West Side Story

West Side Story (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Musical / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

-> Trailer anschauen

West Side Story Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

In der Neuinszenierung des erfolgreichen Musicals sind Ansel Elgort (Tony), Rachel Zegler (María), Ariana DeBose (Anita), David Alvarez (Bernardo), Mike Faist (Riff), Josh Andrés Rivera (Chino), Ana Isabelle (Rosalía), Corey Stoll (Lieutenant Schrank), Brian d’Arcy James (Officer Krupke) und Rita Moreno (Valentina) zu sehen. Moreno, eine von bisher nur drei Darstellerinnen, die eine Auszeichnung mit dem Oscar®, Emmy®, GRAMMY®, Tony® und Peabody Award erhalten haben, ist auch eine der ausführenden Produzenten für WEST SIDE STORY.

Ansel Elgort, Rachel Zegler und Ariana DeBose | mehr Cast & Crew


West Side Story - Trailer




Filmkritik West Side Story

Filmwertung: | 6/10


„West Side Story“ gehört zu den großen Klassikern der US-amerikanischen Filmgeschichte und das Musical ist ebenfalls legendär. Bei so einem Ruf, wie es der originale „West Side Story“ innehat, kann ein Remake eigentlich nur verlieren. Dies würde man zumindest erwarten, wenn nicht so ein fähiger Filmemacher auf dem Regiestuhl sitzen würde wie Steven Spielberg („Jurassic Park“). Spielberg hat in seiner Karriere schon mehr Kultfilme inszeniert, als man zählen kann, weshalb man durchaus gespannt sein konnte, was der Amerikaner auf die Leinwand zaubert. Gerade Musical-Fans dürfen deswegen so gespannt auf „West Side Story“ sein.

Im New York City der 1950er herrscht eine große Rivalität zwischen den zwei Jugendgangs Jets und Sharks. Die Jets nehmen sich als einheimisch wahr und wollen die Puerto-ricanischen Sharks aus der Stadt vertreiben. Immer wieder eskaliert die Lage, wodurch Prügeleien auf der Tagesordnung stehen. Jets-Gründer Tony (Ansel Elgort) und die Puerto-ricanische Maria (Rachel Zegler) verlieben sich aber ineinander, zudem ist Maria die Schwester des Sharks-Anführers Bernardo (David Alvarez). Die Liebe der beiden heizt den Konflikt nur weiter an, sodass es bald schon zu weiterem Blutvergießen kommen wird…

Tanzszene aus West Side Story
Tanzszene aus West Side Story © Disney
Der Plot hat sich im Vergleich zu den vorherigen Adaptionen natürlich nicht verändert. Bis auf wenige Veränderungen kann man die selbe Geschichte erwarten und darauf muss man sich einlassen können, denn wie bei vielen Musicals ist der Plot eher simpel gehalten. Im Fokus stehen die Musical-Elemente und die von „Romeo und Julia“ inspirierte Beziehung zwischen Tony und Maria. Beide werden hervorragend von Ansel Elgort und Rachel Zegler verkörpert. Elgort beweist zwar, dass er nicht nur hinter dem Lenkrad sitzen kann wie in „Baby Driver“, aber dennoch geht er gegen Zegler etwas unter. Diese könnte sogar bei den Oscars 2022 in den Favoritenkreis rutschen, denn ihre Performance, beispielsweise von dem Song „I Feel Pretty“, reißt völlig mit. Auch die Nebendarsteller um Ariana DeBose („Hamilton“), David Alvarez („American Rust“) oder Mike Faist („Wildling“) verkörpern den Konflikt zwischen den beiden Jugendgruppen sehr ausdrucksstark. Eine besondere Geschichte findet sich um Rita Moreno, welche die Rolle der Valentina ausfüllt. Sie spielte schon in der ersten Adaption von „West Side Story“ mit und gewann sogar einen Oscar. Man merkt an genau diesen Details, dass Spielberg die erste Verfilmung bewundert und dies spürt man ebenso in der Inszenierung.

Ansel Elgort in West Side Story
Ansel Elgort in West Side Story © Disney
Spielberg hat wiedermal mit Kameramann Janusz Kami?ski zusammengearbeitet, der schon bei „Schindlers Liste“ oder „Der Soldat James Ryan“ die Inszenierung übernommen hat. In „West Side Story“ kann er seiner Kreativität freien Lauf lassen und fängt die hochwertigen Choreografien lang und übersichtlich ein. Zwischen Kameraführung und Choreografie herrscht ein perfektes Zusammenspiel, das ziemlich beeindruckt. Es ist ein wirklich elektrisierendes Erlebnis. Dennoch kann auch die meisterhafte Inszenierung nicht darüber hinwegtäuschen, dass „West Side Story“ zu häufig auf der Stelle treten bleibt und sich gerade gegen Ende zieht. Die Laufzeit von 156 Minuten ist nicht zwingend angebracht. Trotz der langen Laufzeit bleiben die Figuren nämlich etwas fremd, weshalb man nicht mit diesen mitfiebert. Spielberg bleibt in diesem Punkt leider zu oberflächlich.

West Side Story – Ariana DeBose, Ana Isabelle und Ilda Mason
TWest Side Story – Ariana DeBose, Ana Isabelle und Ilda Mason © Disney
Zudem muss sich „West Side Story“ großer Konkurrenz stellen. Das Jahr 2021 bietet viele Musicals, welche innovativer und mutiger waren. „Annette“ von Leos Carax vermischt Musik und Surrealismus, „In the Heights“ greift aktuelle Probleme der lateinamerikanischen Bevölkerung in New York auf. Beide wirken durch ihre erfrischenden Ideen moderner. Wer jedoch ein klassisches Musical sehen möchte, macht mit „West Side Story“ überhaupt nichts falsch.

Fazit:
„West Side Story“ ist eine gelungene Neuinterpretation des Originals und wird gerade für Musical-Liebhaber eine Offenbarung sein. Die Schauspieler sind durch die Bank weg hervorragend, die Songs reißen mit und die Inszenierung ist ebenfalls über alle Zweifel erhaben. Zwar fehlt die große Innovation und es ist fraglich, ob man wirklich zu dieser Adaption greifen möchte, wenn man „West Side Story“ sehen will, jedoch macht Spielberg zumindest endlich wieder das, was er am besten kann: Unterhalten.
by Kenan Hasic

Bilder © Walt Disney


Von Interesse: