Wonder Woman

Wonder Woman (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Wonder Woman Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

„Wonder Woman“ kommt im nächsten Sommer weltweit in die Kinos: Dann nämlich kehrt Gal Gadot in diesem Action-Abenteuer auf die Leinwand zurück – Regie führt Patty Jenkins. Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Darauf verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial … und ihre wahre Bestimmung.

Gal Gadot, Chris Pine und Robin Wright | mehr Cast & Crew


Wonder Woman - Trailer




DVD und Blu-ray | Wonder Woman

Blu-ray
Wonder Woman Wonder Woman
Blu-ray Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 140 min.
Wonder Woman (3D Blu-ray) Wonder Woman (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 140 min.
Wonder-Woman (4K Ultra HD) Wonder-Woman (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 140 min.
DVD
Wonder Woman Wonder Woman
DVD Start:
02.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.

Filmkritik Wonder Woman

Filmwertung: | 8/10


Da ist er nun, der von den Fans des Superheldengenres herbeigesehnte Kurswechsel in Warners DCEU, und der heißt Wonder Woman. Der Film steht in einem starken Kontrast zu den von den Kritikern und der Fangemeinde gehassliebten Man of Steel und Batman v Superman: Dawn of Justice. Die Kritikerkollegen von Übersee sind jedenfalls angetan vom neuesten Beitrag aus Warner’schen Filmuniversum rund um die zahlreichen Superhelden aus dem Hause DC Comics.

Wonder Woman Szenenbild Wonder Woman handelt von Diana Prince (Gal Gadot), der Prinzessin der Amazonen vom Inselparadies Themyscira. Der Film zeigt, wie sie zu jener Frau wurde, die uns bereits in Batman v Superman: Dawn of Justice so eindrucksvoll vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine klassische Originstory, die die Ereignisse ihrer Kindheit bis hin zu ihrer ersten Begegnung mit der patriarchalischen Welt, welche ihre Heimat umgibt, schildert. Durch die Ankunft von Steve Trevor (Chris Pine) wird ihr Leben ordentlich durcheinandergebracht. Dieser kommt mit einer wichtigen Aufgabe daher, weswegen er schleunigst zurück in die Welt des ersten Weltkrieges zurück muss, um diesen zu beenden. Diana beschließt ihn zu begleiten und sich den Wirren des Krieges und ihrem Schicksal zu stellen.

Von Anfang an ist der Film bemüht zu zeigen, dass die Macher die Kritik an den vorangegangenen Filmen beherzigt haben. Zu düster, zu wenig Humor bzw. die Figuren nehmen sich in ihren Lebenslagen viel zu ernst und die Erzählstruktur erscheint wirr, weil sie stellenweise gestückelt und unzusammenhängend präsentiert sei. Alle, die gehofft haben, dass diese und weitere Punkte aus dem DCEU getilgt werden, können sich freuen, denn das ist definitiv geschehen, zumindest bei diesem Beitrag. So startet der Film in der Kindheit und geht über die Jugend hin zum eigentlichen Geschehen des Films. Immer wieder eingestreute Flashbacks, wie bei Man of Steel gehören hier eindeutig der Vergangenheit an. Wonder Woman bietet einen geradlinigen Erzählfluss und das kann getrost als das Ergebnis der harschen Kritik an den Vorgängern angesehen werden.

Das Beste am Film ist der Cast. Gal Gadot macht einen hervorragenden Job und zeigt spätestens hier, dass sich all jene geirrt haben, die ihre Besetzung als Wonder Woman im Vorfeld so heftig kritisierten. Sie überzeugt durch eine einnehmende Präsenz und verkörpert die Ideale einer Superheldin glaubhaft, souverän und leidenschaftlich. Auch die Chemie zwischen ihr und Chris Pine ist gelungen. Davon hätte der Film vielleicht sogar ein wenig mehr vertragen können, um das Ende des Films noch emotionaler zu gestalten. Dass Pine sowieso in einen solchen Film passt, muss an dieser Stelle eigentlich nicht erwähnt werden, wissen wir doch, dass er auch als störrischer Captain der Enterprise eine gute Figur macht. Doch das Bemerkenswerte ist jedoch, dass er im Grunde eine gegenteilige Rolle spielt. Wohingegen für Captain Kirk keine einzige Regel zu gelten scheint, verkörpert er hier nun eine Figur, die nur all zu sehr an die Konventionen der Gesellschaft gebunden ist. Erst durch das Zusammenspiel mit Gal Gadot entfaltet sich sein Charakter. Das passt sehr gut und fühlt sich toll an, das zu beobachten.

