A Most Violent Year - Blu-ray

Blu-ray Start: 07.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min

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Inhalt

New York, 1981 - das Jahr, das mit seiner Kriminalitätsrate als gefährlichstes in die Stadtgeschichte eingehen wird. Der immigrierte Geschäftsmann Abel Morales (Oscar Isaac) und seine Frau Anna (Jessica Chastain) stehen vor ihrem größten Coup und Wagnis. Mit einer hohen Anzahlung erwerben sie die Option auf ein Industriegelände, mit dem sie ihre gemeinsame Heizölfirma zu einer der bedeutendsten in New York machen könnten. Ein Monat bleibt ihnen, die Restzahlung in Millionenhöhe zu beschaffen – andernfalls verlieren sie alles. Währenddessen macht die Gewalt auch vor ihnen nicht Halt. Als bei der Auslieferung des Heizöls immer wieder bewaffnete Überfälle auf seine Fahrer stattfinden und die Trucks samt Ladung gekapert werden, gerät Abel unter Druck. Obwohl er sein Geschäft stets korrekt und mit legalen Mitteln geführt hat, zwingt ihn die eskalierende Bedrohung, seine Grundsätze zu überdenken. Dabei gerät das Paar immer tiefer in einen Strudel aus ungezügelter Gewalt, Verfall und Korruption, der ihre Existenz zu zerstören droht...

Mit seinem atmosphärischen, intelligenten Thriller A MOST VIOLENT YEAR ist dem Oscar®-nominierten Regisseur J.C. Chandor („All is Lost“, „Der Große Crash – Margin Call“) erneut ein Meisterwerk gelungen. In Starbesetzung und mit beeindruckenden Bildern erzählt Chandor die Geschichte eines Mannes auf dem Weg nach oben vor dem Hintergrund zügelloser Gier und Gewalt und zeichnet dabei zugleich das Gesellschaftsporträt einer Ära. Für seine dritte große Regiearbeit konnte J.C. Chandor wieder eine hochkarätige Riege an Schauspielern gewinnen: Neben Oscar Isaac („Inside Llewyn Davis, „Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht“) und Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“, „Interstellar“), die für ihre Rolle der Anna in A MOST VIOLENT YEAR eine Golden Globe®-Nominierung als Beste Nebendarstellerin erhielt, glänzen David Oyelowo („Selma“) sowie Alessandro Nivola („American Hustle“) und Albert Brooks („Drive“). Der Score stammt aus der Feder von Alex Ebert, der für Chandors „All is Lost“ mit einem Golden Globe® geehrt wurde.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Featurettes, Entfallene Szenen

DVD und Blu-ray | A Most Violent Year

Blu-ray
A Most Violent Year A Most Violent Year
Blu-ray Start:
07.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
A Most Violent Year A Most Violent Year
DVD Start:
07.08.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 121 min.

Blu-ray Kritik - A Most Violent Year

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Soll noch einer sagen, es gäbe keine guten, ernsthaften Filme für Erwachsene mehr, leider sind sie oft nur nicht mehr so leicht sichtbar. Wäre “A Most Violent Year“ in den Siebziger oder Achtziger Jahren erschienen, hätte ein großes Studio wie Warner Bros. den Mut gehabt, ihn zu produzieren und man würde wohl heute von einem Klassiker sprechen. Doch in der gegenwärtigen Kinolandschaft ist es ein Wunder, dass diese Art von Film überhaupt noch in dieser doch recht ambitionierten Größe gemacht wird. Trotz teils herausragender Kritiken ging J.C. Chandors dritter Film an den Kinokassen unter. Das ist ein Jammer, denn „A Most Violent Year“ ist ein großartiger Film, ein ernsthaftes, atmosphärisches, langsames, intensives, charakterbezogenes Krimidrama, ohne unsinnige Gewalt und ohne Effekthascherei, aber mit ganz viel Stilsicherheit, Eleganz, Intelligenz und teils virtuosen filmischen Momenten und großartigem Auge für Details, sowohl in der subtilen Beobachtung von menschlichem Verhalten als auch in der atemberaubend authentischen und makellosen Wiederherstellung des New York von 1981. Der Film bewegt sich mit einer subtil packenden, fiebrig brütenden Intensität, dass manche Momente besonders intensiv in die Magengrube schlagen. All das gelingt Chandor ganz ohne die gängigen Klischees und Stereotypen, wodurch sich der Film gänzlich unvorhersehbar gestaltet. Chandor inszeniert mit solch einem muskulösen Selbstbewusstsein, dass er nach den stilistisch völlig unterschiedlichen Vorgängerfilmen "Margin Call" und "All is Lost" zu einer der aufregendsten jungen Filmemacherstimmen Amerikas gezählt werden muss.

