Thor

Thor (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Fantasy / Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Thor Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Asgard - das sagenumwobene Königreich der Götter. Hier hat sich der mächtige Thor (Chris Hemsworth) als wagemutiger und tapferer Krieger einen Namen gemacht. Doch durch eine rücksichtslose, mutwillige Entscheidung entfesselt der ebenso arrogante Donnergott aufs Neue einen seit Generationen befriedeten Krieg im Götterreich. Zur Strafe wird Thor daraufhin von seinem Vater Odin (Anthony Hopkins) auf die Erde verbannt und ist gezwungen, sein Dasein unter den Menschen zu fristen. Die Rückkehr in seine Heimat ist ihm erst gestattet, wenn er gelernt hat, seine Überheblichkeit zu zügeln und seine Kräfte nach den göttlichen Regeln von Asgard zum Wohle aller einzusetzen.

Es ist ein harter Aufschlag auf der Erde für Thor - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman) und ihr Team nehmen den jungen Mann auf, der direkt vor ihren Augen wie ein Stein vom Himmel fällt. Auch das Militär wird schnell auf den ungewöhnlich kampferprobten Fremden aufmerksam. Denn dieser hadert schwer mit seinem Schicksal und stößt bei der Suche nach seinem Machtsymbol, dem Hammer, immer wieder an die Grenzen der irdischen Welt. Doch dann bietet sich ihm die Gelegenheit zur Bewährung: Ein übermächtiger Gegner, der im Verbund mit den dunkelsten Kräften seiner Heimat Asgard steht, beginnt, die Erde mit einem Inferno zu überziehen. Nur Thor ist in der Lage, die Menschheit zu beschützen...


Chris Hemsworth, Natalie Portman und Anthony Hopkins | mehr Cast & Crew


Thor - Trailer




DVD und Blu-ray | Thor

Blu-ray
Thor (inklusive DVD + Digital Copy) Thor (inklusive DVD + Digital Copy)
Blu-ray Start:
12.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.
Thor (3D Version inkl. 2D Blu-ray, DVD + Digital Copy) Thor (3D Version inkl. 2D Blu-ray, DVD + Digital Copy)
Blu-ray Start:
12.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.
DVD
Thor Thor
DVD Start:
12.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

Filmkritik Thor

Filmwertung: | 5/10


Götterdämmerung bei den Marvel Studios: Mit Thor findet nun die jahrelang geplante Umsetzung des erfolgreichen Comichelden seinen Weg in die deutschen Kinos. Die von Comiclegende Stan Lee erdachte Figur sollte bereits in den 90ern eine Rolle in den Lichtspielhäusern spielen, im Gespräch für den Regisseursposten war unter anderem Sam Raimi. Es gab auch bereits ein Drehbuch, für dessen Umsetzung waren jedoch rund 300 Millionen Dollar veranschlagt – viel zu viel für die Produzenten.

Dass nun ausgerechnet Kenneth Branagh die Verfilmung des Comics übernommen hat, darf jedoch verwundern, weckt aber auch Interesse: Branagh ist sonst kein Regisseur von Auftragsarbeiten, sondern im Gegensatz sehr autark, erntete viel Erfolg mit seinen Shakespeare-Adaptionen (Henry V., Hamlet), seiner Hitchcock-Hommage Schatten der Vergangenheit und besonders mit seiner viel zu unbekannter Tragikomödie Peter’s Friends. Branagh ist ein Allroundtalent, führt nicht nur Regie, sondern schreibt Drehbücher und spielte selbst auch schon einige Rollen. Dabei gilt der Nordire als ein Regisseur, der Schauspieler zu Höchstleistungen anspornt und seine Inszenierung sehr auf die Geschichte des Drehbuchs abstimmt, was mit dem massenkompatiblen Industriekino Hollywoods kaum vereinbar ist. Oder vermag es Branagh, dem inzwischen ausgelutschten Superheldenkino neue Aspekte abzuringen?

Die Antwort lautet: nein. Dabei ist Thor kein schlechter Film, insbesondere die Ausstattung kann sich sehen lassen: das Setdesign ist hervorragend und bietet, auch durch die gute Kameraführung, aufwendige Bilder, die Effekte sind gelungen, das Sounddesign ebenfalls überzeugend.

Auch die Darsteller sind gut gewählt: Anthony Hopkins als Göttervater Odin darf seinen mäßig-routinierten Auftritt in The Rite – Das Ritual schon mit wenigen Szenen übertreffen, besonders überzeugt jedoch Hauptdarsteller Chris Hemsworth durch seine Ausstrahlung, sein Gegenüber Tom Hiddleston kann da mithalten. Ausgerechnet Natalie Portman bleibt hingegen den ganzen Film über recht blass, spielt allerdings auch nur eine Nebenrolle. Selbiges trifft auf den sonst immer guten Stellan Skarsgård zu.

Woran Thor letztlich scheitert sind die archetypischen Motive und Erzählmechanismen des Superheldenkinos. Inhaltlich dreht sich der Plot um einen Konflikt zwischen Vater und Sohn sowie eine Rivalität zwischen zwei Brüdern, beides beinhaltet die üblichen Situationen und Dialoge, die man aus unzähligen anderen Filmen ähnlicher Couleur kennt. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn die Grundhandlung stimmig geschrieben wäre, doch auch hier bedient sich Thor der üblichen Mechanismen: Wo Peter Parker und andere Helden lernen müssen, ihre neu erworbenen Fähigkeiten zu kontrollieren, wird dieses Prinzip in Branaghs Film einfach umgekehrt, Thor dazu verdammt zu lernen, wie er ohne Superkräfte auskommen kann. Die daraus resultierende Moral ist allerdings kaum der Rede wert, wie leider alles Inhaltliche, denn kaum ein Thema wird wirklich in den Mittelpunkt gerückt, alles wird schnell abgehandelt: Orientierung in der neuen Welt; Verlust der Superkräfte, Identitätskrise und Love Interest werden zusammengemixt und sorgen dafür, dass Thor inhaltlich rein gar nichts zu bieten hat und schlimmer noch, sehr unausgewogen daherkommt, dramaturgisch ist Thor sehr flach.

So bleibt es an der Inszenierung, die Handlungsschwächen zu verwischen. Dies funktioniert stellenweise über die Schauwerte, insbesondere die erste, atmosphärisch in Szene gesetzte Actionssequenz im eisigen Reich der Antagonisten ist stimmig, danach enttäuscht aber gerade die Action, denn viel hat Thor hier nicht zu bieten. Ärgerlich ist, dass die Kämpfe schnitttechnisch ein Reinfall sind. Wild und willkürlich mutet es an, wenn acht Schnitte in zwei Sekunden das menschliche Auge völlig überfordern – in Thor gehört es scheinbar zum Handwerk. Man muss dem Film zugute halten, dass er über volle zwei Stunden unterhaltsam ist, insbesondere nach dem mauen Finale bleibt jedoch nur das Fazit, dass Branagh einen völlig belanglosen, höhepunktarmen Blockbuster geschaffen hat, der es verpasst, sich von anderen Filmen des Genres abzuheben.

Noch ein Wort zur 3D-Fassung: In Nahaufnahmen und bei den digitalen Kamerafahrten bietet 3D einen gewissen Mehrwert, davon abgesehen krankt die Technik an den üblichen Problemen: das Bild ist immer etwas dunkel, einige Perspektivfehler treten auf und Unschärfen sind zu beobachten. So kann man Thor getrost in der 2D-Fassung sehen und Geld sparen.

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Bilder © Paramount Pictures Germany