69 Tage Hoffnung - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min

69 Tage Hoffnung Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

2010 richteten sich die Augen der gesamten Welt auf Chile, als dort beim Einsturz einer Gold- und Kupfermine 33 Bergleute lebendig begraben wurden. In den folgenden 69 Tagen bemühte sich ein internationales Team verzweifelt und unermüdlich, die eingeschlossenen Männer zu retten. Unterdessen warteten in banger Hoffnung nicht nur ihre Familien und Freunde, sondern Millionen Menschen, die sie gar nicht kannten. Doch 200 Stockwerke unter der Erdoberfläche wurde die Zeit aufgrund mangelnder Verpflegung sehr schnell knapp. Der Film erzählt eine Geschichte von Durchhaltevermögen, persönlicher Verwandlung und dem Triumph der Menschlichkeit – in den tiefsten Abgründen der Erde erleben wir die privaten Schicksale und die seelische Belastung der im Stollen gefangenen Männer, die großen Mut aufbrachten und sich einfach weigerten aufzugeben.

Die wahre Geschichte der Bergungsaktion entstand in Zusammenarbeit mit den tatsächlichen Bergleuten, ihren Familien und ihren Rettern. „69 Tage Hoffnung“ schildert erstmals die persönlichen Erfahrungen und an Wunder grenzenden Ereignisse auf und unter der Erdoberfläche – nichts Geringeres als ein globales Phänomen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Dolby Digital Surround 5.1 (Deutsch, Ungarisch)
Untertitel:
Deutsch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Norwegisch, Ungarisch, Schwedisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
zwei Featurettes
Trailer

DVD und Blu-ray | 69 Tage Hoffnung

Blu-ray
69 Tage Hoffnung 69 Tage Hoffnung
Blu-ray Start:
14.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
69 Tage Hoffnung 69 Tage Hoffnung
DVD Start:
14.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

Blu-ray Kritik - 69 Tage Hoffnung

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 10/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


2010 kam es in der Atacama Wüste im Norden Chiles zu einem verheerenden Minenunglück, bei dem 33 Bergmänner 700 Meter unter Tage nach dem Einsturz der über hundert Jahre alten San José Gold- und Kupfermine verschüttet wurden. Ihre Überlebenschancen waren minimal, denn ihre spärlichen Lebensmittelrationen reichten nur für wenige Tage und eine Kommunikation mit der Außenwelt war völlig unmöglich. 69 Tage Hoffnung SzenenbildOhne zu wissen, ob die Grubenarbeiter die Katastrophe überhaupt überlebt haben, startete man eine groß angelegte Rettungsaktion, die schließlich nach 17 Tagen einen Erfolg in Form von dem Empfangen von Lebenszeichen der „33“ verzeichnete. Weltweite mediale Aufmerksamkeit war den Minenarbeitern von Copiapó nun endgültig gewiss, denn nun konnte Kontakt zu den Männern aufgebaut werden und Experten aus aller Welt wurden eingeflogen, um mit gemeinsamer Kraft ihre Befreiung zu bewältigen. Eine Chronik der dramatischen Ereignisse in Chile lieferte nun die Mexikanerin Patricia Riggen („Himmelskind“, „La misma luna“) in Form ihres Spielfilms „69 Tage Hoffnung“ (OT „The 33“), der zwar sehr konventionell und wenig originell geraten ist, aber dennoch solides und altmodisches Katastrophenfilmkino liefert.

Der Film beginnt mit einer knappen und ziemlich stereotypen Einführung seiner sympathischen Hauptfiguren. Im Mittelpunkt des Films steht „Super“ Mario Sepúlveda (Antonio Banderas), der Minenarbeiter, der später zum selbsternannten Anführer der Gruppe wurde. „69 Tage Hoffnung“ beginnt einen Tag vor dem Unglück und zeigt die Kollegen beim ausgelassenen und fröhlichen Feiern mit ihren Familienangehörigen und etabliert hier ein gutes Gefühl für ihre Kameradschaft. Ein paar der Persönlichkeiten stehen hier mehr im Vordergrund, neben Familienmann Sepúlveda auch seine Frau Katty (Kate del Castillo), sein integrer Vorarbeiter Luis „Don Lucho“ Urzúa (Lou Diamond Phillips), Edison „Elvis“ Peña (Jacob Vargas), der kurz vor der Rente stehende Mario Gómez (Gustavo Angarita), der alkoholabhängige Darío Segovia (Juan Pablo Raba) und seine Schwester María (Juliette Binoche), die später zum großen Sprachrohr der Angehörigen wird. Nach diesen kurzen Charaktereinführungen zeigt der Film dann die Ereignisse des 5. August 2010. Es kommt zur obligatorischen Szene, in der der verantwortungsvolle Don Lucho seinen geldgierigen Boss vor der Instabilität der Mine warnt, was mit einem Achselzucken abgetan wird. Unter Tage angekommen dauert es auch nicht allzu lange, bis es bereits zum spektakulären Einsturz der Mine kommt, vor dem die Männer gerade so noch wie durch ein Wunder ins sogenannte Refugium retten können. 69 Tage Hoffnung SzenenbildSchnell stellt sich heraus, dass die Lebensmittel äußerst knapp sind, der Funk nicht funktioniert und die Leitern in den Belüftungsschächten unvollständig sind.

