Zaytoun

Zaytoun (2012), Großbritannien / Israel
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Abenteuer / Thriller / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Senator Filmverleih

Zaytoun Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Den palästinensischen Flüchtlingsjungen Fahed (ABDALLAH EL AKAL) und den über Beirut abgeschossenen israelischen Kampfpiloten Yoni (STEPHEN DORFF) verbindet auf den ersten Blick nichts. Doch ein Zufall macht aus den einstigen Feinden verbündete Weggefährten. Sie wollen zurück nach Israel und begeben sich auf den Weg durch ein vom Krieg zerrissenes Land! Heimat für beide, aus der der eine, Fahed, vertrieben wurde und für die der andere, Yoni, in einem zerstörerischen Krieg kämpft. Während Yoni nur nach Hause will, versucht Fahed vor allem den letzten Willen seines verstorbenen Vaters zu erfüllen: Den letzten verbliebenen Olivenbaum der Familie zurück in ihr palästinensisches Heimatdorf zu bringen.
Während sie anfangs lediglich der Wille zu überleben aneinander bindet, entwickelt sich aus ihrer durch tiefes Misstrauen geprägten Feindschaft allmählich eine sehr besondere, wunderbare Freundschaft...


Stephen Dorff, Abdallah El Akal und Alice Taglioni | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Zaytoun

Blu-ray
Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde
Blu-ray Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.
DVD
Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde
DVD Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.

Filmkritik Zaytoun

Filmwertung: | 6/10


Der neue Film “Zaytoun - Geborene Feinde - Echte Freunde” (Originaltitel: “Zaytoun”, Großbritannien / Israel, 2012) von dem israelischen Regisseur Eran Riklis (“Lemon Tree” (2008) und “Die syrische Braut” (2004)) möchte vor allem ein Freundschafts-Roadmovie sein, anstatt im Film das Politische dominieren zu lassen.
Der 12-jährige Fahed (Abdallah El Akal) lebt im Jahr 1982 mit seinem Vater und Großvater in einem palästinischen Flüchtlingscamp in Beirut (Libanon). Bei einem Bombenangriff kommt sein Vater ums Leben und so schließt er sich, um Rache nehmen zu können, der PLO an. Bei dem Angriff stürzt auch der israelische Pilot Yoni (Stephen Dorff) ab und wird von der PLO gefangen genommen. Fahed erkennt eines Tages die Chance, mit Hilfe des Piloten in seinen Heimatort in Palästina zurückzukehren und auf dem ehemaligen Familiengrundstück den kleinen und vom Vater liebevoll gepflegten Olivenbaum einzupflanzen (‚Zaytoun’ ist das arabische Wort für Olive). Deshalb befreit er Yoni und es beginnt eine gefährliche Flucht durch den Libanon bis hin zur israelischen Grenze.

Vor 20 Jahren stieß der palästinische Student Nader Rizq in einer amerikanischen Universitätsbibliothek auf das Drehbuch zu dem Film „Platoon“ (1986), seitdem wurde das Drehbuchschreiben zu seinem Hobby. Die nächsten Jahre arbeitete er an einer Geschichte, welche zeigen soll, was es bedeutet, ein Palästinenser zu sein. Durch einen Wettbewerb wurde der Produzent Fred Ritzenberg auf den Autor und das Drehbuch aufmerksam. Durch diesen und den israelischen Regisseur Eran Riklis wurde die palästinische Sichtweise durch die israelische Sicht ergänzt, so dass die Geschichte einen ausgewogenen Standpunkt einnimmt. In diesem Sinne verschafft der Film einen guten Einblick in die politische Situation der Zeit und versucht die Beweggründe beider Seiten zu vermitteln. Zudem zeigt der Film auch gut, wie Kinder, die in Krisengebieten leben, damit umgehen und spielerisch ihre Kindheit versuchen zu bewahren. Der erste Teil des Films als Portrait über Kinder, die in solchen Zeiten trotzdem immer noch Kinder sind und vieles als Spiel betrachten, ist gut gelungen. Der Fokus der Filmemacher im zweiten Teil des Filmes liegt dann aber nicht mehr in einer Darstellung der Gesamtsituation, sondern vor allem auf der aufkeimenden Freundschaft zweier scheinbar grundsätzlicher Menschen. Und da liegt auch der große Schwachpunkt des Films. Die Freundschaftsgeschichte entwickelt sich zu typisch, um den Betrachter rühren zu können. Eine unsentimentalere Darstellung hätte dem Film nicht geschadet. Der Film wurde komplett in Israel gedreht und die Filmmacher, die stetig um Authentizität bemüht waren, schaffen es, dem Zuschauer realistisch wirkende Eindrücke vom Libanon und Israel dieser Zeit zu vermitteln. Im Gesamten ist der Film solide gemacht. Die Musik ist passend arrangiert und die Schauspieler wurden sehr gut ausgewählt. Stephen Dorff, der bekannte amerikanische Darsteller, mimt überzeugend den verletzten und verletzlichen, israelischen Piloten. Der 13-jährige Abdallah El Akal, der bereits einmal zusammen mit dem Regisseur Riklis für den Kurzfilm „A Soldier and a Boy“ (2011) zusammengearbeitet hat, schafft es, alle Facetten und Regungen der Hauptfigur perfekt darzustellen. Aber auch alle anderen Rollen wurden gut besetzt, vor allem die palästinischen Kinderdarsteller wurden gut ausgewählt und tragen viel zum leichten Humor, der über den ganzen Film vorhanden ist, bei.

Fazit: Trotz eines klaren politisch-brisanten Umfeldes, schafft es der Film, den Fokus auf die Geschichte der beiden Hauptpersonen zu konzentrieren. Das schafft, einerseits eine hübsche Geschichte von Freundschaft, aber anderseits einen zu süßlichen Grundton. Der Film ist dabei solide gemacht, sehr gut besetzt und kann zwar nicht mit überraschenden Wendungen aber mit guten Bildern überzeugen.

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Bilder © Senator Filmverleih