Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn

Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Igor (Daniel Radcliff) fristet sein tristes Dasein in einem autoritär geführten Zirkus, der für ihn wie ein Gefängnis ist. Durch die Freundschaft zu dem jungen Medizinstudenten Victor von Frankenstein (James McAvoy) kann er sich von diesem elendigen Leben befreien. Victor nimmt den schüchternen Igor bei sich auf und zeigt ihm eines Tages seine wissenschaftlichen Projekte. Dank Igors beachtlichen Wissens kann Victor von Frankenstein seine unglaublichen Forschungen, an denen der Tag und Nacht arbeitet, weiterentwickeln und wird immer mehr zu dem grenzüberschreitenden Mann und Wissenschaftler, der zur Legende wurde…

James McAvoy, Daniel Radcliffe und Jessica Brown Findlay | mehr Cast & Crew


Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn - Trailer


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DVD und Blu-ray | Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn

Blu-ray
Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn
Blu-ray Start:
22.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min.
DVD
Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn
DVD Start:
22.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn

Filmwertung: | 7/10


Die Geschichte des Wissenschaftlers Victor Frankenstein, der aus toter Materie Leben schuf, ist weltweit bekannt. Basierend auf dem 1818 veröffentlichten Roman “Frankenstein oder Der moderne Prometheus” der britischen Autorin Mary Shelley, fand die Handlung unzählige Male ihre Betrachtung auf der Kinoleinwand. Auch Paul McGuigan widmet sich mit seinem Film „Victor Frankenstein“ der Geschichte des verrückten Wissenschaftlers, wobei er die Handlung aus der Perspektive des Assistenten Igor bebildert.

Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn Szenenbild Der Film beginnt als düstere Tragikgeschichte. Der Zuschauer lernt einen Buckeligen (Daniel Radcliffe) kennen, der sich als tollpatschiger Clown in einem Londoner Zirkus herumschubsen lassen muss, um überleben zu können. Das karge Leben des Jahres 1860 ist atmosphärisch eingefangen. Das Zeitkolorit kommt sowohl bei den computeranimierten Kulissen, als auch bei den Kostümen zum Tragen. Daniel Radcliffe („Harry Potter“) wird als entstellte Kreatur eingefügt, deren äußere Erscheinung trügt. Denn unter den fettigen Haaren, der gammeligen Kleidung und dem deformierten Körper verbirgt sich ein kluger Geist, der in der wenigen Freizeit den menschlichen Körper studiert. Dass er auch über medizinische Fähigkeiten verfügt, macht sich bemerkbar, als die Seiltänzerin Lorelei (Jessica Brown Findlay) von ihrem Trapez stürzt. Beherzt greift der buckelige Clown ein, um seiner Geliebten das Leben zu retten. Der herbeigeeilte Student Victor Frankenstein (James MyAvoy) ist angetan von dem Wissen des Clowns, den er kurzerhand aus den Händen des sklaventreibenden Zirkusdirektors befreit.

Das gemeinsame Leben von Frankenstein und seinem neuen Freund, den er Igor tauft, beginnt holprig. Wenn der Wissenschaftler innerhalb weniger Minuten die Leiden Igors behandelt, wirkt dies unglaubwürdig. Doch die Darstellung der Begradigung des Rückrats erscheint als Notwendigkeit, um Igor als vollwertigen Menschen für die anschließenden Forschungen einbinden zu können. McGuigan („Sherlock“) versucht, der eingestaubten Geschichte, Frische zu verleihen. In dem er die Handlung des Films aus Igors Perspektive bebildert, gewinnt Frankensteins Wahnsinn größere Präsenz. Während Igor das menschliche Leben weiterhin respektieren will, setzt sich Frankenstein über die natürlichen Grenzen hinweg, um das Unfassbare möglich zu machen. Eingebettet in die malerische Kulisse des viktorianischen Londons frönen die Wissenschaftler ihrer Obsession. Die blubbernden Gerätschaften und die vielen medizinischen Aufbauten vermitteln den Eindruck von Steampunk. Die Kreierung des monströsen Wesens gelingt, wie erwartet. Die Belebung der einzelnen Organe wird zunächst im Detail bebildert, während die finale Zusammensetzung des Monsters ausgespart wird, was mehr als schade ist. Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn SzenenbildDie anfängliche Euphorie der Wissenschaftler weicht dem blanken Entsetzen, da die Erschaffung neuen Lebens aus toter Materie grauenhafte Konsequenzen nach sich zieht.

Die Freundschaft der Männer und ihre geteilte Obsession wird zum Herzstück der Geschichte, die Autor Max Landis nicht immer logisch erscheinen lässt. Der Sympathie von Daniel Radcliffe („Harry Potter“) und James McAvoy („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit„) ist es zu verdanken, dass der Film trotz fehlender Neuerungen unterhält. Igors Streifzüge durch die düsteren Straßen Londons und sein Besuch im modrigen Krankenhaus erinnern an traditionelle Monsterfilme. Die Sets sorgen für wohligen Schauer, auch wenn die Geschichte nicht wie erhofft mit frischer Innovation glänzen kann und die großen Schreckmomente ausbleiben. McAvoy weiß mit seinen überzogenen Ausbrüchen den Verfall des Wahnsinns in Szene zu setzen, was leider in manchen Szenen ungewollt komisch wirkt. Andrew Scott („James Bond 007 - Spectre“) lockerte die Geschichte als Inspector Turpin auf und dient als Erweiterung der Geschichte, um einen im Ansatz spannenden Nebenhandlungsstrang.


Fazit:
McGuigan „Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ ist ein detailverliebtes und atmosphärisches Drama, das wenig Schreckmomente liefert, dafür aber mit einem malerischen Look unterhalten kann.
by

Bilder © 20th Century Fox