Unter dem Sand

Unter dem Sand (2015), Dänemark
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Koch Media

-> Trailer anschauen

Unter dem Sand Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

UNTER DEM SAND (AT) erzählt von einem der dunklen Kapitel der deutsch-dänischen Kriegsgeschichte: Weil Hitler und sein Führungsstab damit rechneten, dass die Alliierten ihren Gegenangriff über Dänemark einleiten würden, ließen sie die dänische Westküste nahezu komplett verminen. Insgesamt 2,2 Millionen Sprengsätze hatten die deutschen Besatzungstruppen am Nordseestrand vergraben, deren todbringende Gefahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer unter dem Sand lag. Jetzt waren es deutsche Kriegsgefangene, viele von ihnen minderjährige Jungen ohne Erfahrung, die zur Räumung der Strände eingesetzt wurden, zum Teil mit bloßen Händen. Dabei verloren Hunderte ihr Leben. | mehr Wissenswertes zum Film

Roland Møller, Mikkel Boe Folsgaard und Louis Hofmann | mehr Cast & Crew


Unter dem Sand - Trailer




DVD und Blu-ray | Unter dem Sand

Blu-ray
Unter dem Sand Unter dem Sand
Blu-ray Start:
22.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.
DVD
Unter dem Sand Unter dem Sand
DVD Start:
22.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Unter dem Sand

Filmwertung: | 8/10


Kriege hinterlassen nicht nur zerstörte Häuser und viele Opfer. Was viele im ersten Moment vergessen, sind Tausende, gar Millionen von Landminen, die unter der Erde bzw. unter dem Sand vergraben sind. Mit dieser Problematik beschäftigt sich die dänisch-deutsche Produktion Unter dem Sand. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden junge deutsche Soldaten von der dänischen Armee gezwungen, tausende Minen, die an der dänischen Westküste unter dem Sand liegen, zu entschärfen und den Sand minenfrei werden zu lassen. Diese Säuberung kostete hunderten von Soldaten ihr Leben. Unter dem Sand SzenenbildUnter dem Sand erzählt dieses düstere und recht unbekannte Kapitel der Nachkriegszeit auf eine beeindruckende Art und Weise.

Feldwebel Rasmussen wird beauftragt sich um die Säuberung des Strandes zu kümmern. Ihm werden 11 deutsche Soldaten zugestellt, genau genommen sind dies zum Teil noch Kinder. Die Soldaten sind im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Die Jungs sind verängstigt und vor allem noch sehr unerfahren. Dies spürt auch der strenge Feldwebel Rasmussen, der durch das geringe Alter der deutschen Soldaten zunehmend nachdenklicher wird. Doch er hat für diesen Auftrag nur wenige Monate Zeit bekommen und so führt er die deutschen Soldaten mit harter Hand und lautstark jeden Morgen zum Strand, wo sich die 11 Jungs ihrer lebensgefährlichen Aufgabe widmen. Viel mehr Worte braucht man über den Inhalt nicht zu verlieren. Unter dem Sand ist ein packendes und besonders kurzweilig erzähltes Drama. Mit einer Lauflänge von gut 100 Minuten ist er nicht unnötig in die Länge gestreckt, sondern erzählt sehr direkt und geradlinig seine Geschichte. Eine ganz große Stärke des Films ist dessen Unberechenbarkeit. Wie auch die Protagonisten sind auch für die Zuschauer sämtliche Explosionen urplötzlich, dass man im Kino das eine oder andere Mal vor Schreck kurz zucken muss. Allgemein sind die ganzen Entschärfungsszenen sehr spannend inszeniert und man fiebert bei jedem Drehen der Schraube der Tretmine mit und blickt bangend auf die Kinoleinwand. Unter dem Sand SzenenbildDer Film ist allgemein sehr kühl und schonungslos inszeniert. Wenn man z.B. einen Soldaten mit zerfetzten Armen weinen sieht, geht dies unter die Haut, auch wenn hier die Makeup-Arbeit aufgrund des geringen Budgets durchschnittlich ist.

Was definitiv nicht durchschnittlich ist, sondern auf einem ganz hohen Niveau, sind die Darbietungen der Schauspieler. Die Performances der jungen, überwiegend deutschen Darsteller, ist mehr als überzeugend. Der Zuschauer spürt deren Verunsicherung, Angst und Hoffnung auf Freiheit. Mimisch überzeugen alle und als Zuschauer leidet man stets mit ihnen mit. Eine herausragende Performance liefert der Däne Roland Møller ab. Seine innere Zerrissenheit, die sich durch den Hass auf die Nazis und das gleichzeitig steigende Mitgefühl mit den jungen deutschen Soldaten ausdrückt, wird von ihm glaubwürdig dargestellt. Møller spielt einen impulsiven Einzelgänger, der die Jungs in einer kleinen Hütte übernachten lässt, sie immer wieder stets lautstark anschreit und ihnen mehrmals klarmacht, dass es ihm egal sei, ob sie verhungern oder durch eine Mine sterben. Dadurch flößt er nicht nur den Soldaten Angst und Respekt ein, sondern auch dem Zuschauer. Der dänische Schauspieler zeigt hier ganz großes Schauspiel und ist ein weiterer Beweis neben Leuten wie Mads Mikkelsen, Nikolaj Coster-Waldau oder Thomas Bo Larsen, dass das „kleine“ Dänemark ganz große Schauspieler besitzt.

Auch isoliert von der Inszenierung und den Schauspielern betrachtet, ist Unter dem Sand einzigartig. Er ist einer der wenigen Filme über den 2. Weltkrieg bei dem der Zuschauer mit den deutschen Soldaten leidet und Empathie empfindet. Diese Opferrolle ist den Deutschen in solchen Filmen selten zugekommen. Unter dem Sand SzenenbildUnpassend wirkt dies nicht. Es ist vielmehr bemerkenswert, dass trotz der Fülle an Weltkriegsfilme immer wieder neue Geschichten verfilmt werden und dem Zuschauer eine andere Perspektive auf die Dinge ermöglicht wird. Kleine Abzüge erhält der Film aufgrund seines erzwungen wirkenden Endes und stellenweise fehlender Dramatik. Dennoch bleibt Unter dem Sand ein Anti-Kriegsfilm, der es wirklich verdient hat, diese Genrebezeichnung zu erhalten.


Fazit:
Interessanter, spannender und sehr kurzweiliger Film über ein eher unbekanntes Kapitel in der Nachkriegszeit im Jahre 1945. Mit herausragenden Darsteller und einer schonungslosen Inszenierung überzeugt Unter dem Sand fast komplett und ist ein starker Vertreter im Anti-Kriegsfilm-Genre.
by

Bilder © Koch Media


Info und Wissenswertes zum Film

UNTER DEM SAND – DAS VERSPRECHEN DER FREIHEIT erzählt von einem der dunklen Kapitel der deutsch-dänischen Kriegsgeschichte: Weil Hitler und sein Führungsstab damit rechneten, dass die Alliierten ihren Gegenangriff über Dänemark einleiten würden, ließen sie die dänische Westküste nahezu komplett verminen. Insgesamt 2,2 Millionen Sprengsätze hatten die deutschen Besatzungstruppen am Nordseestrand vergraben, deren todbringende Gefahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer unter dem Sand lag.