In der Folge springt Riggen zwischen der verzweifelten und zunehmend angespannten Situation bei den Bergmännern und den Reaktionen über der Erde. Da sind die aufgebrachten Angehörigen, die zunächst lange kaum mit Informationen über das Unglück versorgt werden, da die zuständige Bergbaufirma kaum Hoffnung für die Verschütteten sieht. Hinzu kommen dann Chiles Minister für Bergbau Laurence Golborne (Rodrigo Santoro), der von Präsident Sebastián Piñera (Bob Gunton) nach Copiapó abgesandt wird, um die Situation zu klären. In der Mine beginnen währenddessen erste Streits um die Essensrationen…

„69 Tage Hoffnung“ ist über weite Strecken eine überaus vorhersehbare Angelegenheit, die dem Katastrophenfilmgenre keine neuen Facetten abgewinnen kann. Schritt für Schritt liefert der Film erzählerisch genau das, was man erwartet. Das liegt jedoch nicht nur daran, dass der Ausgang des Films vorher schon klar ist. Die Erzählweise des Films ist arg konventionell ausgefallen, es gibt keine interessante Perspektive oder überraschende filmische Herangehensweise. Echte Spannung kommt so kaum auf. Eine wahrhaftige emotionale Bindung zu den Figuren oder eine tatsächliche Identifikation mit ihnen fällt nicht allzu leicht, da sie schlichtweg nur sehr rudimentär charakterisiert sind und auch kein spezieller Fokus gewählt wurde. Eine spannende Dynamik zwischen den sehr eindimensionalen und wenig interessanten Figuren kommt nur in Ansätzen auf. Unter Tage steht ohne Frage Super Mario im Vordergrund, der von Antonio Banderas mit viel an Overacting grenzender Inbrunst portraitiert wird. Er schwingt zahlreiche Motivationsreden, die sich tonal sehr gut in den Film einfügen. Neben ihm weiß jedoch ganz besonders der notorisch unterschätzte Lou Diamond Phillips mit einer subtil bewegenden und aufrichtigen Performance zu glänzen, die das echte Herz des Films bildet.

Etwas irritierend wirkt die Präsenz von der französischen Weltklasse-Aktrice Juliette Binoche, die hier eine Chilenin spielen darf (ursprünglich war hier Jennifer Lopez besetzt, die jedoch wieder absprang). Ebenso befremdlich ist die Besetzung des Iren Gabriel Byrne als Ingenieur André Sougarret und des Amerikaners Bob Gunton als chilenischer Präsident. 69 Tage Hoffnung SzenenbildDieses internationale Casting wirkt aber erfreulicherweise nur befremdlich, wenn man die Herkunft der Darsteller kennt. Hinzu kommt natürlich die insgesamt etwas kurios anmutende Entscheidung, den Film auf Englisch zu drehen, was angesichts internationaler Vermarktbarkeit aber auch wieder nachvollziehbar ist.

