All is Lost - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min

All is Lost Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Mitten auf dem indischen Ozean wird ein Mann (Robert Redford) jäh aus dem Schlaf gerissen. Seine zwölf Meter lange Segelyacht hat einen im offenen Meer treibenden Schiffscontainer gerammt. Sein Navigations-Equipment und sein Funkgerät versagen in der Folge den Dienst und er treibt mitten in einen gewaltigen Sturm hinein. In letzter Minute gelingt es dem Mann, das Leck in seinem Boot notdürftig zu flicken. Er überlebt den Sturm dank seiner seemännischen Intuition und Erfahrung mit knapper Not. Praktisch manövrierunfähig treibt der Mann auf offener See. Seine letzte Hoffnung ist es, von der Strömung in eine der großen Schiffahrtsstrecken getrieben zu werden. Unter der unerbittlich sengenden Sonne, sieht sich der sonst so selbstbewusste und erfahrene Segler mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und kämpft einen verzweifelten Kampf ums Überleben...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Featurettes
- Interviews
- B-Roll
- Trailer

DVD und Blu-ray | All is Lost

Blu-ray
All is Lost All is Lost
Blu-ray Start:
23.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
All is Lost All is Lost
DVD Start:
23.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

Blu-ray Kritik - All is Lost

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Der alte Mann und das Meer: Kino-Legende und Oscar-Gewinner Robert Redford („The Company You Keep“), längst im verdienten Rentenalter angekommen, stellt sich als namenloser Segler im Survival-Drama „All Is Lost“ den Elementen – und erleidet spektakulären Schiffbruch. Seinen packenden Überlebenskampf im Indischen Ozean inszeniert Regisseur und Autor J. C. Chandor („Margin Call“) als eine Art Kammerspiel auf hoher See – ohne Dialoge, nur mit einem Darsteller. Dieses filmische Wagnis funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut ohne zu langweilen. Selten wurde die Verlorenheit und Einsamkeit eines Menschen inmitten von Naturgewalten so eindrücklich inszeniert wie in „All Is Lost“.

Mit der sehr groben Ortsangabe 1700 Seemeilen vor Sumatra wird der Zuschauer zusammen mit dem Protagonisten gleich ins Geschehen gezogen. Ein riesiger, im Meer treibender Schiffscontainer (der und seine Fracht sich sicherlich als Kritik an der globalen Konsumgesellschaft deuten lassen) hat die Segelyacht des Mannes gerammt und ein Loch an der Fieberglas-Außenwand hinterlassen. Die Kabine und mit ihr wichtige Navigations- und Kommunikations-Ausrüstung sind voll Wasser gelaufen. In der Folge werden wir Zeuge, wie der Havarist geduldig nach und nach die Schäden behebt. Alles scheint sich zum Guten zu wenden. Doch der nächste Sturm kommt bestimmt.

Auch wenn das Setting naturgegeben begrenzt ist, holt J. C. Chandor alles aus dem Mini-Plot heraus, schafft sogar nach rund einer Stunde einen Schauplatzwechsel auf hoher See. Zudem hat er mit Robert Redford einen erfahrenen Mimen an Bord, der die kleinen Hoffnungen und großen Rückschläge für den Zuschauer mittels Mimik auch ohne Worte nachvollziehbar und mitfühlbar macht. Seine Gedanken sind die Dialoge, heißt es dazu in den Blu-ray-Extras. Ihm nimmt man zu jeder Sekunde die immer zermürbender und aussichtsloser werdende SOS-Mission zwischen tosender Sturmflut und sengender Sonne ab – bis zu dem Punkt, an dem wirklich alles verloren scheint, isoliert inmitten endloser Wasser-Panoramen.

Sicher, die Leerstellen zu seiner Person (Wer ist der Mann? Was ist seine Geschichte? Was macht er so alleine auf dem Meer?) dürften den einen oder anderen Zuschauer irritieren und unbefriedigt zurücklassen. Lediglich der kurze Off-Monolog zu Beginn lässt auf eine Familie schließen, so wie die Fingerfertigkeit und Improvisationskunst auf seemännische Erfahrung. Gleichzeitig ermöglicht dieser dramaturgische Ansatz, ohne dass Rückblenden oder Nebenhandlungen die Dramatik ausbremsen, die volle Konzentration auf die sich zuspitzenden Überlebensmanöver, bei denen ein Schluck salzfreies Wasser plötzlich zum größten Schatz auf Erden wird.

Ex-Sundance-Regisseur J. C. Chandor kontrastiert das aufreibende One-Man-Martyrium über dem Meeresspiegel, bei dem die Kamera meist ganz nah am Protagonisten bleibt, mit tollen Unterwasseraufnahmen von elegant dahin gleitenden Fischschwärmen. Diese Bilder kommen auch auf der Blu-ray unglaublich plastisch rüber, während die Szenen mit Robert Redford vor den dahinpflügenden Riesen-Containerschiffen eher unecht anmuten und Computer-Effekte vermuten lassen. Da fast keine Sprache vorhanden ist, stehen in „All Is Lost“ die Naturgeräusche im Vordergrund. Sturmflut, Wellengang, Windgetöse: die Tonspur haut dem Zuschauer das maritime Treiben um die Ohren.

Die auf den ersten Blick üppigen Zugaben (OmU) der Blu-ray hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Die fünf Featurettes, die sich zum Beispiel mit Robert Redford und der Post Production des Films befassen, bieten durchaus interessante Einblicke in die logistisch anspruchsvollen Dreharbeiten in Mexiko mit drei verschiedenen Booten in drei Tanks und auf offener See. Die zehn sich anschließenden Interviews, unter anderem mit Produzenten, Cutter und Sound-Designer, enthalten leider zahlreiche Wiederholungen und bieten wenig Neues. Am charmantesten bleibt Robert Redford, der mit 76 Jahren immerhin 90 Prozent der Stunts selber gemacht hat und nach eigener Aussage kein Spezialeffekt ist. B-Roll und Trailer sind wie immer überflüssig.

Fazit: „All Is Lost“ ist ein existenzieller Actionfilm, der in bemerkenswerter Konsequenz das ewig ungleiche Duell zwischen Mensch und Natur auf das Elementarste reduziert und für seinen Mut und seine Abkehr von gängigen Inszenierungsmustern mit einer ungefilterten Intensität belohnt wird, die den Zuschauer mitreißt.

by Florian Ferber
Bilder © Universum Film