Whiplash

Whiplash (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Musik / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der 19-jährige Jazz-Schlagzeuger Andrew Neiman (Miles Teller) träumt von einer großen Karriere. Nach dem Scheitern der Schriftsteller-Laufbahn seines Vaters ist er fest entschlossen, sich durchzukämpfen und es auf dem renommiertesten Musikkonservatorium des Landes ganz nach oben zu schaffen. Eines Nachts entdeckt der für seine Qualitäten als Lehrer ebenso wie für seine rabiaten Unterrichtsmethoden bekannte Band-Leiter Terence Fletcher (J.K. Simmons) den jungen Drummer beim Üben. Wenngleich Fletcher in diesem Moment nur wenige Worte verliert, entfacht er in Andrew eine glühende Entschlossenheit. Zu dessen Überraschung veranlasst der Lehrer am nächsten Tag, dass der begabte junge Mann ab sofort in seiner Gruppe spielt – ein Schritt, welcher Andrews Leben für immer verändern wird.

Miles Teller, J.K. Simmons und Melissa Benoist | mehr Cast & Crew


Whiplash - Trailer


Whiplash - Trailer


DVD und Blu-ray | Whiplash

Blu-ray
Whiplash Whiplash
Blu-ray Start:
19.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Whiplash Whiplash
DVD Start:
19.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

Filmkritik Whiplash

Filmwertung: | 8/10


Wer über musikalisches Talent verfügt, kann sich glücklich schätzen. Wenn der Begabte zudem sein Hobby zum Beruf machen kann, wird für manch einen Musiker ein Traum wahr. Doch Talent ist wahrlich nicht alles. Denn wem das notwendige Durchhaltevermögen fehlt, um sich im gegen Konkurrenten durchzusetzen und den Schikanen des Lehrers zu trotzen, wird nie den Erfolg ernten, den sein Talent zweifelsohne verdient hätte. Drehbuchautor und Regisseur Damien Chazelle zeigt auf spektakuläre Art und Weise, wie eine Autoritätsperson einen jungen Musiker binnen weniger Wochen zerstören oder aber eine glühende Entschlossenheit in ihm entfachen kann.

Miles Teller („Die Bestimmung – Divergent“) schlüpft in die Rolle des neunzehnjährigen Musikstudenten Andrew, der von einer großen Musikkarriere als Schlagzeuger träumt. Tägliche Proben bis zum Exzess bestimmen das Leben des jungen Mannes, der sich selbst bis an seine körperlichen Grenzen antreibt, um einer der besten Schlagzeuger der renommierten Schaefer-Musikschule in New York zu werden. Stets von dem legendären Jazzlehrer Terence Fletcher (J.K. Simmons) schikaniert und zu immer größerer Leistung angespornt, entwickelt sich zwischen den zwei Männern ein gnadenloses Psychoduell. Andrew geht sprichwörtlich durch die Hölle. Doch er lässt sich nicht von dem sadistischen Fletcher unterkriegen, widmet sich vollends der Musik und probt bis die Finger bluten. Das Machtspiel der Hauptfiguren gipfelt sich in einem unnachgiebigen Duell, in dem beide Männer ihre Position bis aufs Äußerste verteidigen.
Wenn in Großaufnahme die blutenden Finger des völlig erschöpften Studenten eingefangen werden, der unter der körperlichen Belastung zu zerbrechen droht, geht dies auch an die Substanz des Publikums. Schweiß und Blut tropfen von den Drumsticks auf die Trommeln und setzen das Leid des Spielers spürbar in Szene. Miles Teller, der bis zu fünfzig Prozent der Trommelarbeit selbst leistete, gelingt es, seinen physischen und psychischen Schmerz mit Mimik und Gestik darzustellen und den Zuschauer mit seinem Schicksal einzunehmen. An seiner Seite brilliert J.K. Simmons („Up in the Air“) als gnadenloser und fast schon diabolischer Musiklehrer, der die Studenten seines Kurses mit perfiden Methoden zu Höchstleistungen anspornt. Zu recht ist er für seine Performance für den diesjährigen Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.

Die Musik nimmt neben Teller und Simmons die dritte Hauptfigur des Films ein. Kraftvoll und laut wummert die Musik im Kinosaal und liefert somit ein grandioses Beispiel für einen perfekten Ton ab, der unter Umständen in diesem Jahr mit dem Oscar prämiert werden könnte. Der Zuschauer ist ergriffen von den melodischen Klängen und aggressiven Musikdarbietungen, deren Spiel durchweg faszinierend ist. Auch Musikunkundige werden sich nicht dem Drama auf der Leinwand entziehen können. Die Geschichte verläuft linear und ist über weiter Strecken erahnbar. Erst zum Ende hin gibt es eine unerwartete Wendung, die der Lehrer-Schüler-Beziehung eine tiefere Ebene verleiht. Leider verliert sich der Hintergrund der Hauptfigur im Sande, da nur wenige Szenen die familiäre Beziehung anreißen, die den eigentlichen Ursprung der Leidenschaft zur Musik untermauern sollte. Somit fokussiert der Film hauptsächlich das Drama in den Hallen des Lehrstuhls, wodurch der Filmemacher die Chance verpasst, seine Hauptfigur in einem Umfeld jenseits der Musikschule zu zeigen.

Fazit: Damien Chazelle liefert mit „Whiplash“ ein emotional und psychologisch tiefgehendes Musikdrama ab, das spannend und mitreizend inszeniert ist. Mit Miles Teller und J.K. Simmons sind zwei grandiose Darsteller im Rennen, die sich ein ergreifendes Duell um Macht, Sieg und Niederlage liefern.

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Bilder © Sony Pictures