Die Werbekampagne und der Titel von „A Most Violent Year“ suggerierte ein eben gewalttätiges Gangsterepos, doch viele Zuschauer waren aufgrund dieser falschen Erwartungshaltung enttäuscht von dem langsam erzählten Endresultat, das in vielerlei Hinsicht so etwas wie ein Anti-Gangsterfilm ist. Der Titel spielt auf das Jahr 1981 an, das als das Jahr in der Geschichte von New York City eingegangen ist, in dem die meisten gewalttätigen Straftaten verbucht wurden. In diesem Jahr spielt sich die Handlung von „A Most Violent Year“ ab. Im Mittelpunkt steht Abel Morales (Oscar Isaac), ein Geschäftsmann, der mit seiner Frau Anna ein aufstrebendes Heizölunternehmen betreibt. Ein entscheidender Schritt in der Expansion und Festsetzung der Firma im umkämpften New Yorker Heizölmarkt soll die Akquirierung eines großen Ölterminals am East River sein. Durch den Kauf dieses strategisch vorteilhaft gelegenen Grundstücks kann Abel seine Konkurrenz auf lange Sicht wohl hinter sich lassen. Gemeinsam mit seinem Anwalt Andrew Walsh (Albert Brooks) schließt Abel einen Deal mit den jüdisch orthodoxen Vorbesitzern ab, der eine 40-prozentige Anzahlung beinhaltet. Den Rest des Geldes muss Abel innerhalb von 30 Tagen begleichen, sonst platzt das Geschäft. Zunächst scheint Abel alle Trümpfe in seiner Hand zu halten, doch eine Reihe von Überfällen auf seine Heizöltrucks schwächen den Geschäftsmann enorm und die überraschenden Ermittlungen des stellvertretenden New Yorker Staatsanwalts Lawrence (David Oyelowo) wegen illegalen geschäftlichen Aktivitäten in Abels Firma drohen den geplanten Deal platzen zu lassen. Abel findet sich in einem inneren Konflikt zwischen amerikanischem Kapitalismus und moralischer Aufrichtigkeit wieder. Unentwegt wird er vor die Frage gestellt, ob er in einem korrupten System den scheinbar unausweichlichen kriminellen oder vielleicht sogar gewalttätigen Weg seiner Mitstreiter oder den selbst gewählten rechten Weg gehen soll, was sich als zunehmend schwierig erweist.

„A Most Violent Year“ ist ein komplexer und anspruchsvoller Film, der mit viel Substanz und Tiefgründigkeit auftrumpft. In seinem moralischen und inhaltlichen Facettenreichtum, aber auch der düsteren Ästhetik wirkt Chandors Film in gewisser Weise wie die moderne Fortführung von Sidney Lumets New Yorker Krimidramen wie „Prince of the City“ (1981), „Serpico“ (1973) oder „Hundstage“ (1975). So ist „A Most Violent Year“ klassisches Kino für Erwachsene im besten Sinne, ausgestattet mit enormer visueller und erzählerischer Eleganz, bei dem Charaktere und eben nicht eine effekthaschende Inszenierung im Vordergrund stehen. Chandors ungemein präzisen Dialoge erwarten einen aufmerksamen Zuhörer, denn hier hat wirklich jedes Wort Gewicht. Die Charaktere entfalten sich nur nach und nach, ihre Hintergründe und Eigenschaften werden dem Zuschauer nicht auf dem Silbertablett präsentiert, sondern erschließen sich auf subtile Weise über ihr Handeln und eingestreute Hinweise. Chandor erwartet von dem Zuschauer eine hohe Auffassungsgabe, denn er erklärt auch nicht, wen die Figuren repräsentieren. Das heißt, wenn sich Abel etwa mit Bankern oder Wettbewerbern trifft, wird die Funktion des Gesprächspartners nicht explizit erwähnt, sondern erschließt sich erst elegant über die Dialoge. Diese Art der Erzählung sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch heutzutage merkt man vielen Filmen an, dass sie die Intelligenz des Zuschauers nicht respektieren. Chandor geht in seiner komplexen Charakterstudie erfrischend anders vor. Der Spannungsbogen ist bewusst langsam gehalten und entspricht damit wohl nicht modernen Sehgewohnheiten. Dafür packt „A Most Violent Year“ mit latenter Anspannung und Andeutung drohender Gewalt, wodurch u.a. eine geladene Waffe in einer Kinderhand für akute Beklemmung sorgt. Der Film ist primär dialogbasiert, doch Chandor inszeniert auch ein paar schweißtreibende Thriller-Momente mit großer Effektivität und Wirkung, etwa einen Überfall auf den Öltruck des jungen Fahrers Julian (Elyes Gabel) mitten im Stau auf der Queensboro Bridge, die in einem beängstigend realistisch Schusswechsel und anschließender Verfolgungsjagd zu Fuß mit überraschendem Ende resultiert. Auch nennenswert ist eine weitere intensive Verfolgungsjagd, die sich auf umgekehrte Weise wie die zuvor erwähnte Szene abspielt. Diese nüchtern-realistisch inszenierten Momente sind zwar rar in Chandors Film, doch da man bereits tief in die Welt der Figuren eingetaucht ist, erweisen sie sich in ihrer Wirkung überaus intensiv.

Die enorm dichte und lebhafte Atmosphäre ist entscheidend durch Chandors bestechendes Auge für Details und die außergewöhnliche Kameraarbeit von Bradford Young geprägt, die das New York der frühen Achtziger Jahre auf bemerkenswerte Weise lebendig werden lassen. Durch die auffällig senffarbige Farbgebung, die durch vereinzelte blaue und rote Akzente in Form von Kostümen oder Sets bereichert wird, erhält der Film eine ganz besondere Ästhetik. Mit den eleganten Widescreen-Bildkompositionen und der düsteren, schattenorientierten Lichtsetzung gehört die visuelle Gestaltung des Films zu den großen und unzweifelhaften Stärken des Films. Größte Mühe floss auch in das authentische Design von den zahlreichen Sets, Schauplätzen und Kostümen. Jessica Chastains Garderobe besteht zum Beispiel ausschließlich aus exklusiv zur Verfügung gestellten Armani-Stücken der portraitierten Zeit. Alle Innenräume sind makellos gestaltet und mit authentischen Requisiten ausgestattet, aber auch Außenszenen wie ein verlassenes Industriegebiet und eine graffitibesprühte U-Bahn-Station atmen die Atmosphäre des alten New Yorks mit größtmöglicher Dichte.

Neben all diesen inhaltlichen und formalen Aspekten bietet „A Most Violent Year“ auch in der schauspielerischen Abteilung brillante Arbeit. Oscar Isaac ist ein sensationell begabter Darsteller, der mit so unterschiedlichen Rollen in „Drive“, „Inside Llewyn Davis“ „Die zwei Gesichter des Januar“ oder kürzlich „Ex Machina“ eine unglaubliche Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Sein idealistischer Heizölunternehmer Abel Morales ist vielleicht sein bester Auftritt bisher, er fasziniert mit alles vereinnahmender magnetischer Präsenz und erinnert nicht nur optisch an einen jungen Al Pacino. Man kann seine Augen nicht von ihm nehmen. Aus einer etwas weniger substantiellen Rolle holt die ebenfalls irrsinnig talentierte und facettenreiche Jessica Chastain alles heraus und reißt einige Momente in gänsehauterregender Manier an sich. Ihre toughe Lady Macbeth-artige Figur, die ihren Ehemann mit einer Tendenz zur gewalttätigen Lösung herausfordert, bildet mit Isaac ein ganz besonderes dynamisch-explosives Paar. Auch in den Nebenrollen ist „A Most Violent Year“ exzellent besetzt. Eine leider immer seltener werdende Präsenz ist der großartige Albert Brooks, der in seiner Rolle als Anwalt auf eher subtile Töne setzt. Eine Offenbarung ist Elyes Gabel, der den ambitionierten jungen Fahrer Julian spielt. Er ist das tragische vom Pech verfolgte Gegenstück zu Abels Verkörperung des amerikanischen Traums, des Ideals vom erfolgreichen Einwanderer, der aus Nichts das Maximum gegen alle Widerstände herausholt. Seine Darstellung wirkt wie ein freiliegender Nerv, voller spürbarer Intensität und Energie. Er stiehlt jeden Moment, in dem er zu sehen ist, verkörpert Angst und Anspannung so qualvoll authentisch wie selten zuvor gesehen.

