The Zero Theorem

The Zero Theorem (2013), USA / Rumänien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Fantasy / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

The Zero Theorem Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

In einer dystopischen Zukunft lebt das exzentrische Computergenie Qohen Leth (Christoph Waltz) äußerst zurückgezogen in der Ruine einer ausgebrannten Kirche. Für eine anonyme Firma arbeitet er fieberhaft daran, das „Zero Theorem“ zu lösen. Diese mathematische Formel enthält nicht weniger als die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Den Machthabern der Orwellschen Zukunftswelt, in der Qohen lebt, scheint dies gar nicht zu gefallen. Sie schicken ihm immer wieder die verführerische Bainsley (Mélanie Thierry) sowie Bob (Lucas Hedges), den rebellischen Sohn des mysteriösen Firmenvorstands „Management“ (Matt Damon) ins Haus, um seine Forschungen zu stören und die Lösung des größten Rätsels der Menschheit zu verhindern. Doch Leth ist fest entschlossen, seine Arbeit zu Ende zu bringen. Denn man hat ihm in Aussicht gestellt, dass er dann jenen Anruf erhalten würde, auf den er seit Jahren verzweifelt wartet.

Christoph Waltz, Matt Damon und Tilda Swinton | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | The Zero Theorem

Blu-ray
The Zero Theorem The Zero Theorem
Blu-ray Start:
09.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.
DVD
The Zero Theorem The Zero Theorem
DVD Start:
09.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik The Zero Theorem

Filmwertung: | 8/10


Wieso sind wir hier? Diese eigentlich simple Frage stellt sich der Mensch seit Jahrtausenden, bis heute ohne Erfolg. Selbiges stellte auch Regisseur und Drehbuchautor Terry Gilliam vor ein Rätsel als er 1983 unter dem satirischen Deckmantel Monty Phytons nach dem „Sinn des Lebens“ zu suchen begann. Die Faszination der philosophischen Frage nach unserer Daseinsberechtigung geht er ab dem 27. November in „The Zero Theorem“ erneut auf den Grund.

Qohen Leth (Christoph Waltz, „Inglourious Basterds“) verabscheut die Menschen. Das Computergenie liebt die Isolation und Einsamkeit, spricht von sich selbst im Plural und kämpft gleichzeitig mit der großen Frage nach dem Sinn des Lebens. Die Welt, in der er lebt, wird von kapitalistischen Großunternehmen, technikabhängigen Menschen und oberflächlichen Beziehungen bestimmt. Nachdem Leth seinen Wunsch gestattet bekommt, von zu Hause aus zu arbeiten, bekommt er erstmals in seiner Karriere eine Aufgabe, die dem kauzigen Einzelgänger schier unlösbar scheint. Doch das Management seiner Firma (Matt Damon, „Bourne“-Trilogie) besteht auf die Lösung der mathematischen Formel und stellt Leth den hochintelligenten Computerfreak Bob (Lucas Hedges, „Moonrise Kingdom“) zur Seite. Doch welche Rolle spielt die gutaussehende Bainsley (Mélanie Thierry, „Babylon A.D.“)?

Viel wurde darüber spekuliert, dass „The Zero Theorem“ Gilliams Abschluss der „Brazil“-Trilogie sei und damit den dystopischen Thrillern „Brazil“ und „12 Monkeys“ folge. Doch trotz der Dementierung dieser Gerüchte gliedert sich die Tragödie nahtlos in Gilliams bevorzugtes Genre dystopischer Filme ein. Mit einem vergleichsweise geringen Budget von nur rund zehn Millionen Dollar realisierte Gilliam binnen weniger als 40 Tagen mit „The Zero Theorem"“ das Debütwerk des Drehbuchautoren Pat Rushin. Dessen skurriler Trip befördert den Zuschauer für zwei Stunden in die Überzeichnung einer medienbeherrschten und unpersönlichen Welt, in denen Daten die Macht bestimmen.

Getreu des Filmslogans „Nothing is everything“ gelang es Regisseur Gilliam, zahlreiche Hollywoodstars von seiner Vision zu überzeugen, sodass diese zustimmten, für den tariflichen Mindestlohn zu arbeiten. Denn mit Christoph Waltz, Matt Damon, David Thewlis, Ben Wishaw und Tilda Swinton ist der Film zudem erstklassig besetzt. Allen voran dominiert der zweifache Oscar-Preisträger Christoph Waltz, der mit einer der besten Leistungen seiner Karriere einer dritten goldenen Statue leichtfüßig entgegengeht.

Bis zum nachdenklich stimmenden Finale zügelt Drehbuchautor Rushin seine Gesellschaftskritik keine Sekunde. So gelingt es Gilliam in der Vintage-Visualisierung, den Überwachungsstaat mit all seinen bedrückenden Kontrollmechanismen erstklassig in Szene zu setzen. Dabei wird dem Betrachter eine wahre Bandbreite kleiner Details zugespielt, die unterbewusst die Atmosphäre der Tragödie verdunkeln.

Fazit: „The Zero Theorem“ ist mit Sicherheit keine leichte Kost, was man beim Regisseur von Filmen wie „Fear and Loathing in Las Vegas“ und „12 Monkeys“ jedoch auch nicht erwarten würde. Doch für zwei Stunden Konzentration wird der Zuschauer hier mit einem famosen Christoph Waltz und der Vision einer erdrückend düsteren Dystopie belohnt, die einen zynischen Blick auf unsere Zukunft erhascht.
by Yannik Riedl

Bilder © Concorde Filmverleih GmbH