Zoolander No. 2

Zoolander No. 2 (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Zoolander No. 2 Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Die Welt braucht Derek Zoolander mehr denn je! Denn bereits mehrere Berühmtheiten wurden ermordet. Und alle haben während ihres letzten Atemzugs noch schnell ein Selfie im „Blue Steel“-Look gemacht. Eigentlich hat die Modebranche Derek (Ben Stiller) vergessen und er will auch nichts mehr mit ihr zu tun haben. Er und Hansel (Owen Wilson) haben sich zur Ruhe gesetzt. Doch ohne ihre Hilfe ist die gesamte VIP-Welt in großer Gefahr. Dass auch Modezar Mugatu (Will Ferrell) wieder seine Finger im Spiel zu haben scheint, macht das Ganze nicht einfacher. Die Rettung aus dieser mehr als bedrohlichen Lage erfordert den geballten Intellekt der beiden Ex-Models. Die notwendige Unterstützung bekommen sie dabei von der resoluten Montana Grosso (Penélope Cruz), die immer noch darunter leidet, dass sie wegen ihrer beachtlichen Oberweite als Model nie High Fashion präsentieren durfte, sondern auf Bademoden und Unterwäsche reduziert war.
Wer also steckt hinter den schrecklichen Morden? Können Derek und Hansel die Welt noch einmal retten? Was ist aus Dereks Sohn (Cyrus Arnold) Derek Jr. geworden? Wie sieht der von Derek neu entwickelte Look ‚Purpose‘ aus? Und vor allem: If God exists, why did he make ugly people?


Ben Stiller, Owen Wilson und Penélope Cruz | mehr Cast & Crew


Zoolander No. 2 - Trailer




DVD und Blu-ray | Zoolander No. 2

Blu-ray
Zoolander No. 2 Zoolander No. 2
Blu-ray Start:
16.06.2016
FSK: 12
DVD
Zoolander No. 2 Zoolander No. 2
DVD Start:
16.06.2016
FSK: 12

Filmkritik Zoolander No. 2

Filmwertung: | 5/10


15 Jahre hat es gedauert, bis Ben Stiller und Co. nach mehreren vergeblichen Anläufen die Fortsetzung des nun schon als modernen Komödien-Klassiker zu bezeichnenden „Zoolander“ präsentieren konnte. Während der erste Film in den USA kurz nach dem 11. September veröffentlicht wurde und womöglich wegen des kollektiven Traumas eine milde finanzielle Bauchlandung hinnehmen musste, entwickelte sich Stillers schrille Farce über die hohle Modewelt mit der Zeit zum echten, enorm zitierbaren Kulthit. Zoolander No. 2 SzenenbildDie Rufe nach einer Fortsetzung waren immer wieder groß, bis Stiller schließlich nachgab – angesichts der vergangenen Zeit und des eher kleinen Einspielergebnisses des ersten Films schon ein Wagnis. Umso erstaunlicher ist es, dass es Stiller und seinen drei Autoren nach 15 Jahren nicht gelungen ist, einen besseren und inspirierteren Film zu produzieren. Wie schon die anderen beiden verspäteten Fortsetzungen zu den beliebten Komödienhits „Dumm und Dümmer“ und „Anchorman“ baut man hier viel auf zahlreiche Anspielungen auf das Original, aufgewärmte Gags und Vertrautheit im Allgemeinen ohne wirklich neue und clevere Ideen einzubauen. Man setzt primär auf Übertreibung und Overkill. Wie so viele Fortsetzungen leidet auch „Zoolander 2“ an der Krankheit, von allem mehr bieten zu wollen, wobei letztlich fast jede Magie ausgesaugt wird, die der erste Film noch besaß.

