des Films stehen sicher auch die Männer in Winehouses Leben, die in Kapadias Doku nicht besonders gut wegkommen. Besonders der dauerhaft drogenabhängige und vampirartige Blake Fielder-Civil kommt rüber, als hätte er Winehouses Erfolg für seine eigenen Exzesse ausgenutzt. Winehouse schien besessen von dem ehemaligen Besitzer des Londoner Clubs Trash, ihre Beziehung beflügelte jedenfalls unzweifelhaft ihre selbstzerstörerische Ader, auch weil er derjenige war, der sie mit Heroin und Crack vertraut machte. Mitch Winehouse, der wegen seiner negativen Darstellung gegen die Filmemacher klagt, wird auch als Profiteur von der Karriere seiner Tochter dargestellt, als gnadenloser Selbstdarsteller, der gegen die Wünsche seiner Tochter ein Reality-Format über sich selbst in Auftrag gibt. Doch Amy Winehouse schien ihren Vater blind zu verehren, weshalb es der Film so darstellt, als hätte sie sie vom Ausnutzen ihres Vaters nichts mitbekommen wollen (siehe „Rehab“: I ain't got the time, and if my daddy thinks I'm fine...). Ganz schlecht kommen natürlich die Medien weg. Diese haben ihren Untergang gierig und rücksichtslos unterstützt, sie ausgeschlachtet, verfolgt und in ihren schwersten Stunden Witze über ihr Leiden gemacht. Kapadia hält diesen Leuten nun brutal den Spiegel vor, im einen Moment wird Winehouse bei Jay Leno noch als das großartige musikalische Talent vorgestellt, das sie nun mal war, wenig später macht er Witze auf ihre Kosten und das geifernde Publikum lacht schallend. Das sind schmerzhafte Momente, denn der Film zeigt immer wieder den traurigen Blick hinter die Kulissen und geht so tief unter die Haut. Aufnahmen von Winehouses eingefallenem Gesicht in einem privaten Moment haben echte Schockwirkung, ebenso die privaten Aufnahmen vom Konzert in Belgrad einen Monat vor ihrem Tod, bei dem sie orientierungslos über die Bühne taumelt. Das ist tieftraurig, besonders wenn man die Hintergründe kennt. Das Publikum jubelt im einen Moment, im nächsten wird Winehouse schon gnadenlos ausgebuht. Das fasst das Verhältnis konsumierende Masse und Künstler schon auf den Punkt zusammen und zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann.

„Amy“ macht traurig. Traurig, dass eine der talentiertesten musikalischen Künstler dieses Jahrhunderts so schnell ausgebrannt ist, dass ihre Liebe zur Musik und zu ihren Vertrauten sie so angreifbar und fragil machten. Traurig, dass die Medien, ihr Publikum und ihre Vertrauten nicht ausreichend halfen, als es Winehouse schlecht ging, sondern ihren Abstieg und ihre selbstzerstörerische Ader nur befeuerten. Kapadia und sein Team gelang hier ein großartiger und sehr bewegender Film, der einen nicht loslässt.

Bild/Ton
Leider lag keine Disc zur Rezension vor. Somit können die technischen Aspekte der Blu-ray nicht beurteilt werden. Allerdings gibt es sicherlich zumindest der optischen Umsetzung wohl keinen Grund zum Griff zur Blu-ray, da die Bildqualität aufgrund der vielen unterschiedlichen Quellen sehr schwankt. HD-Qualität ist hier jedenfalls nur stellenweise zu erwarten, der Griff zur DVD sollte somit völlig ausreichend sein.

Extras
Das Bonusmaterial hätte durchaus umfangreicher ausfallen können, doch angesichts der Tatsache, dass man es hier mit einem Dokumentarfilm zu tun hat, bedarf es eigentlich seitens der Filmemacher auch keiner weiteren Featurettes. So gibt es dennoch interessante Interviews mit den Filmemachern, die genau über die Entstehungsgeschichte des Films und ihren persönlichen Bezug zu Amy Winehouse Auskunft geben. Sehr sehenswert sind auch die zusätzlichen Szenen, die auf über einer halben Stunde Laufzeit noch viel faszinierendes Archivmaterial zu bieten haben. Die drei Performance-Videos sind intime Aufzeichnungen im Tonstudio, die für Fans durchaus auch von Interesse sein könnten.
Performance: You Know I Am No Good (05:16 Min.)
Performance: Rehab (04:23 Min.)
Performance: Love Is a Losing Game (03:25 Min.)
Interviews mit Regisseur Asif Kapadia, Produzent James Gay-Rees und Editor Chris King (17:51 Min.)
Zusätzliche Szenen (31:25 Min.)
Featurette (01:51 Min.)
Original Teaser (01:25 Min.)
Original Kinotrailer (02:06 Min.)
Deutscher Kinotrailer (02:06 Min.)


Fazit:
„Amy“ ist ein glühendes Denkmal für das großartige Ausnahmetalent Amy Winehouse und eine tieftraurige Chronik ihres selbstzerstörerischen Abstiegs. „Senna“ Regisseur Asif Kapadia zeichnet außerdem ein düsteres und wütend machendes Bild der geifernden Medien und ihres teilweise blutsaugenden Umfelds, die ihren Niedergang scheinbar nur beflügelt haben. Eine essentielle Doku über eine einmalige Künstlerin.

by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo / ProKino