Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie / Drama / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist ein schwarz-komödiantisches Drama von Oscar®-Preisträger Martin McDonagh (BRÜGGE SEHEN – UND STERBEN). Nachdem im Mordfall ihrer Tochter Monate vergangen sind, ohne dass ein Schuldiger gefasst wurde, wagt Mildred Hayes (Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand) einen mutigen Schritt. Sie bemalt drei an der Straße gelegene Außenflächen, die in die Stadt führen, mit kontroversen Sprüchen, die an William Willoughby (Oscar®-Nominierter Woody Harrelson), den ehrenwerten Polizeichef, gerichtet sind. Als sein stellvertretender Sheriff Dixon (Sam Rockwell), ein unreifes Muttersöhnchen mit Neigung zur Gewalt, sich einmischt, verschärft sich der Kampf zwischen Mildred und Ebbings Gesetzeshütern nur noch weiter.

Frances McDormand, Peter Dinklage und Sam Rockwell | mehr Cast & Crew


Three Billboards Outside Ebbing, Missouri - Trailer




DVD und Blu-ray | Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Blu-ray
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Blu-ray Start:
07.06.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (4K Ultra HD) Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
07.06.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.
DVD
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
DVD Start:
07.06.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

Filmkritik Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Filmwertung: | 8/10


Es sind drei verfallene Werbetafeln auf einer kargen Landstraße, die Mildred Hayes (Frances McDormand) auf eine Idee bringen. Zurück in der Stadt wendet sie sich an den Besitzer der Tafeln (Caleb Landry Jones) und mietet sie. Auf ihnen prangert Mildred die ergebnislosen Ermittlungen der Polizei im Mordfall ihrer Tochter an, denn auch nach mehreren Monaten sind Chief Willoughby (Woody Harrelson) und sein Kollege Dixon (Sam Rockwell) bei diesem Fall keinen Schritt weiter. Mit den Tafeln bringt Mildred ihre Familie, die Stadt und die Polizei gegen sich auf, doch Mildred lässt sich nicht unterkriegen und weiß sich zu wehren.

Frances McDormand (Mildred Hayes)
Frances McDormand (Mildred Hayes) © 20th Century Fox
Autor und Regisseur Martin McDonagh („Brügge sehen… und sterben?“, „7 Psychos“) beweist auch bei „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ sein Talent für schwermütige Themen, trockenen Humor, facettenreiche Figuren, ihre komplexen inneren Konflikte und eine geschickt aufgebaute, charaktergetriebene Handlung.

In „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ sind die Figuren die treibenden Kräfte, die bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt und geschauspielert sind, allen voran Mildred Hayes, Chief Willoughby und der Polizist Dixon.

Die Bitterkeit und den Zorn von Mildred Hayes strahlt Frances McDormand in jeder Szene glaubwürdig aus. Sie bewegt sich durch den Film wie eine Gewitterwolke, bei der man nie weiß, wann, auf wen und wie sie ihren Zorn niederprasseln lässt. Mildred weist jeden zurecht, der sie in ihre Schranken weisen oder ihr ins Gewissen reden will. Sowohl jene, die ihr mit Vernunft und Versöhnung kommen, als auch jene, die ihr Vorwürfe machen. Je weiter der Film voranschreitet, desto angespannter wird die Stimmung zwischen Mildred und ihrer Umgebung und damit auch die Atmosphäre des Films. Selbst als Zuschauer ertappt man sich dabei, wie man von Mildred eingeschüchtert ist und man angespannt zusieht, wie sich die nächste Konfrontation anbahnt. Gleichzeitig sympathisiert man mit Frances McDormands Rolle. In vielen kleinen intimen Momenten kommt ihre sanfte Seite zum Vorschein und auch hier glänzt McDormand mit überragendem Schauspiel. Man hat nie Zweifel daran, dass Mildred im Grunde ein guter Mensch ist. Ihre Gefühle und Absichten bleiben stets nachvollziehbar. Doch die Maßnahmen, zu denen sie sich im Laufe des Films getrieben sieht, werden zunehmend drastischer und regen auch den Zuschauer dazu an, Mildreds Verhalten trotz ihrer nachvollziehbaren Gefühle in Frage zu stellen. All das trägt zu ihrer Vielschichtigkeit bei, sodass man umso interessierter ihre Entwicklung verfolgt.

