Winter's Bone

Winter's Bone (2010), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

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Winter's Bone Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Die 17jährige Ree Dolly (Jennifer Lawrence) begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater, der das Haus seiner Familie als Kaution eingesetzt hat und dann spurlos verschwunden ist. Getrieben von der Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren und in den Wäldern der Ozarks zu stranden, stellt sich Ree gegen den Schweigekodex ihrer am Rande der Gesellschaft lebenden Verwandschaft und riskiert das Leben, um ihre Familie zu retten. Nach und nach lichtet sie das verwandschaftliche Gestrüpp aus Lügen, Ausflüchten und Bedrohungen und beginnt, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Jennifer Lawrence, Isaiah Stone und Ashlee Thompson | mehr Cast & Crew


Winter's Bone - Trailer




DVD und Blu-ray | Winter's Bone

Blu-ray
Winter's Bone Winter's Bone
Blu-ray Start:
18.10.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.
DVD
Winter's Bone Winter's Bone
DVD Start:
18.10.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Winter's Bone

Filmwertung: | 10/10


Die 17jährige Ree Dolly wohnt mit ihren jüngeren Geschwistern Sonny und Ashlee in den Ozark Mountains, einer tristen Einöde im Süden von Missouri. Da ihr Vater, ein bekannter Drogenkrimineller, spurlos verschwunden und ihre Mutter psychisch krank ist, ist Ree das Oberhaupt der Familie. Eines Tages erklärt ihr der Sheriff, dass ihr Vater nicht zu seinem Gerichtstermin gekommen ist und als Sicherheit das Haus samt Grundstück angegeben hat. Wenn er nicht innerhalb von 7 Tagen auftaucht, wird den Dollys das Letzte genommen, was sie auf dieser Welt noch haben. Allen Warnungen zum Trotz macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater und sieht sich einer Mauer aus Schweigen und Bedrohung gegenüber. Jeder weiß etwas, doch keiner spricht es aus. Die Zeit verrinnt und Ree wird immer verzweifelter.

Regisseurin Debra Granik lässt die Geschichte ihres zweiten Spielfilmes in einer tristen Umgebung spielen, einer Umgebung, die in zu leben wir uns nicht wirklich vorstellen können. Die Häuser können nicht gerade als Heim betrachtet werden, die Einrichtung ist karg und gerade einmal zweckmäßig. Die Haupteinnahmequelle scheint die Herstellung von Drogen zu sein. Das harte Leben scheint auch die Bewohner zu Stein werden lassen, ein Lächeln verirrt sich äußerst selten auf das Gesicht der verhärmten Figuren und Nächstenliebe scheint beinah ein Fremdwort zu sein. Jeder hat mit seinem eigenen Schicksal zu tun, einem Anderen zu helfen, kommt eher selten vor, auch, wenn es sich um die eigene Familie handelt. Und in dieser Welt muss sich die junge Ree, die für ihr Alter eigentlich schon viel zu erwachsen ist, um ihre Familie kümmern und ums Überleben kämpfen. Die Aussicht, ihr letztes Hab und Gut zu verlieren, weil ihr Vater nicht mehr auftaucht, lässt sie um so stärker werden. Jennifer Lawrence, die Darstellerin der Ree, zeigt ein sehr intensives, starkes Schauspiel. Sie trägt den Film und die Handlung fast allein, keine Szene findet ohne sie statt.

Winter’s Bone ist ein bedrückendes Drama, das sich im Laufe der Geschichte immer mehr zum Thriller entwickelt. Die Spannung und die beängstigende Atmosphäre entstehen durch die Tatsache, dass wir nicht viel mehr als Ree wissen und uns das Verschwinden des Vaters ebenso Rätsel aufgibt, wie ihr selbst. Wir spüren die Verzweiflung von Ree und bewundern ihren Mut, die Suche zu keiner Zeit aufzugeben, auch wenn sie körperlich Schaden nimmt und sie auf der Stelle zu treten scheint. Je weiter der Film voranschreitet, desto mehr fürchten wir um jeden Schritt, den sie tut, denn weder ihr Geschlecht, noch die Tatsache, dass fast sämtliche Menschen in ihrer Umgebung auf irgendeine Art mit ihr verwandt sind, helfen ihr bei der Suche weiter. Und schnell wird klar, dass das, was Ree zu Beginn des Filmes von ihrem Vater wusste, noch nicht mal das Schlimmste war.
Wenn Winter’s Bone zu Ende ist, braucht man erstmal eine Zeit, um tief durchzuatmen, so erdrückend ist die Stimmung, die der Film zuvor aufgebaut hat. Ein beeindruckendes Werk, das mit sehr geringen Mitteln realisiert wurde.

Winter’s Bone gewann 2010 auf dem Sundance Filmfestival den Großen Preis der Jury und geht als einer von 10 Filmen bei der diesjährigen Oscar-Verleihung ins Rennen um die Auszeichnung als bester Film des Jahres 2010. Diese Ehrungen hat der Film mehr als verdient. Eine absolute Sehempfehlung.
by Gesa-Marie Pludra

Bilder © Ascot Elite