Vaiana

Moana (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Animation / Komödie / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Vaiana Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Comedy-Abenteuer über eine temperamentvolle junge Lady auf geheimnisvoller Mission. Denn das Paradies hat einen Haken:
Vor Jahrtausenden segelten die größten Seefahrer der Welt durch die unendlichen Weiten des Südpazifiks, um die fantastische Inselwelt Ozeaniens zu erforschen. Doch plötzlich stellten sie diese Reisen ein und bis heute gibt es dafür keine Erklärung... wird Vaiana eine Antwort finden?




Vaiana - Trailer




DVD und Blu-ray | Vaiana

Blu-ray
Vaiana Vaiana
Blu-ray Start:
20.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
Vaiana (3D Blu-ray) Vaiana (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
20.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 107 min.
DVD
Vaiana Vaiana
DVD Start:
20.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 103 min.

Filmkritik Vaiana

Filmwertung: | 8/10


Weibliche Figuren in Disney-Filmen sind schon seit jeher in ihren Motiven weitestgehend gleich gestrickt: Meistens geht es für die Heldin darum, ihre große Liebe und dabei möglichst auch noch zu sich selbst zu finden. Vaiana SzenenbildDie beiden Regisseure John Musker und Ron Clements, die bereits vor 27 Jahren mit „Arielle – Die Meerjungfrau“ die Disney-Renaissance eingeleitet haben, wandeln gängige Klischees und Geschlechterrollen wie bereits in „Die Eiskönigin“ um und erschaffen mit „Vaiana“ eine der progressivsten und selbstbewusstesten Heldinnen, die es bislang im Disney-Universum gegeben hat. Hier wird eine selbstbestimmte junge Frau präsentiert, die ihre Erfüllung nicht in einer männlichen Idealfigur, sondern in der Erhaltung ihres Lebensraumes und dem Finden zu eigener Verantwortung sucht. Die fortschrittliche und sehr zeitgemäße Haltung von „Vaiana“ zeichnet sich außerdem darin ab, dass mit Polynesien hier einer fremden Kultur und Tradition auf respektvolle Weise gehuldigt wird. Darüber hinaus ist hier ein Film zu bewundern, der die Natur und Umwelt zelebriert, was ganz entscheidend in der wundervollen farbenfrohen Animationsarbeit zur Geltung kommt, die zur besten der letzten Jahre gehört. „Vaiana“ ist ein gelungener und spaßiger Film mit großem Herz, der zudem eine Reihe von tollen Songs, aufregenden Action-Sequenzen und als i-Tüpfelchen einen sehr lustigen Sidekick in Form eines herrlich doofen Hahns bereithält. Im Vergleich zum ebenfalls dieses Jahr erschienenen Disney-Film „Zoomania“ zieht „Vaiana“ lediglich in Sachen Originalität zwar den Kürzeren, ist aber dennoch ein weiterer Triumph der Disney Animation Studios. Vaiana Szenenbild

Der Prolog von „Vaiana“ erzählt von der mythischen Pazifikinsel Te Fiti, deren Herz der Halbgott Maui einst stahl, um es der Menschheit als Geschenk zu überreichen. Das Herz, das in Form in Form eines grün leuchtenden Pounamu-Steins vorliegt, ist überaus machtvoll und sein Fehlen sorgte dafür, dass Te Fiti rasch einging und seither der Lavagott Te Kā vor ihr wacht, nachdem er den Gestaltwandler Maui besiegte. Bei dem Kampf zwischen den beiden Gottheiten verschwand der Lebensstein im Ozean und Maui war verschwunden.

Tausend Jahre später folgt der Film nun Vaiana, der 16-jährigen Tochter des Stammesoberhaupt Tui Waialaki der kleinen polynesischen Insel Motunui. Vaiana wird von dem Ozean höchst selbst dazu auserkoren, das Herz von Te Fiti zu seinem angestammten Platz zurückzubringen, was besonders nötig wird, als der Ozean um Motunui keine Fische mehr hervorbringt, die Vegetation der Insel zurückgeht und die Kokosernte faul ist. Entgegen des Verbots ihres Vaters die Insel zu verlassen, macht sich Vaiana nach der Bestärkung durch ihre Großmutter Tala auf den Weg Richtung Te Fiti, um ihre eigene Heimat zu retten. Auf dem Weg dorthin wird sie jedoch auf einer von Maui bewohnten Insel schiffbrüchig. Der selbstverliebte Halbgott schenkt Vaiana nur wenig Beachtung, sperrt sie in eine Höhle und stiehlt ihr Segelboot. Doch Vaiana kann sich befreien und überzeugt Maui schließlich ihr bei der Rettung von Te Fiti zu helfen.

