Wer ist Hanna?

Hanna (2011), USA / Großbritannien / Deutschland
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Abenteuer / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Hanna (SAOIRSE RONAN) ist zwar noch ein Teenager, aber unterscheidet sich stark von anderen jungen Mädchen ihres Alters: Sie verfügt bereits über die Stärke, Ausdauer und Fähigkeiten eines Soldaten. Ihr Vater (ERIC BANA), ein ehemaliger CIA-Agent, hat sie in der Wildnis von Finnland großgezogen und alles daran gesetzt, sie durch jahrelanges Training zu einer perfekten Killerin zu machen. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden erfährt Hannas Leben einen dramatischen Wendepunkt, als ihr Vater sie auf eine Mission hinaus in die Welt schickt. Heimlich reist sie quer durch Europa. Dabei muss sie Agenten entwischen, die eine skrupellose Geheimdienstleiterin (CATE BLANCHETT), die selbst einige Geheimnisse zu verbergen hat, auf Hanna angesetzt hat. Als sie sich ihrer ultimativen Zielperson nähert, wird Hanna plötzlich mit verblüffenden Enthüllungen über ihre eigene Existenz und unerwarteten Fragen über ihre Menschlichkeit konfrontiert.

Saoirse Ronan, Cate Blanchett und Eric Bana | mehr Cast & Crew


Wer ist Hanna? - Trailer




DVD und Blu-ray | Wer ist Hanna?

Blu-ray
Wer ist Hanna? Wer ist Hanna?
Blu-ray Start:
08.12.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Wer ist Hanna? Wer ist Hanna?
DVD Start:
08.12.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Wer ist Hanna?

Filmwertung: | 7/10


Hanna (Saoirse Ronan) ist ein 16jähriges Mädchen, die allein von ihrem Vater Erik (Eric Bana) aufgezogen wird. Doch im Gegensatz zu anderen Jugendlichen besteht ihr Alltag nicht aus Partys, Freunden, Facebook und Fernsehen. Hanna hat noch nie in ihrem Leben einen Computer gesehen, geschweige denn hat sie Freunde, mit denen sie ausgehen könnte. Ihr zu Hause ist eine schneebedeckte Hütte irgendwo in den Wäldern Finnlands und ihr Wissen von der Welt da draußen bezieht sie ausschließlich aus Büchern und den Worten ihres Vaters, der gleichzeitig als eine Art Lehrmeister fungiert. Dieser bereitet sich und Hanna offenbar auf eine nicht ungefährliche Mission vor. Denn neben dem alltäglichen Wissenserwerb stehen immer wieder Jagdübungen sowie Kampf- und Ausdauertraining auf dem Tagesplan. Hanna ist somit in ihren jungen Jahren bereits zu einer nur schwer bezwingbaren Killerin ausgebildet, für die es nun an der Zeit ist ihre Mission zu erfüllen. Erik hat nämlich noch eine Rechnung mit der skrupellosen CIA-Agentin und Ex-Kollegin Marissa (Cate Blanchett) zu begleichen und kehrt dafür nach Jahren im Exil in die Zivilisation zurück.

Dass ausgerechnet der englische Regisseur Joe Wright, der sonst eher für die Verfilmung von Stoffen melodramatischer Literaturvorlagen („Stolz und Vorurteil“, „Abbitte“) bekannt ist, nun die Inszenierung eines Action-Thrillers übernimmt, mag verwunderlich klingen, tut „Wer ist Hannah“ aber in vielen Belangen gut. So setzt der Film, neben den obligatorischen Actionssequenzen, vor allem auf die Geschichte rund um das isoliert aufgewachsene Mädchen, das während ihrer Reise über Marrokko, Spanien bis Deutschland zum ersten Mal mit der modernen Zivilisation und ihren Eigenarten in Berührung kommt, woraus sich verstörende aber auch humorvolle Situationen ergeben. Besonders die Beziehung zwischen Hanna und ihrer gleichaltrigen englischen Weggefährtin, die in etwa das verkörpert, was man in England wohl als „posh“ bezeichnen würde, lässt beim Zuschauer immer wieder ein Schmunzeln entstehen. So ist „Wer ist Hanna“ auch eine Coming-of-age Geschichte über ein junges Mädchen, dass auf der Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Bestimmung ist.

Doch nicht nur in diesen ruhigeren Sequenzen beweist Regisseur Wright sein Können. Auch in den Action geladeneren Szenen weiß sich der Brite filmisch auszudrücken. Jene Sequenzen bestehen meist weniger aus direkten Konfrontationen, als aus packenden Verfolgungsjagden, die die Protagonisten meist zu Fuß antreten. Hier ist „Wer ist Hanna“ klassisches Bewegungskino, welches von einem pumpenden Soundtrack des Elektro-Duos „The Chemical Brothers“ untermalt wird. Was hier durch Kameraarbeit und Schnitt geleistet wird, ist einfach inszeniert und gerade deshalb so spannend. Keine reißerischen Bewegungen oder hoch frequentierte Cuts. Die Aktionen bleiben stets nachvollziehbar und entwickeln gerade dadurch in Kombination mit den wummernden Beats einen besonderen Sog. Ergänzend dazu setzen die Macher auf lange Steadycamfahrten, wie beispielsweise in einer herausstechenden Szene des Films, die einen Kampf zwischen Erik und seinen Verfolgern in einer Berliner Unterführung zeigt. Und auch hier beweist der Regisseur zusammen mit Kameramann Alwin Küchler, dass manchmal das Motto „weniger ist mehr“ auch bei Actionfilmen durchaus beachtenswert ist.

Neben all den handwerklerischen Finessen verliert man schnell mal die eigentliche Geschichte rund um Hanna und ihre Widersacherin Marissa aus den Augen. Dies ist aber nicht weiter schlimm, stellt doch gerade die klassische Rachestory inklusive kleinem Twist am Ende das am wenigsten interessante Element des Films dar. Die überzogenen Charakterdarstellungen, besonders auf Seiten der „Bösen“ rund um die diabolische CIA-Agentin und ihren Schläger Isaacs (Tom Hollander in einem grausig gelben Trainingsanzug), zeigen außerdem, dass der Film sich als harter Thriller nicht zu hundert Prozent ernst nimmt. Dies ist auch nicht nötig, denn „Wer ist Hanna“ lebt von seiner gelungenen, temporeichen Inszenierung und dem gut aufgelegten Schauspielerensemble. Hinzu kommen für Hollywood Verhältnisse relativ unverbrauchte Schauplätze (auch wenn Berlin als Setting in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist), die ebenso dazu beitragen, dass sich der Film angenehm vom Thriller-Einheitsbrei abzusetzen weiß.

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Bilder © Sony Pictures