Transcendence

Transcendence (2014), USA / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: Tobis Film

Transcendence Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Dr. Will Caster (Johnny Depp), anerkannter Experte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz, und seine Frau Evelyn (Rebecca Hall) stehen kurz davor, ein vollkommen neuartiges Computersystem zu erschaffen – ein Elektronengehirn, das über menschliche Emotionen verfügt und selbstständig reflektieren kann. Eine Gruppe technikfeindlicher Extremisten will den Superrechner um jeden Preis verhindern und verübt ein Attentat auf Dr. Caster. Doch anstatt den Wissenschaftler zu stoppen, verhelfen sie ihm damit erst zum Erfolg. Denn Evelyn, hin und her gerissen zwischen Liebe und Forscherdrang, vollendet das Experiment gemeinsam mit Max Waters (Paul Bettany), einem engen Freund und Kollegen ihres Mannes. Sie verbinden das Gehirn des schwer verletzten Will mit dem Computer und lassen seinen Geist mit der Maschine verschmelzen. So entsteht ein hochintelligentes Wesen, das sich bald seiner ungeheuren Macht bewusst wird...

Johnny Depp, Morgan Freeman und Kate Mara | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Transcendence

Blu-ray
Transcendence Transcendence
Blu-ray Start:
28.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.
DVD
Transcendence Transcendence
DVD Start:
28.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Transcendence

Filmwertung: | 6/10


Mit dem Fortschritt der Wissenschaft und Forschung geht auch die Entwicklung der Technik einher. Immer neuere Erfindungen werden gemacht, um das Leben der Menschen ins Unermessliche zu steigern, zu verbessern und zu revolutionieren. Doch wieweit darf die Technik gehen und in das menschliche Leben eingreifen. Wo sind die Grenzen des Möglichen und wo werden moralische und ethische Schranken überschritten? Regisseur Wally Pfister greift diese Thematik auf und zeigt in seinem SciFi-Drama, welches Ausmaß eine schier grenzlose Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz nehmen kann und welche Risiken damit zwangsläufig verbunden sind.

Johnny Depp („Fluch der Karibik“) und Rebecca Hall („Iron Man 3“) verkörpern das Liebespaar und Wissenschafts-Duo Will und Evelyn Caster. Gemeinsam träumen sie von einer visionären Zukunft, in der Krankheiten geheilt, Not gelindert und das Leben durch künstliche Intelligenz gesteigert werden kann. Als sie kurz vor ihrem Durchbruch mit einem neuartigen Computersystem stehen, kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall. Will wird Opfer der Extremistengruppe R.I.F.T. (Revolutionary Independence From Technologie), die sich gegen die Forschung und die daraus resultierenden Gefahren stellt. Nicht nur ihr beruflicher Erfolg steht auf der Kippe, sondern auch das Ende einer großen Liebe. Will und Evelyn bleibt nicht mehr viel Zeit. Und so müssen sie eine Entscheidung treffen, die ihre weitere Laufbahn bestimmen wird.
Nach einer kurzen Sequenz, in der das Wissenschafts-Duo als Liebespaar eingeführt wird, rückt die Forschung in den Vordergrund. Schnell wird dem Zuschauer verdeutlicht, dass die zwei Hauptfiguren von einem unstillbaren Wissensdurst angetrieben und zu immer höheren Zielen gedrängt werden. Doch bereits während eines Vortrags zum Thema künstliche Intelligenz zeigt sich die Kehrseite der Medaille. Alle Bedenken werden in der Frage, ob Will am Ende mit seiner Technologie Gott spielen will, zusammengefasst. Spätestens ab diesem Punkt wird die Debatte des Films eröffnet, die bis zum Ende nicht eindeutig geklärt werden kann. Während die Frage zunächst mit wenigen Worten von der Hand gewiesen wird, offenbart sich dem Zuschauer in den kommenden Minuten ein grausames Szenario. Scheinbar von den Gefühlen übermannt und von dem unabwendbaren Schicksal gedrängt, unternimmt Evelyn einen waghalsigen Versuch, um ihren Mann zu retten. Gemeinsam mit ihrem engen Freund und Kollegen Max (Paul Bettany) wagt sie das Undenkbar: Sie verbindet den Geist ihres Mannes mit einem Computersystem, um ihn auf diese Art und Weise zu konservieren. Was zunächst als verzweifelte Liebestat erscheint, erweist sich binnen von Minuten als fataler Trugschluss. Der Geist von Will lebt durch die computergenierte Art fort, wodurch die Liebe der Hauptfiguren gerettet scheint. Über Mikrophone, Kameras und Bildschirme ist die Kommunikation zwischen ihnen gewährleistet. Die gemeinsamen Momente können fortgesetzt werden, wodurch zwangsläufig Assoziationen zum Drama „Her“ entstehen, in dem sich ein Mann in die Stimme seines Smartphones verliebte. Doch das hochintelligente Wesen entwickelt zusehends ein Eigenleben. Vernetzt mit dem Internet übernimmt es die Kontrolle über Evelyn. Bis zu diesem Punkt setzt sich das Scifi-Drama auf mehr oder minder bekannten Versatzstücken zusammen. Dass künstliche Intelligenz eine unabdingbare Gefahr in sich birgt, beweisen viele Produktionen des Genres. Doch Christopher Nolans Kameramann Wally Pfister („Inception“), der mit „Transcendence“ sein Regiedebüt feiert, setzt noch eins drauf. Er lässt das hochintelligente Computersystem zum Gott werden, der aus mittellosen und gar körperlich beeinträchtigter Menschen eine eigene Arbeiterarmee erschafft. Will rematerialisiert sich selbst, indem er seine Armee als Sprachrohr und Körperspender nutzt, bis es ihn gelingt, selbst Gestalt anzunehmen. Was anfangs spannend und interessant umgesetzt wird, kippt ab der Mitte des Films gehörig. Von einen auf den anderen Moment ist der Spalt zwischen Realität und Fiktion zu groß. Dem Zuschauer gelingt es nicht mehr, die Kluft zwischen den Welten zu überspringen, die mit jeder weiteren Filmminute größer zu werden scheint. Und damit verliert der Film an Spannung. Die visionäre Zukunftsvision entwickelt sich zu einem überspitzten Inferno der Computertechnologie, in dem der altbekannte Kampf zwischen Mensch und Maschine fortgesetzt wird. Das plötzliche Finale lässt das gesamte Konstrukt binnen Sekunden zusammenfallen und erhebt sich als Happy End, das nicht so recht mit der Handlung harmonieren will.
Pfister gelingt es durchaus über weite Strecken des Films durch verwachsene Handlungsstränge mit dem Genre zu spielen. Doch schlussendlich überspannt er den Bogen und nähert sich zu sehr den altbekannten Werken an. Johnny Depp agiert in gewohnter Souveränität zwischen exzentrischen Wissenschaftlicher, besorgten Romantiker und übersteigerter Persönlichkeit. Rebecca Hall schwangt mit ihrer Persönlichkeit, die sich immer wieder selbst in Frage stellt. Zusammen ergibt sich daraus ein durchaus funktionierendes Team, das Höhen und Tiefen zu überleben versucht, auch wenn Depp zur Randfigur degradiert wird. Trotz der visuellen Bilder bleibt die Handlung vorhersehbar und überschaulich und bietet kaum innovative Ideen, die sich prägnant im Kopf des Zuschauers festsetzen.

Fazit: „Transcendence“ baut auf einer guten Ausgangsidee auf, verliert sich aber zusehends an Oberflächlichkeiten, anstatt in die Tiefe der Thematik vorzudringen.

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Bilder © Tobis Film