Trautmann

Trautmann (2018), Deutschland / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Biographie / Drama / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: SquareOne Entertainment

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Trautmann Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Er kam als Feind und wurde ihr Held: Regisseur Marcus H. Rosenmüller erzählt die spannende und bewegende Lebensgeschichte einer der außergewöhnlichsten deutschen Sportlegenden: BERND TRAUTMANN, gespielt von David Kross („Der Vorleser“, „Krabat“), der sich als verhasster deutscher Kriegsfeind in England ein neues Leben aufbaute und dank seines unglaublichen Willens und seines Lebensmutes als Sportler zur Legende und als Mensch zum Vorbild einer ganzen Generation wurde.

David Kross, Freya Mavor und John Henshaw | mehr Cast & Crew


Trautmann - Trailer




DVD und Blu-ray | Trautmann

Blu-ray
Trautmann Trautmann
Blu-ray Start:
20.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
Trautmann (2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook) Trautmann (2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook)
Blu-ray Start:
20.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.
DVD
Trautmann Trautmann
DVD Start:
20.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

Filmkritik Trautmann

Filmwertung: | 6/10


„Trautmann“ erzählt die Geschichte von Bert Trautmann (David Kross), ein deutscher Soldat, welcher während des zweiten Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft gerät. Nach dem Krieg bleibt er allerdings in England. Während seiner Gefangenschaft durfte er mehrmals bei dem kleinen Verein St. Helen den Torhüter ersetzen. Er schafft es den Verein vor dem Abstieg zu bewahren und verliebt sich in Margaret (Freya Mavor), die Tochter des Trainers Jack (John Henshaw). Als ein Talentscout auf Bert aufmerksam wird, bekommt er die Chance bei Manchester City zu spielen, doch er wird immer wieder damit konfrontiert, dass seine eigentlichen Wurzeln bei den ehemaligen Feinden liegen.

Bert Trautmann (David Kross) und seine Frau Margaret (Freya Mavor)
Bert Trautmann (David Kross) und seine Frau Margaret (Freya Mavor) © SquareOne Entertainment
Der Film ist eine Biografie über den ehemaligen Fallschirmjäger Bernhard „Bert“ Trautmann, welcher im zweiten Weltkrieg freiwillig der deutschen Wehrmacht diente. Das Biopic startet mit einem Hinterhalt im Wald, bei dem Trautmann gefangen wurde. Im Gefangenenlager stellt sich dann schnell heraus, dass er ein guter Torhüter ist und wird eines Tages vom Trainer Jack entdeckt, der dringend einen neuen Torhüter benötigt. Zufälligerweise hat er seine Tochter Margaret dabei und ab hier starten die typisch deutschen Schemen eines Films, der sich mit der Nachkriegszeit beschäftigt. Zu allererst wird eine Liebesgeschichte aufgebaut. Die Frau hat anfangs allerdings überhaupt keine Lust auf ihn, vor allem, da er aus Deutschland kommt und sie schon vergeben ist. Nach einiger Zeit ist diese Barriere überwunden und sie nähern sich an. Ihr eigentlicher Geliebter merkt die ganze Sache und verbietet den Kontakt mit ihm.

Bert Trautmann (David Kross)
Bert Trautmann (David Kross) © SquareOne Entertainment
Dementsprechend kommt es zu Hahnenkämpfen der beiden Anwärter, bei denen erstmal der Protagonist verliert, sich die Geliebte dann doch für ihn entscheidet. Dann gibt es ja noch die Sache, dass er ein ehemaliger deutscher Soldat ist: Der Krieg ist zwar schon vorbei, aber die Engländer sind sehr nachtragend und wollen ihn nicht bei sich haben. Margaret muss erst einen hochemotionalen Monolog halten, bei dem tausend Mal das Argument fällt, dass er die Vergangenheit hinter sich gelassen und erst allmählich beruhigen sich die Gemüter. Nach einem großen Ereignis (in diesem Fall war es ein Fußballspiel) ist der Deutsche dann doch der Held und wird mit tosendem Applaus akzeptiert und alle sind glücklich. Und fertig ist das gesamte Konstrukt des Films. Es ist sehr schade, dass die mit Produktionsländer Großbritannien und Irland nur das Geld und die Locations geboten haben.

Bert Trautmann (David Kross) mit seinem Sohn John (Tobias Masterson)
Bert Trautmann (David Kross) mit seinem Sohn John (Tobias Masterson) © SquareOne Entertainment
Der Regisseur Marcus H. Rosenmüller schafft es allerdings neben dem Abarbeiten von Klischees auch viele feinfühlige Momente zu kreieren. Es gibt Stellen, die in der sonst so vorhersehbaren Geschichte die emotionale Haltung brechen und andere Richtungen einschlagen. Diese Momente werden vor allem von den Schauspielern getragen. David Kross („Ballon“/„Der Vorleser“) schafft es oftmals mit nur einem Blick die Szenen zu tragen. Generell ist sein Charakter auf die Persönlichkeit von Trautmann zugeschnitten. Diese schauspielerische Präsenz kann man von Freya Mavor allerdings nicht erwarten. Sie hat genau einen Gesichtsausdruck, den sie in jeder erdenklichen Situation nutzt. Vielleicht liegt es an der fehlenden schauspielerischen Erfahrung oder an ihrem Können. Was man ihr zu Gute halten muss, ist jedoch die charakterliche Unterstützung, wenn sie mit Trautmann zu sehen ist. Zusammen ergeben sie eine Einheit, welche nicht so schnell gebrochen werden kann. Ein Charakter, der so ziemlich überrascht, ist der Kriegsgefangenenlagerleiter, welcher von Harry Melling („Harry Potter“-Filme) gespielt wird. Er wird anfangs als kleiner Antagonist eingeführt, verschwindet dann während der eigentlichen Handlung, doch schließt den Film am Ende perfekt ab.


Fazit:
„Trautmann“ ist ein typisch deutscher Film, welcher leider den Sprung weg von den Klischees nicht schafft. Positiv hervorheben muss man allerdings, dass dem Film es gelingt an einigen Stellen emotional dermaßen zu brechen, weswegen es doch ein überdurchschnittlich gutes Drama geworden ist.
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Bilder © SquareOne Entertainment