Vaiana Szenenbild „Vaiana“ entwirft eine dichte und komplexe Mythologie, die man in dieser Form bislang noch nicht wirklich im Kino zu sehen bekam. Hierdurch erhält das neueste Disney-Werk automatisch eine willkommen originelle und frische Ebene, die den Film zu etwas Besonderem macht. Er behandelt die polynesische Kultur mit gebührendem Respekt und Facettenreichtum, was sicher der sehr langen und intensiven Recherche der Filmemacher geschuldet ist.

Im Herzen ist „Vaiana“ aber jedoch ein Film über eine Heldin, die erfrischend pro-aktiv und unabhängig agiert, mit kühnem Mut, Entdeckerdrang und einer Prise jugendlichem Leichtsinn voranschreitet, um der großen Verantwortung gerecht zu werden, bald ihr Volk zu führen. Hier wird eine selbstständige und selbstbestimmte Figur präsentiert, die nicht zwingend auf Hilfe von anderen angewiesen zu sein scheint. Dennoch bildet sie ein dynamisches und ungewöhnliches Zweiergespann mit Maui, der nach tausend Jahren Einsamkeit zwar sehr charismatisch, aber auch erstaunlich eingebildet und selbstverliebt daherkommt, durch Vaiana aber schließlich zu einer besseren Person wird. Clements und Musker verglichen die Heldenreise von Vaiana passenderweise mit der von Mattie Ross in „True Grit“, aber auch die Beziehung zwischen ihr und Maui erinnert sehr an den zweifach verfilmten Westernroman. Der grobe Handlungsverlauf von „Vaiana“ mag so vertraut und weitestgehend vorhersehbar zu sein, dennoch funktionieren der Film und seine Figuren einfach – vor allem der starke Titelcharakter, die für viele junge Mädchen eine Vorbildfunktion einnehmen könnte.

Vaiana Szenenbild „Vaiana“ zieht darüber hinaus einfach prächtig aus, die unzähligen Animatoren haben hier eine überaus reichhaltige, farbenfrohe und exotische Welt erschaffen, in der man wunderbar versinken kann. Wie es sich für Disney-Filme gehört, gibt es auch tolle Musik, die oft von den Figuren selbst gesungen wird. Hier und da gibt der Film selbstironische Winks mit (O-Ton Maui: „Wenn du jetzt anfängst zu singen, muss ich mich übergeben“), geht aber ansonsten sehr aufrichtig mit seinen klassischen Musical-Wurzeln um. Dankbarerweise sind die von „Hamilton“-Schöpfer Lin-Manuel Miranda und Opetaia Foa’i geschriebenen und von Mark Mancina komponierten Songs überaus mitreißend und sorgen für echte Ohrwürmer („Voll gerne“, „Glänzend“), die bald zu solchen Evergreens werden könnten wie auch die Dauerschleife-Titel aus „Die Eiskönigin“.

Außerdem ist der Film auch überaus schwungvoll und unterhaltsam inszeniert. Die immer wieder eingebauten Action-Sequenzen sind spektakulär und wuchtig eingefangen, könnten aber für manche kleinen Kinder schon eine Spur zu intensiv sein – keine Kritik natürlich, nur eine ganz vorsichtige Warnung an ganz vorsichtige Eltern. Besonders bemerkenswert ist hier das Finale mit dem Lava-Gott, jedoch ist die von „Mad Max: Fury Road“ und „Waterworld“ inspirierte Kokosnuss-Piraten-Szene vielleicht sowohl das Action- als auch Humor-Highlight des Films. Vaiana SzenenbildDie sogenannten Kakamora sind eine herrlich kreative und witzige Schöpfung, die den Minions ihren Platz als putzigste Animations-Nebenfiguren streitig zu machen drohen. Ebenfalls ein absoluter Höhepunkt ist Vaianas unfreiwilliger Begleiter, der völlig debile Hahn Heihei, der jeden Moment stiehlt, in dem er zu sehen ist. Ein großartiger visueller Einfall sind auch die lebendigen Tattoos von Maui, die immer wieder gewinnbringend eingebracht werden. „Vaiana“ ist so ein durchweg gelungener Animationsspaß, der höchstens durch kleine Längen im Mittelteil leicht zum Wanken gebracht wird, aber insgesamt die Vorreiterrolle der Disney Animation Studios weiter untermauert.


Fazit:
Mit „Vaiana“ gelingt Disney dieses Jahr nach „Zootopia“ ein weiterer nahezu uneingeschränkter Erfolg, der vor allem durch seine vielschichtige Heldin, interessante Mythologie und herausragende, prachtvolle Animation begeistert.
by

Bilder © Walt Disney