American Assassin - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min

American Assassin Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nach dem tödlichen Attentat auf seine Verlobte sinnt Mitch Rapp (Dylan O’Brien) auf Rache. Beim CIA lässt er sich von dem berüchtigten Kriegs-Veteranen Stan Hurley (Michael Keaton) zum Elite-Agenten ausbilden. Schnell erhalten die beiden ihren ersten, folgenschweren Auftrag: Es gilt, die Hintergründe einer Reihe scheinbar willkürlicher Anschläge auf sowohl militärische als auch zivile Ziele zu überprüfen. Bald entdecken sie, dass alle Attentate Parallelen aufweisen. Gemeinsam mit einer geheimen Spezialeinheit begeben sie sich auf eine hochriskante Mission: Es gilt, den äußerst gefährlichen Drahtzieher (Taylor Kitsch) hinter einer großangelegten Verschwörung zu stoppen. Doch dieser hat nicht vor, sich von seinen todbringenden Plänen abbringen zu lassen und scheint stets einen Schritt voraus. Eine erbarmungslose Jagd beginnt...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, Englisch (Dolby Atmos)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Im Visier: Der Weg zum Killer, Mitch Rapp gesucht: Dylan O’Brien, Das Spiel mit der Macht: Stan Hurley und Ghost, Menschliche Waffen: Training und Stunts, Vor Ort im Kampfeinsatz: Die Schauplätze, Interview mit Dylan O’Brien und Taylor Kitsch, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | American Assassin

Blu-ray
American Assassin American Assassin
Blu-ray Start:
22.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.

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DVD
American Assassin American Assassin
DVD Start:
22.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.

Blu-ray Kritik - American Assassin

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Mit American Assassin erhalten wir mal wieder einen Eintrag in das umworbene Agentengenre, welcher, wie schon seine Genrekollegen James Bond oder der Bourne-Reihe, eine Adaption einer Buchreihe darstellt. Für diese Adaption versammelt der Regisseur Michael Cuesta u. a. Dylan O’Brien, Michael Keaton und Taylor Kitsch in den Hauptrollen vor der Kamera. Ob der Film als auch die Heimkinoauswertung etwas taugt, erfahrt ihr hier.

Stan Hurley (Michael Keaton)
Stan Hurley (Michael Keaton) © Studiocanal Home Entertainment
Die Handlung des Films ist im Grunde schnell erzählt. Der junge Student Mitch Rapp (Dylan O’Brien) wird zum Opfer eines Terroranschlags, bei dem seine Verlobte vor seinen Augen brutal ermordet wird. Motiviert durch diesen fatalen Vorfall bricht er mit allem, was bis dahin sein Leben definierte und trainiert gnadenlos, um den Verantwortlichen auf eigene Faust nach dem Leben zu trachten. In Zeiten von umfassender Überwachung bleibt sein Vorhaben jedoch nicht lange geheim. Schnell hat er die Aufmerksamkeit der CIA-Vizedirektorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan) auf sich gezogen. Schnell ist sie von seinem Potenzial überzeugt und lässt ihn zunächst freie Hand. Aufgrund fehlerhafter Strategie greift die CIA ein und rekrutiert ihn für die eigenen Reihen. In dem gewieften Ausbilder Stan Hurley (Michael Keaton) findet der junge Heißsporn seinen Meister und Mentor. Doch viel Zeit bleibt nicht für die Unterweisung, denn ein neuer Terrorist Namens GHOST (Taylor Kitsch) tritt auf die Bildfläche und verlangt den Behörden alles ab. Ob die CIA mit Mitch Rapp den passenden Gegner zu bieten hat?

Oftmals verstecken sich in einem solchen Action-Thriller zahlreiche Themen, wenn sie recht komplexe Sachverhalte auf eine stringente Handlung runterbrechen. So haben wir hier Terror, Patriotismus, Unterordnung oder Gehorsam aber auch in Kontrast dazu unbändige Wut und tief sitzende Trauer.