Die Handlung ist hier letztlich nur nebensächlich, viel mehr geht es um eine Ansammlung völlig absurder und überdrehter Momente. Grob gesagt geht es um eine weltweite Verschwörung, bei der zahlreiche wunderschöne Popsternchen umgelegt werden, die alle in ihrem Sterbensmoment scheinbar den legendären „Blue Steel“ Look des ehemaligen männlichen Supermodels Derek Zoolander (Ben Stiller) auf dem Gesicht haben. Zoolander selbst hat sich nach einem (hier nicht erwähnten) persönlichen Schicksalsschlag vom internationalen Fashionbusiness zurückgezogen und zum Eremit erklärt. Er lebt nun in völliger Abgelegenheit und Einsamkeit in der eisigen Tundra, bis er schließlich von Interpol unter der Führung der Agentin Melanie Valentina (Penélope Cruz) ebenso wie Zoolanders ehemaliger Kompagnon Hansel (Owen Wilson) rekrutiert wird, um in der Römer Fashionwelt beim Aufklären der Morde Unterstützung zu leisten. Auch Hansel hat der Welt den Rücken gekehrt und sich zurückgezogen, warum wird in einem durchaus amüsanten und rasanten Prolog erklärt. Dem geht eine arg ausgedehnte Verfolgungsjagd mit Justin Bieber zuvor, die wie eine Parodie auf Action- und Spionagefilme rüberkommt. Die darauf folgende Sequenz liefert eine Timeline der Ereignisse von 2001 bis heute, bei der auch Zoolander-Neueinsteiger mit genügend Hintergrundwissen versorgt werden, um dem Film problemlos folgen zu können.

„Zoolander 2“ ist insgesamt eine große Enttäuschung. Von Beginn an fühlt sich der Film überladen an und wirkt in seinen dauerhaften Versuchen, Lacher mit den absurdesten Situationen zu erzielen extrem bemüht und fast schon verzweifelt. Zoolander No. 2 SzenenbildHier und da flackert immer wieder etwas Spaß auf und der Film ist wegen seiner manischen Rasanz, seiner extrem hohen Gagdichte und der oft perplex machenden Offenbarung puren Wahnsinns durchaus konsequent unterhaltsam. Viel zu oft wird jedoch versucht an Momente aus dem ersten Film zu erinnern und diese entweder zu wiederholen oder mehr schlecht als recht zu variieren („Orange Mocca Frappuccino!“, das Minihandy, „Wer bin ich?“-Grüblerei, Orgien mit Hansel). Dieser Wiedererkennungsmoment funktioniert zwar tatsächlich stellenweise, insgesamt vertraut der Film aber zu viel darauf. Eine bissige und satirische Betrachtung der leeren Modewelt lässt der Film leider auch fast völlig vermissen. Immer wieder wird auch auf die Tatsache angespielt, dass Derek und Hansel nun irrelevante Antiquitäten in der hippen Modewelt sind, warum das so ist, wird nie so recht klar, vielleicht ist das aber auch Teil des Witzes.

Zu allem Übel ist der Film mit einer Vielzahl nerviger und irritierender Nebenfiguren bevölkert, allen voran ein Hipster-Prototyp-Fashion-Designer (Kyle Mooney), dessen hyperaktive Art schmerzhaft unlustig und einfach unausstehlich ist. Etwas besser weg kommt Kristen Wiig, die als eine grotesk aufgespritzte Donna Versace Parodie namens Alexanya Atoz kaum erkennbar ist. Die Sache wird dadurch noch problematischer, dass den Figuren extrem in die Länge gezogene und zum absoluten Großteil völlige unlustige Monologe in den Mund gelegt wird. Man hat das Gefühl, dass durch dieses kaugummiartige Ziehen die Witze förmlich verzweifelt gejagt werden, dass man hofft, dass irgendwann doch ein Lacher sitzt. Überhaupt ist dem Film eine latente Verzweiflung anzumerken, so grell, absurd und unverschämt wie möglich zu sein, dem Übertriebenen immer noch eine Stufe Übertriebenheit aufzusetzen. Man muss sich immer wieder regelrecht vorstellen, wie Stiller, Theroux, Stoller und Hamburg zusammensitzen und versuchen, sich mit ihren Witzen gegenseitig zu übertrumpfen: „Hey, wäre es nicht unglaublich lustig, wenn…“ – und alle lachen sich über ihre Ideen kaputt. Doch was auf dem Papier vielleicht wie ein humorgeladener Geniestreich wirkt, fällt in Filmform immer wieder spürbar flach. Zoolander No. 2 SzenenbildLetzten Endes ist das alles trotz spürbarer Energie der Beteiligten eher ermüdend und läuft Gefahr, alle Sympathien, die durch den ersten Film aufgebaut wurden, zu verspielen.

