Ali G in da House (limitierte Steel Edition) - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.05.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 87 min

Ali G in da House (limitierte Steel Edition) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der intrigante Politiker Carlton rekrutiert den lauten, vulgären Ghetto-Psychopathen Ali G für das Parlament, um den britischen Premierminister und seine Regierung zu stürzen. Wider Erwarten wird der naive Prolet gewählt, mischt das Unterhaus auf und steht Carltons zweifelhaften Absichten im Weg. Der ungebildete, dauergeile Kiffer wird zum glühenden Volksvertreter! Aber Ali ist nicht so dämlich, wie er aussieht: Hinter seinen Schenkelklopf-Attacken blitzt ein echter Sozialkritiker hervor, der die Stimme des Volkes ernsthaft vertritt! Carlton hat sich verkalkuliert und muss nun schwere Geschütze auffahren, um den ungewöhnlichen Parlamentarier wieder loszuwerden...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: justbridge entertainment GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Audiokommentar von Ali G und Ricky C., Taking the Talk – Sprechen wie Ali G, Unveröffentlichte Szenen, Me Video diary – Hinter den Kulissen mit Ali G, Ali’s Gallery - Fotogalerie

Video on demand - Ali G in da House

DVD und Blu-ray | Ali G in da House (limitierte Steel Edition)

Blu-ray
Ali G in da House (limitierte Steel Edition) Ali G in da House (limitierte Steel Edition)
Blu-ray Start:
22.05.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 87 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Ali G in da House (limitierte Steel Edition)

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 6/10


Besonders in den 00er Jahren schlüpfte Sacha Baron Cohen immer wieder in gewöhnungsbedürftige, aber irrwitzige Rollen, die seine Laufbahn rückblickend zumindest ikonisch prägten. Ob nun ein investigativer Borat, der in den „US von A“ dortige Bräuche und Sitten kennenlernen möchte, oder ein schriller Brüno, der - gekleidet mit Netzhemd und Hotpants - seine Modelkarriere starten möchte; Cohens Filme fanden weltweit Zuschauer und waren alles andere als finanzielle Flops. Bei einem seiner Steifen reicht es nun sogar für eine Steelbook-Veröffentlichung.
ALI G INDAHOUSE geht 85 Minuten, ist ab zwölf Jahren freigeben und erscheint am 22.05.2020, nach 18 Jahren, als limitierte Steelbook-Edition auf Blu-ray. Für Euch haben wir den Film näher unter die Lupe genommen.

Sacha Baron Cohen in Ali G in da House
Sacha Baron Cohen in Ali G in da House © justbridge entertainment GmbH
Wie auch oben genannte Filme verschwendet ALI G INDAHOUSE keine Zeit, um seine Hauptfigur Ali G (Sacha Baron Cohen) rasch auf die Leinwand zu bekommen. Zunächst wird er mit seinen „Bros“ während seiner Freizeit gezeigt und außerdem in einem örtlichen Verein, indem er versucht, Kinder vor dem Ghetto zu bewahren. Bereits die ersten Minuten lassen unschwer erahnen, welche Schwerpunkte man bei der Zeichnung Ali Gs legt: Das Kostüm, das sich als Artwork vollumfänglich auf dem Steelbook-Cover befindet, definiert sich vorwiegend durch psychedelisch gemixte Neonfarben, kiloschwere Goldketten und eine orange-getönte Sonnenbrille. Ali G soll - wie auch in der Serie „Da Ali G Show“, die ihn besonders in Großbritannien zur Kultfigur transformieren ließ – etwas dümmlich wirken, ohne weitreichende persönliche Reife, halbstark und zusätzlich Möchtegern-cool.