Shiva Negar and Dylan O'Brien in American Assassin
Shiva Negar and Dylan O'Brien in American Assassin © Studiocanal Home Entertainment
Gerade die erstgenannten Themen findet man in der heutigen Filmlandschaft wie Sand am Meer. All das lässt einen einen eher formelhaften pro amerikanischen Film erwarten. Und wer tatsächlich Innovation erwartet, wird bei American Assassin auch tatsächlich enttäuscht werden. Aber es ist nicht immer Innovation, was einen guten Film ausmacht. Nein, es ist eher die gekonnte Durchmischung mit sich gegenseitig aufhebenden Themen. Durch das Einstreuen, des persönlichen Schicksals unseres Protagonisten, wird der Hebel für puren und überzogenen Patriotismus bereits im Keim erstickt. Es geht hier nicht primär um eine Rechtfertigung für das Tatwerk einer mächtigen Nation. Nein, hier geht es doch sehr viel persönlicher zu. Das merkt man doch gerade dem Anfang des Films an, welcher im Grunde ein einziges empathisches Feld darstellt, welches die verzweifelte Wut von Mitch Rapp hervorragend transportiert. Mit dem Erscheinen des Hauptantagonisten des Films relativiert sich dieser Aspekt zwar, doch tut es der gesamten Spannung des Films keinen Abbruch. Das ist sogar insofern der Fall, als dass die Frage der Plausibilität, die hier und da aufpoppen dürfte, schell wieder in den Hintergrund rückt.

Dies wäre jedoch nicht möglich, wenn Dylan O’Brien nicht diese jugendliche Wut hätte verkörpern können. In diesem Film steht und fällt auf jeden Fall alles mit seinem Protagonisten, der sich den Ganzen Film über auf dem schmalen Grad zwischen sympathisch und abstoßend bewegt. Es ist die Prämisse von American Assassin, die ihm das abverlangt. Aber er hat den Job mit Bravour erledigt. Die Figur selbst schert sich nicht darum, ob er gemocht wird oder nicht. Es geht ihr nur um die Erfüllung seiner Zielstellung. Diese Figurenkonstruktion hätte gut und gerne nach hinten losgehen können, hätten die Autoren es versäumt, Mitch Rapp einen menschlichen Hintergrund zu verpassen. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten wir den x-ten stumpfen Killer erhalten, der jegliche Tiefe vermissen lässt. Hier ist durch das gezielte Einbringen emotionaler Momente das Gegenteil der Fall. Das holt einen als Zuschauer immer wieder zurück, wenn es Gefahr läuft, die Figur als unangenehm zu empfinden. Dass das so gelingt, ist in diesem Genre durchaus selten, hier jedoch super gelungen, was nicht zuletzt dem Hauptdarsteller anzulasten ist.

CIA-Vizedirektorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan)
CIA-Vizedirektorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan) © Studiocanal Home Entertainment
Ein weiteres Highlight des Films stellt Taylor Kitsch’s GHOST dar. Ich weiß, dass Herr Kitsch ziemlich unterschiedlich wahrgenommen wird. Und doch kann ich mich nicht dagegen erwehren, dass ich großen Spaß an seinen Darbietungen habe. So auch in American Assassin. Seine Figur ist ebenfalls nicht geistlos konstruiert. Dem Zuschauer wird die Gelegenheit gegeben, seinen Standpunkt zu verstehen, wenn auch die Reaktion der Figur auf seine Vergangenheit in jeden Fall vollkommen überzogen ist. Hier wird einem ein gutes Beispiel dafür geliefert, dass böse nicht gleich böse ist, dass aber böse auch dann trotzdem böse bleibt. Das klingt sicherlich komplizierter als es ist, aber diese Aufgabe erfüllt Kitsch mit einer gewissen Souveränität.

Diskutabler fällt hingegen die Performance vom großen Michael Keaton aus. Gerade im Zuge der Einführung seiner Figur, kommt die Figur des Stan Hurley ziemlich überzeichnet und klischeehaft als Ausbilder des Protagonisten daher. Das passt irgendwie nicht so recht zu der Präsenz von Keaton. Was man der Figur jedoch zugutehalten kann, ist, dass sie hier die einzige Figur ist, die eine merkliche Weiterentwicklung durchmacht. Dass wiederum macht die Besetzung dieser Figur durch Michael Keaton wieder plausibel, denn diese vollzieht er wiederum glaubhaft und passt am Ende deutlich besser zu ihm. Das macht den etwas holprigen Einstieg seiner Figur wieder wett bzw. sogar vergessen.

GHOST (Taylor Kitsch)
GHOST (Taylor Kitsch) © Studiocanal Home Entertainment
Ansonsten bietet American Assassin in typischer Agentenfilmmanier ein hohes Aufgebot unterschiedlichster Schauplätze. Das trägt natürlich dazu bei, das Erzähltempo des Films weit oben zu halten als auch Spannung und Abwechslung zu generieren. Das ist hier gelungen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Umgebung hier zu einer Art Nebendarsteller degradiert wird. Hier hat man das Gefühl, dass die Schauplätze willkürlich gewählt wurden, ohne dass sie eine spezielle Funktion haben. Zumindest ist diese nicht zu mir durchgedrungen.