„69 Tage Hoffnung“ ist erwartungsgemäß ein Film über menschlichen Selbsterhaltungswillen und Überlebenskampf, aber auch über Zusammenhalt unter und über Tage, sowohl national als auch international. Eine fesselnde politische Dimension in Form von Ausbeutung der Ereignisse wird auch leider nur angedeutet. Interessant wird der Film besonders dann, wenn der Kontakt zur Außenwelt hergestellt wird und die Bergarbeiter zu medialen Stars werden. Ihre Gesichter finden sich plötzlich auf T-Shirts wieder, die neben Bechern und anderen Merchandising-Artikeln um das mittlerweile gigantische Camp verkauft werden. Kamerateams aus aller Welt sind wochenlang vor Ort (echtes Nachrichtenmaterial verschiedener internationaler Sender wird eingebaut), die mittlerweile mit Lebensmitteln und frischer Kleidung versorgten Bergmänner sind im Fernsehen zu sehen, sprechen mit dem Präsidenten und machen schließlich sogar lukrative Bücherdeals aus. So erweist sich der letzte Akt als stärkster Teil des Films, bei dem auch die aufwändigen Rettungsmaßnahmen zu packen wissen. Sehr schön ist der schwarz-weiß gehaltene obligatorische Epilog am Ende des Films, bei dem die realen „33“ zusammenkommen. Im Angesicht dieser realen Gesichter kommt der Gedanke auf, dass eine dokumentarische Aufarbeitung der Ereignisse vielleicht doch die spannendere Herangehensweise gewesen wäre.

„69 Tage Hoffnung“ ist beileibe kein schlechter Film, ein außergewöhnlicher ist er aber wahrhaftig auch nicht. Es handelt sich hierbei vordergründig um eine brave, etwas banale, sehr menschliche und wohl auch realitätstreue Aufarbeitung außerordentlicher historischer Ereignisse, der es aber insgesamt an echtem Punch und Fokus fehlt. 69 Tage Hoffnung SzenenbildBonuspunkte gibt es für die überzeugende Inszenierung des Zusammenbruchs der Mine und der starken Filmmusik von James Horner, dem der Film nach seinem überraschen Tod gewidmet wurde. Der Film ist eine standesgemäße, aber mutlose Huldigung an diese heldenhaften Männer, die mit sichtbarem Aufwand und Liebe zum Detail inszeniert wurde, ein emotional tiefgreifendes Erlebnis ist „69 Tage Hoffnung“ aber dennoch nur bedingt.

Bild
Technisch präsentiert sich die Blu-ray auf gutem bis sehr gutem Niveau. Das digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Bild zeichnet sich durch starke Schwarz- und Kontrastwerte und hohe Schärfe und Detailumfang aus. Darüber hinaus offenbart sich eine lebendige und facettenreiche Farbpalette, die dennoch weitestgehend natürlich wirkt. Der Film spielt natürlich zu großen Teilen bei dunklen Lichtverhältnissen, was der Blu-ray-Transfer leider nicht ohne gelegentliches deutlich sichtbares Rauschen bewerkstelligen kann.

Ton
Besonders auffällig an der überaus lebendigen und aktiven Tonspur der Blu-ray ist die häufige wuchtige Befeuerung des Subwoofers. Gerade beim Einsturz der Mine und den vielen Bohrarbeiten wackelt das ganze Wohnzimmer. Die Effektivität dieser Momente wird aber nicht nur über die tiefen Töne der Bassbox erzeugt, sondern auch über eine sehr differenziert abgestimmte Surroundbeschallung. Überhaupt sind die umliegenden Kanäle fast permanent für atmosphärische Geräusche und James Horners schöne Filmmusik im Einsatz. Stimmen sind klar und deutlich abgemischt und zeigen starke Präsenz. 69 Tage Hoffnung SzenenbildEin durch und durch überzeugendes und dynamisches Klangerlebnis.

Extras
Enttäuschend fällt das Bonusmaterial der Blu-ray aus. Hinter den Titeln „Der Stolleneinbruch“ und „Die Welt blickte auf die Geschehnisse“ könnte man ausführliche Dokumentationen erwarten, gerade auch weil auf der Rückseite der Blu-ray zu beiden Features ein vielversprechender Begleittext Gehaltvolles vermuten lässt. Weit gefehlt, denn hier liegen lediglich zwei Featurettes mit einer Länge von drei bis vier Minuten vor, die zwar interessant sind, aber letztlich nur wie Trailer für längere Dokumentationen wirken. Der Stolleneinbruch (03:54 Min.) Die Welt blickte auf die Geschehnisse (03:05 Min.) USA-Kinotrailer (02:34 Min.)


Fazit:
„69 Tage Hoffnung“ ist eine standesgemäße und sehr konventionelle und formelhafte Aufarbeitung des Grubenunglücks von Copiapó, die solide und mit Liebe zum Detail inszeniert ist, aber nur bedingt emotional zu packen weiß.

by Florian Hoffmann
Bilder © Warner Home Video