Aber auch anderweitig ist der sich aufzwängende Culture Clash gelungen, wobei das eine oder andere Schmunzeln nur schwer verborgen werden kann. Es ist schon lustig, wenn eine Wonder Woman in eine den Männern vorbehaltene Versammlung platzt und überhaupt nicht mitbekommt, dass das ein „Problem“ sein könnte. Dabei wird auf eine charmante Weise gezeigt, auf welch wackligen Füßen die Geschlechterunterschiede in unserer Gesellschaft eigentlich stehen. Amüsant und kritisch zugleich, ohne aber darauf herumzureiten. Herrlich!

Wonder Woman Szenenbild Das große Manko des Films ist u. a. jedoch die Story. Diese ist zwar straff erzählt, doch das Ziel ist von Anfang an klar und alles wirkt irgendwie offensichtlich. Das lässt natürlich kaum Spielraum für spannende Wendungen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass alles irgendwie so scheint, als hätte man alles schon einmal gesehen. Dabei geht es noch nicht einmal um die offensichtliche inhaltliche Ähnlichkeit zu Captain America: The First Avenger. Die potenzielle Komplexität des Antagonisten möchte sich nicht so recht entfalten. Dessen Motivation wirkt irgendwie aufgesetzt, als ob sie lediglich der ihm auferlegten Rolle im ganzen Geschehen entspringen würde. Die persönliche Komponente geht an dieser Stelle leider ein wenig unter.

Die Action hingegen kann man in zweierlei Hinsicht betrachten. Sicherlich, sie ist wuchtig und stylish choreografiert, wohl dosiert platziert und mit dem herrlich unkonventionellen Wonder Woman Theme von Junkie XL unterlegt. Das packt für den Moment und geht hier und da auch unter die Haut. Doch wird am Ende nichts wirklich Neues in dieser Hinsicht geboten.

Alles in allem hat man mit Wonder Woman einen guten Film, der zu unterhalten weiß. Darüber hinaus wirkt er jedoch eher wie ein Lückenfüller, um die Wartezeit bis zum ersten Mainevent des DCEU – Justice League – im kommenden November zu überbrücken. Nichts wird irgendwie vorangetrieben, zu konsequenzlos erscheint das Gesehene. Hier wäre durchaus mehr Mut drin gewesen, ohne den hier offengelassenen Raum für eine Fortsetzung zu gefährden.


Fazit:
Mit Wonder Woman präsentieren uns die Leute hinter dem DCEU einen Film, der beweist, dass sie nicht immun gegen die Wünsche und Kritiken der Fans sind. Mit einer deutlich optimistischeren Gangart, ohne die Düsternis der Vorgänger vollständig aufzugeben, kann Wonder Woman tatsächlich als eine Kurskorrektur beschrieben werden. Doch aus diesem Umschwenken gehen nicht nur positive Dinge hervor. Wir haben es hier mit einem weitestgehend kurzweiligen Film zu tun, der mit motivierten Darstellern und herrlich ironischen Untertönen punkten kann, der aber lediglich eine austauschbare Story und einen schablonenhaften Antagonisten zu bieten hat. Bis auf eine weibliche Hauptfigur fügt der Film dem Superheldengenre leider nichts wirklich Neues hinzu. Nichts desto trotz hat man es hier mit einem guten Film zu tun, der seine Schwächen durch die starke Darstellung der Charaktere wieder wettmachen kann.
by

Bilder © Warner Bros.