Up in the Air

Up in the Air (2009), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Up in the Air Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für Ryan Bingham (George Clooney). 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga), die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard Absolventin Natalie (Anna Kendrick) seinen Chef Craig (Jason Bateman) davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?

George Clooney, Jason Bateman und Vera Farmiga | mehr Cast & Crew


Up in the Air - Trailer




Filmfeature:


DVD und Blu-ray | Up in the Air

Blu-ray
Up in the Air Up in the Air
Blu-ray Start:
04.06.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 109 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Up in the Air Up in the Air
DVD Start:
04.06.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 105 min.

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Filmkritik Up in the Air

Filmwertung: | 8/10


Ryan Binghams Sicht auf die Welt ist ein wenig anders, als die eines gewöhnlichen Mannes - man könnte sagen: ausgedehnter, weiter ... wie er eben so ist, der Blick aus einem Flugzug – und das wird bereits im Vorspann durch eindrucksvolle Luftaufnahmen diverser Landschaften und Städte der Vereinigten Staaten von Amerika deutlich. Aber Ryan (George Clooney) ist ja auch kein durchschnittlicher Geschäftsmann mit einem alltäglichen Job. Denn Ryans Dienste kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein Unternehmen Angestellte entlassen will oder muss und selbst nicht in der Lage ist, diesen Leuten ihre Kündigung als Chance für einen Neuanfang zu verkaufen. Ryan kann das. Ryan ist gut in seinem Job und Ryan liebt seine Arbeit. Kann einem ein Mensch, der tagein und tagaus nichts anderes tut, als Menschen ihre Existenzgrundlage zu rauben und diese Arbeit auch noch gerne macht, überhaupt sympathisch sein? Er kann. Ryan kann es.

Durch seine Arbeit reist Ryan von Stadt zu Stadt, er ist immer unterwegs, 322 Tage im Jahr, sein Zuhause ist Up in the air, auf Flughäfen und in Airport-Hotels – und er liebt dieses unabhängige Leben ohne richtiges Heim, ohne Familie, ohne persönliche Verpflichtungen, welches er nahezu perfektioniert hat. Ryan beherrscht die Kunst des Lebens aus dem Koffer: er reist nur mit einem einzigen Trolley und verfügt trotzdem über die ausreichende und sorgfältige Garderobe eines Geschäftsmannes. Mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegt er sich durch die Flughäfen des Landes und wird vom dortigen Personal wie ein alter Bekannter begrüßt. Doch Ryans Welt gerät ins Wanken, als Alex und Natalie in sein Leben treten.

Ryan lernt die Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga) in der anonymen Bar eines Aiport-Hotels kennen. Sofort ist klar: hier haben sich zwei Gleichgesinnte, zwei Seelenverwandte getroffen. Alex ist Ryans weibliches Gegenstück, eine weltgewandte, toughe Geschäftsfrau; ständig auf Reisen – und sexy obendrein. Bei Alex muss sich Ryan keine Sorgen machen, dass er seine Unabhängigkeit verlieren könnte, sie passt perfekt in sein Leben. Doch mit Alex an seiner Seite scheint eine feste Bindung plötzlich nicht mehr so abwegig und Ryan beginnt, seinen Lebensstil in Frage zu stellen. Natalie (Anna Kendrick) ist Ryans junge Kollegin, eine ambitionierte Finanzexpertin, deren Firmen-Sparpläne Ryans geordnetes Leben gefährden. Im Rahmen dieser Sparmaßnahmen sollen Ryans teure Dienstreisen gestrichen und seine bisher persönlich ausgesprochenen Kündigungen zukünftig nur noch per kühler Videokonferenz überbracht werden. Eine respektlose und geradezu menschenverachtende Verfahrensweise, findet Ryan, der aus seiner langjährigen Berufserfahrung weiß, dass Entlassungsgespräche oft emotionsgeladen sind und eine persönliche Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Betroffenen bedeuten – und diese kann man nun mal nicht so einfach via Bildschirm durchführen. Nun muss Ryan seine junge, aufstrebende Kollegin auch noch unter die Fittiche nehmen, um ihr die Feinheiten seiner Arbeit näher zu bringen ...

Die Figur des Ryan Bingham ist eine maßgeschneiderte Rolle für George Clooney, der diesen cleveren, etwas abgeklärten Geschäftsmann mit dem für ihn typischen, leicht ironischen Humor spielt. Dabei spüren wir deutlich, dass hinter Ryans charmanter Fassade eine gewisse Leere steckt, die ihm selbst nicht bewusst ist. Vera Farmiga und Anna Kendrick sind perfekt besetzt und runden den Film erst richtig ab.

Regisseur und Drehbuchautor Jason Reitman („Thank you for smoking“ und „Juno“) und Co-Autor Sheldon Turner („Gesetz der Rache“) haben mit Up in the Air nicht wirklich eine Komödie geschaffen – dafür ist der Film mit seinem Entlassungshintergrund einfach zu nahe an der Realität der wirtschaftlich gebeutelten USA. Up in the Air ist eher ein ernster Film, der – besonders in der ersten Hälfte des Filmes - mit amüsanten Elementen gespickt ist. In der zweiten Hälfte verliert er dann leider an Schwung, was einem Clooney-Fan aber sicherlich nicht weiter stören wird und den Film auch nicht davor schützen wird, mit Auszeichnungen überschüttet zu werden. Bisher: Sechs Golden Globe-Nominierungen!

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Bilder © Paramount Pictures Germany