Bild
„A Most Violent Year“ ist ein Musterbeispiel für ästhetisch ansprechendes digitales Kino. Der vom aufstrebenden Kameratalent Bradford Young auf Arri Alexa aufgezeichnete Film sieht hier auf Blu-ray einfach wunderschön aus. Die außergewöhnliche Farbgebung kommt intensiv und kraftvoll zur Geltung, wobei das Grading teilweise etwas zu stark in die Gelbtöne ragt. Bildschärfe und Detailvielfalt sind durchweg hervorragend, jedoch ist der Film größtenteils bewusst dunkel beleuchtet und weichgezeichnet. Dadurch erhält der Film eine angenehm filmartige Wirkung und ein digitaler Eindruck wird nicht erzeugt. Der Kontrastreichtum ist scheinbar bewusst teilweise runtergefahren, die Schwarzwerte sind gerade in dunklen Szenen oft eher blass gehalten. Dieser Umstand ist aber auch bei anderen von Bradford Young fotografierten Filmen zu beobachten, etwa bei „Selma“. Somit also sehr wahrscheinlich kein Transferproblem, sondern eine bewusste ästhetische Entscheidung. Bildfehler gibt es keine.

Ton
Im akustischen Bereich ist „A Most Violent Year“ größtenteils unauffällig. Der Film ist sehr dialoglastig und macht nur wenig Nutzung von den Surroundkanälen. Bei entscheidenden Momenten ist die Tonmischung jedoch sehr präsent, etwa bei den Außenszenen. Hier, z.B. bei der Szene auf der Queensboro Bridge, ist die Atmosphäre raumumfassend und kraftvoll. Auch der Subwoofer wird hier sehr effektiv angesteuert und die Tonspur ist sehr dynamisch abgemischt. Die Dialoge wirken allerdings teilweise etwas leise und könnten präsenter sein.

Extras
Hier wird sehr solides Material geliefert. Herzstück der Sonderausstattung ist das dreiviertelstündige Making-Of, das einen umfassenden Überblick über die Produktion liefert. Die auch im Internet erhältlichen kurzen Featurettes sind neben den Gesprächen zwischen Oscar isaac und Jessica Chastain allerdings größtenteils redundant, wenn man das Making-Of gesehen hat. Leider sind die Extras auch nicht untertitelt. Hier die Übersicht:
Making-Of (43:58 min.)
Featurettes
Jessica Chastain und Oscar Issac im Gespräch über …warum sie Schauspieler werden wollten (04:01 Min.)
…ihre gemeinsame Schauspielausbildung (03:56 Min.)
…die Vorbereitung auf ihre Rollen (04:48 Min.)
Der amerikanische Traum (02:50 Min.)
Behind the Scenes (02:20 Min.)
Behind the Fashion (03:22 Min.)
Über Regisseur J.C. Chandor (02:24 Min.)
Entfallene Szenen
Ein Trinkspruch (00:44 Min.)
Ghettoblaster (00:36 Min.)
Verwöhnte Göre (02:41 Min.)
Ich bin kein Schwerverbrecher (02:09 Min.)
Willkommen in der Nachbarschaft (01:33 Min.)
Trailer (02:22 Min.)
Trailershow mit 8 Trailern


Fazit:
„A Most Violent Year“ ist brodelndes, intelligentes und stylisches Qualitätskino für Erwachsene, das es heutzutage leider nur noch selten gibt. Konstant überraschend und gängige Klischees umschiffend, steht J.C. Chandors komplexes Krimidrama in Tradition des amerikanischen Autorenkinos der Siebziger Jahre und stellt damit in der heutigen Kinolandschaft etwas ganz Besonderes da. Schön, dass es solche Filme noch geben kann, schade, dass er in der Masse etwas untergeht.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film