Spuren

Tracks (2013), Australien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Biographie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

Spuren Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

1975 kommt die junge Robyn Davidson (Mia Wasikowska) mit nur einem Ziel nach Alice Springs: Sie will die australische Wüste bis zum Indischen Ozean durchqueren - 2.700 Kilometer, zu Fuß, begleitet nur von Kamelen und ihrem Hund Diggity. Nicht nur ihre Freunde und Eltern halten das Vorhaben für einen verrückten Traum: Ein cholerischer Kamelhändler (Rainer Bock) nutzt sie aus, als sie auf seiner Farm den Umgang mit den zauberhaften, aber auch gefährlichen Tieren erlernt. Als ihr das Geld ausgeht, lässt Robyn sich auf einen Deal mit dem „National Geographic“-Fotografen Rick Smolan (Adam Driver) ein. Gegen ihr Bauchgefühl erlaubt sie ihm, sie auf ihrer Reise zu besuchen und sie für eine Geschichte in dem Magazin zu fotografieren. Endlich, nach zwei Jahren Vorbereitungszeit voller Höhen und Tiefen, bricht sie auf – zu einem Trip in die Einsamkeit und zu sich selbst.
Sie suchte die Einsamkeit und wurde weltberühmt. Die Geschichte ihres Trips durch die Wüste Australiens, auf dem sie fast verdurstete, von wilden Kamelen bedroht wurde und die Kultur der Aborigines kennenlernte, erschien 1978 als Titelgeschichte des „National Geographic“. Wenig später schrieb sie ihren Bestsellerroman „Spuren“, der nun erstmals verfilmt wurde.


Mia Wasikowska, Adam Driver und Emma Booth | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Spuren

Blu-ray
Spuren Spuren
Blu-ray Start:
28.10.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 128 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
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DVD Start:
28.10.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 113 min.

Filmkritik Spuren

Filmwertung: | 7/10


Viele ältere „National Geographic“-Leser können sich vermutlich noch an Robyn Davidson erinnern, die damals mit ihrer Wanderung durch die australische Wüste die Welt faszinierte. Nun kommt ihre Geschichte in die Kinos: „Spuren“ (Originaltitel: „Tracks“, Australien, 2013).

Robyn Davidson (Mia Wasikowska) beschließt im Jahr 1975, eine Wanderung durch die australische Wüste - von Alice Springs bis zum indischen Ozean - zu Fuß und allein zu wagen. Das erfordert einige Vorbereitungen und vor allem auch finanzielle Mittel: Sie entscheidet sich dafür, die Reise mit Kamelen an ihrer Seite anzutreten. Diese aber muss sie sich erst verdienen und den Umgang mit ihnen lernen. Nach zwei Jahren möchte sie nun endlich aufbrechen und geht so eine Vereinbarung mit dem „National Geographic“-Fotografen Rick Smolan (Adam Driver) ein, um die letzten nötigen Gelder zu erhalten. Dafür darf Smolan sie an festen Stationen treffen und fotografieren. So beginnt für Robyn eine 2700 km lange und neun Monate dauernde Reise allein mit vier Kamelen und ihrem Hund Diggity durch die australische Wüste.