Woody Harrelson (Sheriff Bill Willoughby) und Frances McDormand (Mildred Hayes)
Woody Harrelson (Sheriff Bill Willoughby) und Frances McDormand (Mildred Hayes) © 20th Century Fox
Aufgrund von Mildreds Werbetafeln sieht sich Chief Willoughby unter Zugzwang und rollt den Fall neu auf. Gleichzeitig versucht Chief Willoughby Mildred mit versöhnlichen Tönen zur Vernunft zu bringen. Er hat Verständnis für Mildred, macht sich aber keine Illusionen, was die Aussichten für die Lösung des Falls angeht. Aufgrund mangelnder Hinweise und rechtlicher Rahmenbedingungen sind ihm bei seinen Ermittlungen die Hände gebunden. Obwohl man als Zuschauer Mildreds Kampf um Gerechtigkeit nachvollzieht, sympathisiert man auch mit Woody Harrelsons Charakter, der sich vor der unlösbaren Aufgabe sieht, Mildred zu besänftigen, seine Kollegen im Zaun zu halten, die Ermittlungen wieder aufzunehmen und sich aufgrund schwerwiegender persönlicher Probleme möglichst viel Zeit für seine Familie nehmen will. Woody Harrelson spielt jede dieser Facetten und Stimmungen meisterhaft.

Sam Rockwells Dixon beginnt als impulsiver und nachlässiger Polizist, von dem man sich als Zuschauer nicht gerade die beste Meinung bildet. Doch macht er im Verlauf der Handlung eine spannende und emotionale Entwicklung durch, die man gebannt mitverfolgt. Hier zeigt sich zudem erneut, dass Sam Rockwell ein unfassbar guter Darsteller ist, der es mit seinem Schauspiel und Martin McDonaghs ausgefeiltem Drehbuch schafft, seiner zunächst durchschaubar und einfach wirkenden Figur Tiefe, Glaubwürdigkeit und Nahbarkeit zu verleihen.

Sam Rockwell (Officer Jason Dixon) und Frances McDormand (Mildred Hayes)
Sam Rockwell (Officer Jason Dixon) und Frances McDormand (Mildred Hayes) © 20th Century Fox
Da der überwiegende Teil der Figuren in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ auf Konfrontationskurs ist, sind auch die Dialoge enorm emotional aufgeladen. Die angespannte Stimmung in den Gesprächen droht stets zu eskalieren und schlägt ebenso häufig wie plötzlich um. Gleichzeitig kommt auch der behutsam eingestreute, trockene, mal bittere und stets passende Humor zum Tragen, der den Film in seiner emotionalen Vielschichtigkeit bereichert.

Gewalt als Folge von emotionalem Schmerz, Trauer und Zorn ist ebenfalls ein Thema in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Diese blitzt nur in wenigen Szenen auf, doch dann ist sie plötzlich, heftig und unangenehm anzusehen. Sie stößt den Zuschauer regelrecht ab, was die Haltung des Films und seine Thematik ideal ergänzt und überträgt.


Fazit:
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist ein raues Drama mit einer hochemotionalen und angespannten Atmosphäre, phänomenalem Schauspiel, spannenden Entwicklungen und facettenreichen Figuren, die auf der Suche nach Gerechtigkeit und Erlösung miteinander und mit ihrem Schmerz kämpfen, aber trotz ihrer nachvollziehbaren Beweggründe zunehmend Gefahr laufen, von ihrem Zorn verzehrt zu werden. Die bittere Stimmung und die wutschäumenden Dialoge werden mit einfühlsamen Momenten und treffsicherem trockenen Humor zu einem gelungenen, emotional vielschichtigen Ganzen vervollständigt.
by

Bilder © 20th Century Fox