Einen Großteil seines verzweifelten Humors will der Film aus einer Armada von Cameo-Auftritten beziehen, die hier nicht verraten werden. Während im ersten Teil viele dieser Auftritte bekannter Persönlichkeiten noch ernsthaft inspiriert und überraschend wirkten, wartet man im zweiten Teil regelrecht ständig auf den nächsten Promi. Mit wenigen Ausnahmen verpuffen diese Momente aber auch, da mit den Stars aus Film-, Musik- und Fashionwelt ohnehin meistens überhaupt nichts weiter angefangen wird und sie zu reinem Selbstzweck verkommen. Seine Tendenz, permanent auf ikonische Momente des ersten Films anzuspielen und diese dann ohne das gewohnte komödiantische Timing zu variieren, führt der Film auch in den Cameos fort. David Bowie wird mit einem sehr ähnlich inszenierten Auftritt einer anderen Musikikone (inklusive Standbild und Bildunterschrift) ersetzt, der zugegebenermaßen einer der gelungensten und lustigsten Momente des Films ist. Auch ein weiterer Star, der vor allem als Star einer populären TV-Serie in den letzten Jahren von sich reden ließ, hat sogar mehrere erstaunlich gelungene Momente. Der im Trailer bereits gespoilerte Auftritt von Justin Bieber in der hektischen Eröffnungsszene des Films ist leider sträflich unlustig, lässt ein Gespür für Rhythmus vermissen und ist darüber hinaus erstaunlich überflüssig und belanglos. Auch enttäuschend ist der Miniauftritt von Benedict Cumberbatch, der ein Transgender Model spielt. Einen so seriösen Darsteller in ein derart bizarres Kostüm zu stecken soll eben fast alleine ausreichen, um Lacher zu generieren.
v Spürbar lebendig und aufgepeppt wird der Film durch den recht späten und sehr willkommenen Auftritt von Will Ferrell als Jacob Mugatu, der mit deutlicher Spielfreude und inspiriertem Wahnsinn das Ruder fast nochmal rumreißt. Ihm gehören einige echte Lacher, die dem Film etwas Spritzigkeit und Dynamik verleihen, aber ganz funktionieren will der Film auch in seinem letzten Drittel nicht. Man spürt einfach, dass Stiller und Co. alles auf die Leinwand werfen, was ihnen einfällt, wodurch schlicht alles sehr chaotisch und irrsinnig wirkt. Natürlich baute der erste Film auch auf abgedrehte Absurdität, aber dort fühlte sich alles bedeutend frischer, kontrollierter und letztlich selbstbewusster an. Man hat das Gefühl, dass Stiller kein echtes Gefühl für die Zuschauer hat und einfach ganz viel ausprobiert. Zoolander No. 2 SzenenbildSouveränität und ein wirkliches Gespür für das Kombinieren von absurder Komik und dennoch unterschwelliger, scharfsinniger Satire wie auch in seinen anderen komödiantischen Regiearbeiten „Cable Guy“ und „Tropic Thunder“ geht „Zoolander 2“ leider völlig ab.

Trotz aller Schwächen kann durchaus gesagt werden, dass der Film durchaus einige amüsante Momente hat, die auch den ein oder anderen Lacher hervorrufen können. Zum Schreien komisch wie der erste Film (der natürlich auch eine bestimmte Art von Humor voraussetzt) ist Teil Zwei aber leider bei weitem nicht.


Fazit:
Die von vielen Fans der mittlerweile kultigen Fashion-Farce „Zoolander“ lange erwarte Fortsetzung erweist sich leider als überraschend bemühte und uninspirierte Angelegenheit, dessen Humor fast jede Leichtigkeit und Frische vermissen lässt. Zu oft wirkt der Film arg bemüht und fast schon unsicher, hin und wieder sitzt aber auch mal ein Lacher.
by

Bilder © Paramount Pictures Germany