Im Jahr 1978 erschienen die Fotografien von Robyn Davidson und ihren Kamelen in einer Ausgabe der Zeitschrift „National Geographic“, die zu einer der auflagenstärksten der damaligen Zeit zählt. Nur zwei Jahre später veröffentlichte sie ihren Reisebericht als Buch mit dem Titel „Spuren“ (1980). Schon ab diesem Zeitpunkt gab es viele Versuche, die Rechte für das Buch zu sichern. Der Produzent Emile Sherman (oscar-prämiert für „The King’s Speech“ (2010)) erklärt, dass die Geschichte Davidsons zur Allgemeinbildung jedes Australiers zählt. So bemühte er sich viele Jahre darum, das Buch verfilmen zu dürfen. Nachdem die Rechte an dem Buch gesichert waren, wurde Davidson von der ersten Minute an mit ins Projekt involviert. Doch ihr war bewusst und es wurde von ihr abgesegnet, dass die Drehbuchschreiberin Marion Nelson ein eigenes Werk schuf. So konnte beispielsweise die Struktur der Erzählung nicht für den Film adaptiert werden (Ich-Perspektive mit inneren Monologen). Davidson war es vor allem wichtig, dass der Film eine australische Projektion ist und so kein typischer Hollywoodfilm aus ihrem Buch entstehen würde. Der amerikanische Regisseur John Curran, der sich im Alter von 24 Jahren für ein Leben in Australien entschieden hatte, war recht früh zum Projekt hinzugestoßen und konnte sich in den Hauptcharakter gut einfühlen. Nelson und Curran konzentrierten sich in ihrer Filmversion auf die Auslassungen und die Momente des Schweigens im Buch, um den Charakter Robyns besser greifbar zu machen. Dabei führten sie viele Gegebenheiten auf vergangene Ereignisse zurück und versuchten so Erklärungen dafür zu geben. Die Ausarbeitung der Geschichte ist größtenteils gut gelungen und kann den Zuschauer für die Figur Robyn und ihrer Reise begeistern. Die Story besitzt zwar im Allgemeinen keine große Überraschungen oder Wendungen und erinnert in vielen Punkten an andere Abenteuerfilme, da viele Gefahren und Begebenheiten sehr typisch sind (Wetter, Angriff von Tieren, Verlust, Orientierungsprobleme). Doch wird dafür deutlich eingefangen, welchen Belastungen und Extremsituationen Robyn ausgeliefert war. Zudem arbeitet der Film schön heraus, dass die Begegnungen mit der modernen Welt abseits der Natur ihr mehr Unbehagen bereiten, als sich der Wildnis zu stellen. Die Begegnungen mit Rick, Reportern oder Schaulustigen stören immer wieder ihre Ruhe und ihren Selbstfindungsprozess. Die Filmbilder unterstützen diese Eindrücke perfekt. In Anlehnung an die Fotografien von Smolan wird ihre Reise authentisch wiedergegeben und die Schönheit der Natur wunderbar eingefangen. Auch die Tiere nehmen einen großen Stellenwert im Film ein. Als Gegenentwurf zu den aufdringlichen Menschen sind sie liebenswürdige Reisegefährten. Wasikowska lernte dafür ebenso wie Davidson vor fast 30 Jahren den Umgang mit den Kamelen. So entstanden wunderschöne Tieraufnahmen, die den Betrachter in den Bann ziehen und den Verlust eines geliebten Tieres umso deutlicher spürbar machen. Die australische Schauspielerin Wasikowska war von Anfang an der Wunschkandidat von Davidson und den Filmemachern. Glücklicherweise vergingen einige Jahre bevor der Dreh begann, so dass sie in das richtige Alter für die Rolle kam. Sie spielt die Figur überzeugend und ihr Gesicht spiegelt die Weltverdrossenheit und die Sehnsucht der Protagonistin perfekt wieder. In den Nebenrollen ist der Film ebenfalls gut besetzt. Dabei ist speziell der Schauspieler Rolley Mintuma zu erwähnen. Er spielt den Aborigine-Ältesten Mr. Eddy und spricht im Film nur in der Sprache Pitjantjatjara, welche auch die Muttersprache des Darstellers ist. Seine Rolle sowie viele Details, die Ausstattung und die Aufnahmen, die wirklich in der australischen Wüste entstanden sind, verleihen dem Film Authentizität. Die Musik verhält sich dabei meist unauffällig und hat nur wenige Einschläge ins Pathetische. Im Gegensatz zum hochgelobten Film „Into the wild“ (2007) ist der Charakter der Robyn greifbar und kann so mehr Interesse und Nähe zur Figur evozieren. Den Filmemachern ist somit ein rundum stimmiger Spielfilm gelungen.

Fazit: Der Film „Spuren“ kann als eindringliches Portrait von Robyn Davidson überzeugen. Die Filmaufnahmen zeigen die Wüste in all ihren Facetten und die Schönheit der Natur. Im Gesamten schufen die Filmemacher einen soliden und schönen Film mit einer sehr gut spielenden Mia Wasikowska in der Hauptrolle.

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Bilder © Ascot Elite