Während die beiden Vorgänger in der modernen Welt angesiedelt waren und sich Vampire und Werwölfe mit Hightech Pistolen und Maschinengewehrern bekämpfen, ist "Underworld: Aufstand der Lykaner" als Film der den anfang der Story erzählt im Mittelalter angesiedelt. Gekämpft wird hier mit Schwertern und Pfeilen. Der Film ist dunkel gehalten, was bei den ständigen Übergriffen der wilden Werwölfe auch gut rüberkommt. Man unterscheide hier zwischen den wilden freilebenden und den als Sklaven gehaltenen, etwas zivilisierteren Werwölfen. Erzählt wird die Geschichte, wie die Werwölfe zu den Sklaven der Vampire wurden und von diesen als Wesen zweiter Klasse behandelt werden. Harte Arbeit und Auspeitschungen sind an der Tagesordnung. Als weiterer Strang wird die verbotene Liebesgeschichte zwischen Lucian und Sonja dargestellt.
Set und Ausstattung passen perfekt in die Zeit und auch die Story ist actiongeladen genug. Leider verpaßt es Regisseur Tatopoulos dieses alles zu nutzen. Als düsteres Liebesdrama fehlt dem Film Gefühl und als Horrofilm, fehlt ihm eindeutig Spannung. So verkommt der Film zu einem Action-Fantasysteifen ohne Höhepunkte. Der finale Kampf zwischen Lucian und Vampiroberhaput Viktor ist eine kurze Sequenz ohne Spannung und stimmiger Wendungen. Der Part um das Leibesdrama ist dem Underworld-Fan auch bekannt, gab es doch schon im ersten Teil einen Rückblick auf die Ereignisse, die hier halt einfach nachgestellt werden.
Michael Sheen und Bill Nighy als Lucian und Viktor haben hier die Paraderollen inne und bringen diese gut herüber. Sie kämpfen, fauchen und streiten sich durch den Film, als würde es wirklich um ihr Leben gehen. Rhona Mitra als indirekte Nachfolgerin von Kate Beckinsale, verblaßt hier total. Während Kate noch im coolen Outfit auf einem Kirchturm hockte und man(n) sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal von ihr Gebissen zu werden, bringt Rhona einmal mehr ihre Qualitäten als 0815 Darstellerin rüber. Man hat das Gefühl als suchten die Produzenten jemanden der in dem Genre nicht unbekannt ist, das wars auch schon. Schon in Doomsday kam sie als toughe Kämpferin nicht rüber.
Leider ist der Film nicht abgründig genug, es fehlt Spannung und Emotion und auch die Beziehungen der Charaktere untereinander wird nicht genug aufgebaut, weswegen der Film auch nur sehr kurz ist. 92 Minuten beinhalten auch den Abspann... Für Fans sicher sehenswert, aber der Reißer ist es nicht.
by Stephan