Vergissmichnicht

L’âge de raison (2010), Frankreich / Belgien
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: Schwarz-Weiss Filmverleih

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Vergissmichnicht Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

An Margarets 40. Geburtstag erscheint ein alter Notar an ihrem Arbeitsplatz, einer Pariser Konzernzentrale, und besteht darauf ihr einen Brief persönlich zu übergeben. Ungläubig muss Margaret feststellen: die Absenderin des Briefes war sie selbst.

33 Jahre zuvor übergibt ein junges Mädchen in einem kleinen südfranzösischen Dorf sieben Briefe an den Notar Mérignac. Dieser soll ihr die Briefe ab ihrem 40sten Geburtstag zustellen. Weil Margaret sieht, dass das Erwachsenwerden große Veränderungen bedeutet, will sie Vorsorge treffen, um an Dinge erinnert zu werden, die ihr als Kind wichtig waren. Der junge Notar nimmt den Auftrag ernst, kann seiner Neugierde aber nicht wiederstehen, liest die Briefe und versteht, dass dieser Auftrag der wichtigste seiner Laufbahn ist.

Margaret hat Karriere gemacht, was soll sie da mit den Fragen eines kleinen Mädchens, ob sie sich treu geblieben ist? Natürlich landen die Briefe zunächst in Margarets Papierkorb, und doch arbeiten die Fragen aus der Vergangenheit an ihr aktuelles Leben in ihr. Sieben Briefe wird Monsieur Mérignac in Margarets Auftrag überbringen. Von Brief zu Brief kehren Margarets Erinnerungen an ihre Kindheit zurück, an ihre Mutter, an ihren Bruder an den tragischen Abschied von ihrer ersten großen Liebe Philibert. Margaret erkennt, dass sie den Forderungen ihrer Kindheit einen Platz in ihrem Leben einräumen muss. Und so kommt es zur Rettung beider Margarets in letzter Minute.


Sophie Marceau, Marton Csokas und Michel Duchaussoy | mehr Cast & Crew


Vergissmichnicht - Trailer




DVD und Blu-ray | Vergissmichnicht

DVD
Vergissmichnicht Vergissmichnicht
DVD Start:
24.06.2011
FSK: 0 - Laufzeit: 89 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Vergissmichnicht

Filmwertung: | 7/10


Sophie Marceau wird in dem dritten Spielfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Yann Samuell (Liebe mich, wenn du dich traust) auf eine Reise in ihre vergessene Kindheit und auf die Suche nach ihrem verdrängten Selbst geschickt.
An ihrem 40. Geburtstag erhält Margaret (Sophie Marceau) von einem alten Notar einen Packen Briefe. Sie beginnt zu lesen und stellt überrascht fest, dass sie selbst die Briefe im Alter von sieben Jahren geschrieben hat und dem Notar zur Aufbewahrung und späteren Übergabe an sie überlassen hat. Marguerite (diesen Namen erhielt sie von ihren Eltern, ließ ihn aber später ändern, um nicht so „provinziell“ zu klingen) stellt sich in den Briefen die Frage, ob sie wirklich die geworden ist, die sie werden wollte und ob sie ihren Idealen treu geblieben ist. Obwohl Margaret sich anfangs sträubt, setzt sie sich dann doch mit ihrer verdrängten Vergangenheit auseinander. Die Aufarbeitung derselben führt sie nicht nur zurück in ihr eigentlich verhasstes Heimatdorf, sondern bringt auch ein emotionales Wiedersehen mit ihrer Kindheitsliebe Philibert mit sich und eine Annäherung an ihren Bruder, den sie in jungen Jahren aus den Augen verloren hat.
In kurzen Rückblicken, die an bonbonfarbene Collagen erinnern, lässt Yann Samuell Margarets Kindheit wieder aufleben. Diese werden durch die wunderbaren Kinderdarsteller Juliette Chappey als Marguerite und Roméo Lebeaut als Filibert gekrönt. Besonders die kleine Marguerite strotzt nur so vor Energie und Einfallsreichtum, ihre Berufswünsche für die Zukunft sind unter anderem Hochzeitstortenbäckerin oder Superheldin. Ihre kindlichen Erlebnisse und Erfahrungen kommentiert sie lakonisch mit Sätzen wie „Gestern gingen die Möbel, heute ging Papa“.
Neben den Kindern brilliert auch Michel Duchaussoy als Notar und väterlicher Freund, der Margaret auf den richtigen Weg zurück führt, sowie die schöne Sophie Marceau. Anfangs als harte und konsequente Karrierefrau zu sehen, die in ihrem eng anliegendem Kostüm und mörderischen High Heels fast nicht wieder zu erkennen ist, wandelt sie sich nicht nur äußerlich radikal und wird zu der Frau, von der sie in ihrer Kindheit geträumt hat. Doch diese teils schmerzhafte Wandlung vollzieht sich leider nicht ohne eine große Menge an Tränen, die aufgrund ihrer Häufigkeit schon bald sehr anstrengend werden. Die tränenreichen Momente und das etwas zu dick aufgetragene, kitschige Ende schmälern die Begeisterung für den Film ein wenig, sind aber die einzigen nennenswerten Negativpunkte.
Ansonsten ist „Vergissmichnicht“ sehr schön erzähltes, ruhiges Kino mit einzelnen Taschentuch-Momenten und einem wunderbaren Vorspann, in denen die reich geschmückten Briefe von Marguerite die Hauptrolle spielen. Eine gelungene Mischung aus Drama und Komödie mit einer kleinen Prise Romantik und Ansätzen von philosophischen Gedanken, die zum Nachdenken einladen. Ein Film, bei dem sich ein warmes Gefühl im Bauch breit macht und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert, welches noch eine ganze Weile nach dem Ansehen bestehen bleibt.
by Gesa-Marie Pludra

Bilder © Schwarz-Weiss Filmverleih


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