Wish I Was Here

Wish I Was Here (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch

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Wish I Was Here Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Aidan Bloom (Zach Braff) ist Ehemann, Familienvater und mäßig erfolgreicher Schauspieler, der auch mit 35 noch nicht wirklich im Leben angekommen ist. Statt im Leben voranzukommen, schafft er sich in Tagträumen seine eigene Welt. Als sein Vater die Privatschule für seine Kinder jedoch nicht mehr finanzieren kann, sieht sich Aidan gezwungen, die beiden selber zuhause zu unterrichten. Er wirft den normalen Stundenplan über Bord und erzählt seinen Kindern auf seine ganz eigene Art und Weise vom Leben – nicht, ohne dabei auch so Einiges über sich selbst zu lernen. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Zach Braff, Kate Hudson und Jim Parsons | mehr Cast & Crew


Wish I Was Here - Trailer




DVD und Blu-ray | Wish I Was Here

Blu-ray
Wish I Was Here Wish I Was Here
Blu-ray Start:
26.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 106 min.
DVD
Wish I Was Here Wish I Was Here
DVD Start:
26.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Wish I Was Here

Filmwertung: | 8/10


10 Jahre lang mussten seine Anhänger auf das nächste Projekt warten: Nach dem Erfolg von "Garden State" im Jahr 2004 erwarten Fans und Kritiker mit geschultem Auge, ob die zweite Regiearbeit "Wish I Was Here" von Zach Braff an das Lob und die Erfolge anknüpfen kann. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform "Kickstarter" sammelte Braff zudem die Hälfte des Budgets durch Spenden von Interessenten. Dass da das Endergebnis selbstverständlich doppelt sorgsam und kritisch begutachtet wird, hätte den Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseur unter Druck setzen müssen. So wie das fertige Produkt jedoch geworden ist, scheint Braff die Ruhe selbst gewesen sein zu müssen. Eine selten gesehene Harmonie herrscht in "Wish I Was Here" zwischen den Charakteren und dem Spagat zwischen Komödie und Tragik.

Die Geschichte, die Zach Braff zusammen mit seinem Bruder Adam auf die Beine gestellt hat, ist erneut direkt aus dem Leben gegriffen. Angefangen mit einem Geldkonflikt - der Hauptcharakter Aidan Bloom ist arbeitsloser Schauspieler und lässt seine Frau das Geld nach Hause bringen- wird der Film im Laufe der Zeit tiefsinniger, behandelt den Zusammenhalt von Familie, die Verwirklichung von Träumen sowie das Verhältnis zwischen Leben und Tod. Durch den typisch- angedrehten Zach-Braff-Humor stürzen die Emotionen aber nicht zu tief ab, sodass man weiterhin im spaßigen Sinne entertaint wird. Leider kann Braff - dem der Protagonist auffällig ähnelt - Comedy immernoch besser als Drama spielen. Dementsprechend wirkt die Trauer am Anfang des Films noch recht deplatziert. Als am Anfang klar wird, dass der Großteil des Streifens um die Krebserkrankung des Vaters des Protagonisten aufgebaut ist, kauft man Braff weder seinen Schock noch sein schablonenhaftes "Oh mein Gott" ab. Er wirkt -und es schmerzt mir sehr dies zu sagen- wie ein untalentierter Gemeindefestschauspieler und für einen kurzen Moment habe ich Angst, dass diese Art von im wahrsten Sinne des Wortes Trauespiel so verharrt. Doch ich weiß, er kann es besser und dann taut er (Gott sei Dank) im Laufe des Films in diesem Bereich doch noch auf, findet sich in die Rolle ein und lernt sie so besser auszudrücken.

Glücklicherweise behandelt Braff überhaupt Themen, die jeden betreffen können. Am Anfang des Streifens ist das jedoch nicht klar. Dem Zuschauer wird erst nur verraten, dass die Familie Bloom nicht mehr die Privatschule ihrer Kinder zahlen kann und dass sie einen verranzten Pool haben, der dringend renoviert werden soll. Diese Art von Probleme wirken für den Ottonormalverbraucher nicht so bodenständig wie gewünscht. Braff bekommt jedenfalls früh genug die Kurve und geht zu den Ursachen der Komplikationen über, so dass man ihm das verzeiht.

Auch wenn es offiziel so wirkt, da dass Multitalent alles in dem Streifen selbst in die Hand genommen hat: Zach Braff ist nicht alleiniger Star dieses Films, der um sich herum etwas aufgebaut hat. Einige seiner Co-Stars spielen ihn locker an die Wand. Beindruckend ist die Darstellung der erst 12-jährigen Joey King, die in dem Film als Aidan Blooms Tochter Grace zusehen ist. Ungeniert rasiert sich die sehr konservative Schülerin in einer Szene den Kopf kahl und scheint auch so die geistige Reife eines erwachsenen, alten Schauspielhasen mitzubringen. Allein durch einen Blick in ihre glänzenden Kulleraugen schafft King es, pure Emotion in dem Zuschauer auszulösen. ,

"Homeland"-Darsteller Mandy Patinkin überzeugt als zynischer, gefühlskühler Vater, der an Krebs erkrankt ist, dass er mir mit wenig Mimik und Gestik die Tränen in die Augen treibt. Unterstützung bekommt Braff außerdem noch von vielen bekannten Gesichtern. Kate Hudson mimt Braffs Ehefrau Sarah Bloom und feiert dabei ihr Leinwandcomeback mit einer soliden Leistung. In Nebenrollen sind außerdem noch Zach Braffs bester Freund aus "Scrubs"-Zeiten Donald Faison ( Autovekäufer "Anthony"), Ashley Greene aus dem Twilight-Franchise ("Janine") und "The Big Bang Theory"-Held Jim Parsons ("Paul") zu sehen.

Außer sein Können als Schauspieler und Autor beweist Braff, dass er ein guter Regisseur ist. Die Bilder sind sehr ansprechend und berührend. Bei den Szenen im Meer zum Beispiel fühlt man den Geruch von Salz in seiner Nase. Das beinahe komplette Ausblenden von Ton in emotionalen Szenen stellt eine auf der Haut spürbare Intensivität an. Ich bin beeindruckt, denn wie viele Schauspieler wünschen sich auch Regisseure zu sein und scheitern kläglich dabei.

"Wish I was Here" ist seines Vorgängers würdig. Spielte "Garden State" noch die Teenager-Zielgruppe an, erweitert Braff hier und spricht nun Leute in seinem Alter an. Man merkt seine eigene persönliche Weiterentwiclung. Wie eine kleine Fortsetzung des Films und zudem seiner selbst. Von mir bekommt er deswegen und wegen der tollen Darsteller 8 Punkte.
by Jennifer Mazzero

Bilder © Wild Bunch