Das gelingt immer wieder in akzeptablem Maße, doch sobald der Hauptplot einsetzt, in dem Ali G durch Zufälle und berechnende Absichten von Politikern in die Politik gerät, zeichnet man erst genannten Punkt intensiver, was auf der Humorebene gepaart mit seiner sehr dürftigen und im Tonfall zu künstlichen deutschen Synchronisierung nicht für den gewünschten Effekt sorgt. Am besten gelingt es, den mitunter grenzwertigen und geschmacklosen Humor zu übertragen, wenn man diesen eher auf dem Aspekt seiner maßlosen Selbstüberschätzung aufbaut, die sich natürlich nicht auf sachlichen Gesichtspunkten stützt, sondern auf moralisch und ethisch negativ geladenen Dingen. Die genannte Geschmacklosigkeit des teilweise fäkalen Humors, derer man sich vor Sichtung derartiger Filme klar und ihr gegenüber offen sein muss, entspringt vorwiegend einer homogenen Vermischung von Elementen des allgemeingültig guten Geschmacks und entsprechend brechende Gegenelemente. Gefällt das, so entwickelt der Streifen durchaus einige wenige gute Momente, hält er sich stets distanziert zu Komikeinlagen, die lediglich auf intellektuellem Fundament stehen.

Naomi Campbell  in Ali G in da House
Naomi Campbell in Ali G in da House © justbridge entertainment GmbH
Prinzipiell bestehen immer Bedenken und Zweifel, wenn eine erfolgreiche Serie auch einen filmischen Ableger bekommen soll. Man hofft, dass sich der begrenzende Zeitfaktor eines Films nicht zu Lasten der Handlungsqualität auswirkt. ALI G INDAHOUSE, dessen Drehbuch von Cohen selbst geschrieben wurde, zeigt leider, wie es nicht funktioniert.

Die Story weist regelmäßig Punkte vor, an denen man äußerst erzwungen und nicht nachvollziehbar Fortschritt schaffen möchte (vgl. politische Positionsveränderungen Ali Gs), hat Passagen, in denen man zusammenhangslos Gags aneinanderreiht, und findet auch dramaturgisch keinen Griff, da trotz der angedeuteten Eastside-/Westside-Feindschaft zu keinem Punkt dramatische Verlustgefahr aufkommt, was durch die Charakterisierung Ali Gs fortgehend katalysiert wird. Cohens Performance allerdings kann den Streifen ein Stück weit tragen.

Auf der Metaebene möchte ALI G INDAHOUSE satirisch die Auswirkungen des Hip-Hops auf die Zeit der Entstehung des Films thematisieren, versucht dabei aber auch, oft bei politischen Themen anzuklopfen. Diese Kritik ist insgesamt zu schwach und kann es nicht bewerkstelligen, eine klare Stellung beziehende Aussage zu formulieren, und denunziert sich daher auf die simplen Aspekte des Genres als filmische Existenz.

Ali G (Sacha Baron Cohen)
Ali G (Sacha Baron Cohen) © justbridge entertainment GmbH
Bild
1.920p x 1.080p lichtet das Bild in einem Ansichtsverhältnis von 1.85:1 ab. Das technische Bild wird hin und wieder durch sehr grelle oder glänzende Farben belastet, hält dem aber in der Regel stand. Farben entfalten sich gut. Details sind gut zu erkennen und Körnung ist kaum festzustellen. Ein hinreichendes Bild wird geboten.

Ton
Die deutsche Tonspur ist in einem DTS-HD MA 5.1 verfügbar. Die englische in Dolby Digital 5.1. Der überwiegend basslastige Rap-Score wird wenig satt und voluminös abgebildet. Der Ton kann allerdings in eher normaleren Territorien überzeugen.

Extras
Geboten bekommt man im Bereich der Extras ein Audiokommentar von Ali G und Ricky C, ein Feature namens „Talking The Talk - Sprechen wie Ali G“, unveröffentlichte Szenen, „Me Video Diary - Hinter den Kulissen mit Ali G“ als Behind The Scenes-Einblick und die Fotogalerie „Ali's Gallery“.
Die Extras sind gelungen und es ist im besonderen Maße für den kreativen Aufbau von Extras wie das des verfügbaren Features zu plädieren.


Fazit:
ALI G INDAHOUSE reiht sich nahtlos in andere bekannte Charakterrollen Cohens ein, lässt aber durch eine dürftig geschriebene Handlung und eine handwerklich schwächelnde Filmadaption Federn.


by Denis L. Klemm
Bilder © justbridge entertainment GmbH