Väter und andere Katastrophen

Un jour mon père viendra (2011), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Camino Film

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Inhalt

Bernard (FRANCOIS BERLEÁND) ist wohlhabend, egoistisch und ein Hypochonder aus Leidenschaft. Gus (GÉRARD JUGNOT) ist arm, großzügig und trinkt öfter mal einen über den Durst. Chloé (OLIVIA RUIZ) ist bildhübsch, freundlich und heiratet bald einen amerikanischen Ex-Tennisstar.

Bernard, der leibliche Vater Chloés, beschließt nach vielen Jahren der Verdrängung seine ihm unbekannte Tochter endlich kennenzulernen. Gus, bei dem Chloé aufgewachsen ist, sich dann aber von ihm distanziert hat, soll ihm dabei helfen, ohne zu wissen in welchem Verhältnis Bernard zu Chloé steht. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche. Auf der Hochzeit Chloés kommt es zum skurrilen Aufeinandertreffen der Drei und die „beiden Väter“ geben sich unfreiwillig zu erkennen.


Gérard Jugnot, François Berléand und Olivia Ruiz | mehr Cast & Crew


Väter und andere Katastrophen - Trailer




Filmkritik Väter und andere Katastrophen

Filmwertung: | 3/10


„Väter und andere Katastrophen“ ist eine neue französische Komödie, deren Originaltitel „Un jour mon père viendra“ lautet, was so viel bedeutet wie „Eines Tages wird mein Vater kommen“ und eigentlich viel besser passt, weil es konkreter an den Inhalt anlehnt.

Bernard (Francois Berleánd) ist wohlhabend, egoistisch und ein Hypochonder aus Leidenschaft. Gus (Gérard Jugnot) ist arm, großzügig und trinkt öfter mal einen über den Durst. Chloé (Olivia Ruiz) ist bildhübsch, freundlich und hätte allen Grund, glücklich zu sein. Sie heiratet bald ihren Traummann, einen amerikanischen Ex-Tennisstar und erfolgreichen Geschäftsmann. Ihr fehlt lediglich der Brautvater, die sie zum Altar führt, was in Chloés Fall ein äußerst kniffliges Problem darstellt, weil gleich eben diese zwei Kandidaten für die Vaterschaft zur Auswahl stehen.

Bernard, der mutmaßlich leibliche Vater Chloés, beschließt nach vielen Jahren der Verdrängung seine ihm unbekannte Tochter endlich kennen zulernen. Gus, bei dem Chloé aufgewachsen ist, sich dann aber von ihm distanziert hat, soll ihm dabei helfen, ohne zu wissen in welchem Verhältnis Bernard zu Chloé steht. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche. Auf der Hochzeit Chloés kommt es zum skurrilen Aufeinandertreffen der Drei und die beiden Väter geben sich unfreiwillig zu erkennen.

Regisseur und Drehbuchautor Martin Valente wollte einen einfachen Erzählstrang bilden und einen Film in der Tradition der großen französischen Komödien inszenieren. Ersteres ist ihm ohne Zweifel gelungen.

Die beiden Vaterfiguren sollten anrühren und ein wenig kindlich sein. Valente mag die Ungeschicklichkeit, die Schieflagen und Situationen, in denen man ständig neben sich steht. Der Reiz der Story war, dass beide „Papas“ eine Tochter für sich reklamieren, ohne genau zu wissen, wer sie gezeugt hat.

Aber auch die sehr lustige Schlusspointe, die zum Finale mal für einen ordentlichen Geräuschpegel unter den Besuchern im Kinosaal sorgen dürfte, ändert nichts daran, dass „Väter und andere Katastrophen“ ansonsten in keiner Phase an die großen französischen Komödien der Vergangenheit heranreicht. Wobei der Vergleich zu der erfolgreichsten französischen Komödie der allerjüngsten Vergangenheit beinahe etwas unfair wäre.

Man kann den Protagonisten auch durchaus bescheinigen, dass sie um komödiantische Kunst bemüht sind. Nur leider wirkt das sehr steif und unbefreit, der Fluss der Dialoge sehr hölzern und die Handlung ist bisweilen Klamauk. Auch der Einbau dieser „kleinen Hypochondrie“ von Bernard, die man ruhig als psychische Erkrankung bezeichnen darf, erinnert eher an einen Abklatsch aus Jack Nicholsons „Besser geht’s nicht“ und bringt der Story nicht wirklich den Charme, den es wohl sollte.

Auch die Figurenzeichnungen sind in Zügen klischeehaft geraten. Sei es Chloé, die ihren Ehemann natürlich nur ob seiner inneren Wert ausgewählt hat und den Umstand seines Reichtums durch das Tennis als notwendiges Übel erträgt. Und der eben besagte Ex-Tennis-Star und Ehemann in spe, der genau so lebt, wie man es sich bei solch einer Person vorstellt und dem man die gespielte Tiefgründigkeit überhaupt nicht abnimmt. Diese vielleicht gewollte Überzeichnung hätte mit mehr Zynismus zum Erfolg kommen können.

Das erklärte Ziel von Regisseur Martin Valente war es, dass man sich am Ende des Filmes gut fühlt, glücklich und gleichzeitig etwas traurig, dass man die Personen verlassen muss. Tatsächlich wird aber der eine oder andere Kinobesucher lediglich glücklich sein, den Kinosaal am Ende wieder verlassen zu dürfen.
by André Scheede

Bilder © Camino Film