Was hingegen aber deutlich am positivsten auffällt, ist der Umstand, dass in Rahmen des Films weitgehend auf das Kaschieren durch zu schnelle und irritierende Schnitte verzichtet wurde, wie es in den heutigen Actionstreifen nichtmal so unüblich ist. Umso bemerkenswerter, dass hier die Action, die Kampfszenen und generell der Film sauber aufgenommen wurde und dem Zuschauer dreckig und ruppig präsentiert wird. Das trägt natürlich dazu bei, die Wut und den Enthusiasmus des Protagonisten glaubhaft zu transportieren, was wiederum den ganzen Film erfüllt. Auch das ist der Spannung äußerst zuträglich.

Ebenfalls angenehm fällt die sparsame Verwendung von CGI und Ähnlichem auf. Der Action-Thriller präsentiert sich schnörkellos, dreckig und zweckmäßig. Die Verwendung fällt dermaßen sparsam aus, dass es einem quasi ins Gesicht schreit, wenn dann doch mal der Computer angeworfen wurde. Aber selbst dann fällt es äußerst zweckmäßig aus, ohne dass sich der Film in einem Effektegewitter verliert.

Shiva Negar als Annika in American Assassin
Shiva Negar als Annika in American Assassin © Studiocanal Home Entertainment
Ich hab es weiter oben bereits angedeutet, aber in einer Welt, in der noch immer ein Kampf der Ideologien tobt, ist es erfrischend, dass mal wieder einen Film abseits der etablierten Agentenreihen daherkommt, der nicht darauf ausgerichtet ist, Amerikas handeln in der Welt unbedingt positiv und heroisch darzustellen. Vielmehr erkennt man hier, dass American Assassin darauf ausgelegt ist, ein neues Agentenfranchise zu starten und nicht einem blinden amerikanischen Patriotismus zu frönen. Das ist durchaus erfrischend, gerade im Hinblick auf den Namen des Films, der einen durchaus etwas anderes erwarten lassen kann.

Bild:
Das Bild der Blu-ray weißt einen hohen Detailgrad auf. Die Farben sind zweckmäßig abgestimmt. Sicherlich werden die Farben nicht strahlend präsentiert. Das würde jedoch auch nicht zum Film passen. Er ist nicht bunt und spaßig. Alles an dem Bild ist in Bezug auf den Film selbst zweckmäßig abgestimmt, sodass es an dieser Stelle nicht viel zu bemängeln gibt.

Ton:
Auch der Ton ist dem Film angemessen. Mit einer durchdringenden Dolby Atmos Tonspur für die deutsche und englische Sprachausgabe erhalten wir als Zuschauer glasklare Dialoge und intensive Actionsequenzen, die einen mitten ins Geschehen reißen.

Extras:
Was die Extras angeht, zeigt die Blu-ray eine breite Brust. Mit“Im Visier: Der Weg zum Killer”, “Mitch Rapp gesucht: Dylan O’Brien”, “Das Spiel mit der Macht: Stan Hurley und Ghost”, “Menschliche Waffen: Training und Stunts” und “Vor Ort im Kampfeinsatz: Die Schauplätze” haben wir satte fünf Featuretten, die einen umfassenden Einblick in die Produktion von American Assassin gewähren. Abgerundet wird das Ganze mit je einem Interview mit Dylan O’Brien und Taylor Kitsch, einem Trailer zum Film und eine Trailershow zu weiteren Filmen des Verleihs. ein volles Paket also.


Fazit:
Mit American Assassin erhalten wir eine überraschend persönliche Agentengeschichte, die eher darauf ausgelegt ist, eine Figur zu etablieren, die es auf dem Markt mit Bond, Bourne und Hunt aufnehmen kann. Die Stellung der Amerikaner in der Welt wird hier zwar nicht in Frage gestellt, positiv hervorgehoben wird sie jedoch auch nicht. Das ermöglicht es dem Film, sich von der breiten Masse an Agentengeschichten abseits der großen Marken abzuheben und einen spannenden, ja sogar packenden Film zu präsentieren, mit einer Figur, die die ganze Zeit auf dem schmalen Grad zwischen abstoßend und sympathisch wandelt. Mal schauen, ob da noch etwas kommt, aber dieser Beitrag ist schon mal gelungen.

by Martin Fischer
Bilder © Studiocanal Home Entertainment