Venus im Pelz

La Vénus à la fourrure (2013), Frankreich / Polen
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Prokino Filmverleih GmbH

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Venus im Pelz Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach einem langen Tag voller Castings ist der Pariser Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) kurz davor, alles hinzuwerfen. Keine der Schauspielerinnen, die sich ihm präsentieren, entspricht seinen Vorstellungen. Dann taucht Vanda (Emmanuelle Seigner) auf. Vanda scheint all das zu verkörpern, was Thomas zutiefst verabscheut: Sie ist naiv und einfältig, und würde vor nichts zurückschrecken, um die Rolle zu bekommen. Nur sehr widerwillig lässt er sie überhaupt vorsprechen. Während der Probe beginnt zwischen beiden ein intensives Spiel, das die heimlichsten Leidenschaften weckt…

Emmanuelle Seigner, Mathieu Amalric und | mehr Cast & Crew


Venus im Pelz - Trailer


VENUS IM PELZ - Deutscher Trailer


DVD und Blu-ray | Venus im Pelz

Blu-ray
Venus im Pelz Venus im Pelz
Blu-ray Start:
28.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.
DVD
Venus im Pelz Venus im Pelz
DVD Start:
28.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

Filmkritik Venus im Pelz

Filmwertung: | 8/10


Im Jahr 1870 veröffentlichte der Österreicher Leopold von Sacher-Masoch die Novelle „Venus im Pelz“. Das Buch erregte durch die Schilderung von masochistischen Ideen Aufsehen und wurde im Jahr 1958 sogar indiziert. Später wurde aufgrund des Buches von einem Psychiater der Begriff ‚Masochismus’ entwickelt. Die Novelle war die Grundlage für ein Zweipersonentheaterstück von David Ives, welches wiederum vom Regisseur Roman Polanski als Vorlage für den jetzt in den Kinos anlaufenden, gleichnamigen Film (Originaltitel: „La Vénus à la fourrure“, Frankreich, 2013) diente.

Der Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) möchte das Stück „Venus im Pelz“ von Sacher-Masoch für die Bühne adaptieren und hat den ganzen Tag lang versucht die richtige Hauptdarstellerin zu finden. Nachdem das Casting vorbei ist und er schon am Ende mit seinen Nerven ist, erreicht Vanda (Emmanuelle Seigner) das Theater. Auf den ersten Blick erscheint sie die unpassendste Besetzung für die Rolle zu sein und er versucht, sie wieder loszuwerden. Doch sie schafft es, dass er ihr das Vorsprechen gewährt. Während dieses Castings verlieren sich beide immer mehr in dem Stück und langsam beginnen Realität und Dargestelltes sich zu vermischen.

Auf den Cannes-Festspielen 2012 erhielt Roman Polanski das Theaterstück als Lektüre. Ein Jahr später war der Film bereits realisiert und eröffnete in Cannes die Festspiele. Bei der Filmadaption hält er sich eng an die Vorlage von Ives, mit dem er auch zusammen das Drehbuch geschrieben hat. Auch im Film kommen nicht mehr als zwei Personen vor. Damit ist das nach drei („Messer im Wasser“ (1962)) und vier Personen („Gott des Gemetzels“ (2011)) Polanskis Film mit der kleinsten Besetzung. Die Dialoge des Films sprühen vor Wortwitz und Ironie. Mit viel Spannung wird das wechselseitige Machtspiel eingefangen und dem Zuschauer entgleitet immer mehr das Gespür dafür, was die realen und was die im Stück spielenden Dialoge sind. Genau wie Thomas immer mehr die Kontrolle entgleitet und er seine Macht an Vanda abgibt. Im gesamten Film erkennt man in vielen Details (Kleidung) und Themen (Dominanz, Transvestismus) Polanski wieder. Zudem gibt es einige Referenzen zu anderen Polanski-Filmen „Tanz der Vampire“ (1967), Der Mieter (1976) und „Bitter Moon“ (1996). Laut Aussage des Regisseurs war dies alles bereits schon im Theaterstück vorhanden, was seine Begeisterung dafür erklären würde. Nach kurzer Probephase wurde der Film dann zügig und chronologisch abgedreht. Es wurde im gesamten Film nur mit einer Kamera gearbeitet, die aber immer die perfekten Bilder (auch durch den richtigen Lichteinsatz) liefert. Als Drehort diente ein altes, ungenutztes Theater (Théâtre Récamier), was vom Set-Designer Jean Rabasse wieder realistisch aufgebaut wurde und damit den perfekten Ort für die Machtspielchen der beiden Protagonisten liefert. Die Musik von Alexandre Desplat, mit dem Polanski hier schon zum dritten Mal zusammenarbeitet, unterstreicht auf der einen Seite die Stimmung des Films und gibt dem Zuschauer Anhaltspunkte, in welcher Geschichte er sich gerade befindet. Aber auf der anderen Seite schafft sie auch absichtlich Irritationen, um die Grenzen zu verwischen und eine weitere Ebene hinzuzufügen. Bei so einem dialoglastigen und auf zwei Personen reduzierten Film war die Auswahl der richtigen Darsteller immens wichtig. Emmanuelle Seigner, Polanskis Ehefrau, schafft es alle drei Rollen spielend darzustellen und miteinander zu verbinden. Mathieu Amalric, der dem jungen Polanski sehr ähnlich sieht, ist die Idealbesetzung und schafft es alle Facetten überzeugend darzustellen. Das perfekte Zusammenspiel der beiden, hält die Spannung des Films aufrecht. Im Gesamten besticht der Film mit seinen Darstellern, dem Drehort, der Musik, den wortgewandten Dialogen und den Filmbildern.

Fazit: Der sehr ‚polanskieske’ Zweipersonenfilm wird niemals langweilig und schafft es den gesamten Film über die Spannung zu halten. Die von Amalric und Seigner hervorragend verkörperten Personen liefern sich ein bitterböses, ironisches und charmantes Machtspiel, das den Zuschauer bis zur letzten Minute fesseln kann.

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Bilder © Prokino Filmverleih GmbH