Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada

Unbranded (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: NFP

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Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada Filmplakat erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

4 Männer und 16 Mustangs durchqueren unberührte Landstriche des amerikanischen Westens. Ihr Anliegen: die Verbesserung der Situation der wild lebenden Pferde.
Der Student Ben Masters, drei seiner Freunde und der Regisseur Phillip Baribeau reiten von Mexiko nach Kanada - durch den majestätischen Grand Canyon, den Yellowstone und den Glacier National Park. In UNGEZÄHMT – VON MEXIKO BIS KANADA nehmen sie den Zuschauer mit auf eine Reise durch atemberaubende Landschaften und zeigen dabei das Potential wilder Mustangs. Ihr Ziel ist es, auf das tragische Schicksal dieser faszinierenden Tiere hinzuweisen: Für die Erhaltung des freien Weidelands mussten rund 50.000 Pferde eingefangen werden, die seitdem auf engstem Raum in Gefangenschaft leben.
| mehr Wissenswertes zum Film

Ben Masters, Ben Thamer und Jonny Fitzsimons | mehr Cast & Crew


Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada - Trailer





DVD und Blu-ray | Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada

DVD
Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada
DVD Start:
23.06.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.

Info und Wissenswertes zum Film

Ungezähmt - Die Route

Die ersten Erkunder des amerikanischen Westens folgten auf ihren Routen Stromsohlen und leicht passierbaren Wegen. Bei der Planung ihrer Routen richteten sie sich nach zuverlässigen Weideflächen und Wasserquellen und suchten den direktesten Weg zu ihrem Ziel. Nach dem Homestead Act von 1863 sind die meisten der Wege, die diesen Anforderungen entsprechen, jedoch privatisiert. Ihre Route musste die vier Freunde daher fast durchgängig durch den Grund und Boden führen, der von den Siedlern damals nicht gewählt wurde, da er für die Landwirtschaft als ungeeignet befunden wurde: Hohe Berge, trockene Wüsten und tiefe Schluchten.

Bei der Planung musste die Route auf vieles hin geprüft werden: ihre Eignung für die Pferde, die Steigung der Wege und die Tiefe der Flüsse. Der Reiseweg durfte die Pferde nicht zu sehr belasten.

Gemäß umfassender Untersuchungen der US-Kavallerie während der Besiedlung des Westens kann ein Pferd über einen längeren Zeitraum täglich bis zu 40 km auf flachem Grund zurücklegen, ohne dass der körperliche Zustand des Tieres beeinträchtigt wird. Da die Route die Gefährten nicht nur über flachen Boden führen würde, rechnete Ben Masters nur mit 24-32 km am Tag, je nach Umgebung. Zudem plante er alle 5-10 Tage eine eintägige Pause für die Tiere und das Team ein.

Ungezähmt - Die Route

Unter der Berücksichtigung all dieser Faktoren fand Ben Masters schließlich eine Route, die vom Süden nach Norden durch Arizona, Utah, Idaho, Wyoming und Montana verlief.

Nachdem auch alternative Routen und Ausstiegswege geplant waren und die regelmäßige Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser gesichert war, stand der Reiseweg fest.

Alles, was die Pläne der Freunde noch durchkreuzen konnte, nachdem die Route geplant war, waren plötzliche Wetterumschläge, Verletzungen, mangelnde Weideflächen, zu hohe Flüsse – und nicht zuletzt der Drang von 16 wilden Pferden, bei der ersten Gelegenheit durchzubrennen.

Mustangs

Mustangs sind wild lebende Pferde, die im Westen der USA, vor allem im Bundesstaat Nevada, aber auch in Kalifornien, Utah, Wyoming und Oregon leben.

Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier verschiedene Hauspferd-Rassen nach Mittel- und Nordamerika. Viele dieser Tiere entkamen, verwilderten und etablierten schließlich eine stabile Population – die heutigen Mustangs. Obwohl Mustang-Stuten nur etwa alle zwei bis drei Jahre ein Fohlen bekommen, steigt die Anzahl der Mustangs. Grund dafür ist auch der Mangel an natürlichen Feinden wie Pumas, Grizzlys und Wölfen.

1971 wurden Mustangs und Esel unter dem Erlass eines Gesetzes als „lebende Symbole des historisch bedeutenden und wegbereitenden Geist des Westens“ unter Artenschutz gestellt. Unter diesem Schutz begann der Bestand der Tiere immer weiter zu wachsen.

Durch die hohe Anzahl der Tiere wurde eine große Fläche an Weideland zerstört und das natürliche ökologische Gleichgewicht geriet vielerorts in Gefahr.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, wurden überzählige Pferde schließlich zusammengetrieben und eingesperrt. Das Bureau of Land Management (BLM) hat das Weideland bemessen und ein angemessenes Level des Mustang Bestands festgelegt. Dieses betrug 2014 26.700 Tiere. Eine Anzahl, die nach Ansicht des BLM gesunde Lebensbedingungen für die Pferde ermöglicht und dabei genug Weideland für die Rinder lassen würde.

2014 betrug die Mustang- und Esel-Population jedoch fast das Doppelte. Das BLM kann nicht genug Pferde zusammentreiben, weil schlicht kein Platz besteht, um die Tiere unterbringen. 50.000 Pferde leben bereits in Gefangenschaft. 15.000 von ihnen leben in Feedlot-artigen Gehegen, wo wenige darauf hoffen dürfen, adoptiert zu werden. 35.000 leben auf angemieteten Weideplätzen, wo die meisten ihr ganzes Leben verbringen, ohne eine Chance auf Adoption. 2014 hat der US Staat ca. 46 Millionen Dollar für Verpflegung und Personal zur Betreuung der 50.000 Wildpferde ausgegeben.

Sollten in naher Zukunft nicht Maßnahmen vorgenommen werden, um den Bestand der Mustangs zu verringern, besteht die Gefahr, dass überschüssige Tiere erschossen werden oder die Überpopulation wertvolle Ökosysteme zerstört, auf die einheimische Pflanzen und Tiere seit Tausenden von Jahren angewiesen sind.

Adoption alleine kann das Dilemma der Mustangs nicht lösen, es muss ein alternativer Weg gefunden werden, um die Anzahl der Tiere zu reduzieren. Vom Erhalt eines gesunden Weidelands hängt nicht nur die Zukunft der Mustangs ab, sondern auch die vieler anderer in freier Wildnis lebender Tiere und Gemeinden im Westen der USA.