Zu Ende ist alles erst am Schluss

Les souvenirs (2014), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Neue Visionen

-> Trailer anschauen

Zu Ende ist alles erst am Schluss Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Romain Esnard ist jung und hat das ganze Leben noch vor sich. Sein Vater Michel ist Postbeamter alter Schule und geht gerade in Rente. Seine geliebte Großmutter Madeleine musste jüngst ins Seniorenheim und sein Opa ist gerade gestorben. Eigentlich interessiert sich Romain für Literatur und vielleicht möchte er auch ein Buch schreiben, doch die ganz normalen Familiengeschichten halten ihn in Atem. Das Seniorenheim findet Oma Madeleine so scheußlich, dass sie urplötzlich Reißaus nimmt und spurlos verschwindet. Familie Esnard, beziehungsweise das, was von ihr übrig ist, gerät in noch größeren Aufruhr. Vater Michel, ohnehin konsterniert über den eigenen Ausstieg aus dem Leben, kriegt einen Wutanfall nach dem nächsten. Und Romains Mutter erklärt, dass sie die Scheidung will. Eines Tages findet Romain in seinem Briefkasten eine Postkarte und darin einen kleinen Hinweis, an welchem Ort nach Madeleine zu suchen ist. Romain macht sich auf den Weg an die Nordküste Frankreichs und begegnet nicht nur einem unverhofften Tankstellenorakel, das Auskunft über die große Liebe gibt, sondern auch Erinnerungen an erste und späte Dinge des Lebens.

Michel Blanc, Chantal Lauby und Annie Cordy | mehr Cast & Crew


Zu Ende ist alles erst am Schluss - Trailer


Zu Ende ist alles erst am Schluss - Trailer


DVD und Blu-ray | Zu Ende ist alles erst am Schluss

Blu-ray
Zu Ende ist alles erst am Schluss Zu Ende ist alles erst am Schluss
Blu-ray Start:
02.10.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.
DVD
Zu Ende ist alles erst am Schluss Zu Ende ist alles erst am Schluss
DVD Start:
02.10.2015
FSK: 0 - Laufzeit: 90 min.

Filmkritik Zu Ende ist alles erst am Schluss

Filmwertung: | 6/10


Eine weitere Romanverfilmung erreicht Deutschland diesen Monat aus Frankreich. Mit dem Roman „Les Souvenirs“ aus dem Jahre 2011 liefert Schriftsteller David Foenkinos die Vorlage zur Tragikomödie „Zu Ende ist alles erst am Schluss“. Diese ist übrigens nicht die erste Verfilmung: Bereits vor vier Jahren erschien mit „Nathalie küsst“ (Original: „La délicatesse“) und einer wundervollen Audrey Tautou in der Hauptrolle Foenkinos kommerziell erfolgreichstes Buch auf der Kinoleinwand.

Nachdem sein Opa stirbt, sehen Romain (Mathieu Spinosi, „Clem“) und sein Vater Esnard (Michel Blanc, „Madame Mallory und der Duft von Curry“) keine andere Wahl, als seine Großmutter Madeleine (Annie Cordy, „137 Karat – Ein fast perfekter Coup“) ins Altersheim zu bringen. Doch nicht nur, dass es ihr dort nicht gefällt, eines Tages büxt die quirlige Rentnerin sogar aus und taucht unter. Neben den Eheproblemen seiner Eltern liegt es an Romain, sie wiederzufinden. Durch geheimnisvolle Postkarten scheint er dem Standort seiner Oma auch näher kommen zu können. Eine Reise in den Norden Frankreichs wird dabei für ihn selbst zum kleinen Selbstfindungstrip.

Der nationale Filmverleih hat zugeschlagen und den wunderschönen Titel, der ins Deutsche übersetzt auch sehr treffend und passend „Die Erinnerungen“ heißen würde, in ellenlanges Kauderwelsch verpackt. „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ besteht quasi aus zwei separaten Handlungssträngen: Natürlich liegt der Fokus auf der Suche nach der vermissten Oma. Doch auch die Probleme in der Ehe von Vater und Mutter werden stark in den Vordergrund gerückt. Und auch wenn der Plot nicht besonders originell ist, so ist er zumindest sehr menschlich und authentisch.

Die Schwierigkeit liegt in der Umsetzung, denn zum Einen scheint ein roter Faden und zum Anderen eine gewisse Spannung zu fehlen. Schauspieler und gelegentlicher Regisseur sowie Drehbuchautor Jean-Paul Rouve (international aus „La Vie En Rose“ bekannt) stellt den Generationskonflikt chaotisch, aber zumindest mit einer guten Prise Selbstironie dar. Damit hat sich auch die Sache mit der obwohl im Trailer stark so suggerierten komödiantischen Seite des Streifens erledigt. Ansonsten kann man eigentlich fast ausschließlich von einem eher dramatischen Thema sprechen, dass zwar auch rührende Momente bereit hält, aber irgendwie nicht ganz so tief durchdringt.

Da helfen auch die gar nicht schlechten und durchaus sympathischen Darsteller kaum: Trotz guter Leistung schaffen weder Spinosi alias Romain noch sein Filmvater Michel Blanc den Streifen zu tragen. Und da es zusätzlich keine besonders betrachtenswerte Bilder gibt, ist es eher zweifelhaft, ob sich bei „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ das Kinoticket wirklich lohnt. Freunde des französischen Films werden aber sicherlich trotzdem ihren Gefallen finden. Denn der typische Charme ist vorhanden. Und so kann man sich auch gerne mal trauen, eine etwas dramatischere Produktion von nebenan anzusehen – nur vielleicht erst als DVD-Start.


Fazit:
Hierbei handelt es sich leider nur um einen durchschnittlichen Streifen aus dem französischen Raum, der sonst eigentlich fast durchgehend für gute Beiträge bekannt ist. Im Kino lohnt sich „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ nicht unbedingt, vor Allem nicht für das Mainstream-Publikum. Fans des Genres bzw. der Stilistik unserer Nachbarn werden trotzdem belohnt.
by

Bilder © Neue Visionen