Ganz weit hinten

The Way, Way Back (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

Ganz weit hinten Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Die Sommerferien stehen an. Für den 14-jährigen, eher etwas schüchternen Duncan (Liam James) heißt das, diese gemeinsam mit seiner Mutter Pam (Toni Collette), ihrem neuen Freund Trent (Steve Carell) und dessen Tochter Steph (Zoe Levin) in einem Ferienhaus am Meer zu verbringen.
Da Duncan weder mit dem sehr dominanten Trent noch mit der pubertierenden und ihn ignorierenden Steph so richtig zurechtkommt und überall aneckt, verbringt er seine Zeit lieber im Aquapark „Water Wizz“. Als er hier auf Owen (Sam Rockwell), einen sorglosen Angestellten des Parks, trifft und sich mit ihm und dem restlichen Personal anfreundet, scheint der Sommer doch noch einige positive Überraschungen für Duncan bereit zu halten...


Liam James, Annasophia Robb und Steve Carell | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Ganz weit hinten

Blu-ray
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Blu-ray Start:
04.04.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 103 min.
DVD
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DVD Start:
04.04.2014
FSK: 0 - Laufzeit: 99 min.

Filmkritik Ganz weit hinten

Filmwertung: | 7/10


Als Teenager hat man es nicht immer leicht. Besonders nicht, wenn die Mutter einen neuen Freund hat, mit den man sich überhaupt nicht versteht. Duncan (Liam James) ist gerade mal vierzehn Jahre alt und fühlt sich schon als kompletter Versager. Zu seinem ohnehin angeknacksten Selbstwertgefühl kommen die ständigen Demütigen von Trent (Steve Carrell) hinzu, dem neuen Mann im Haus. Als der gemeinsame Sommerurlaub ansteht, kann es für Duncan gar nicht mehr schlimmer kommen. Gemeinsam mit seiner Mutter Pam (Toni Collette), Trent und dessen Tochter Steph (Zoey Levin) beginnt die scheinbar schlimmste Zeit im Leben des Teenagers. Doch dann bekommt er die Chance auf einen Ferienjob, durch den er endlich sein wahres Ich kennenlernt und einen Richtungswechsel einschlagen kann.

Das Autorenduo Nat Faxon und Jim Rash, das für ihr erstes gemeinsames Drehbuch zu „The Descandants – Familie und andere Angelegenheiten“ einen Oscar bekam, widmet sich mit ihrem Regiedebüt einen unbeholfenen Teenager, der auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Duncan befindet sich mitten in der Pubertät. Doch weder seiner Mutter noch der neue Freund können seine Probleme verstehen. Ständig scheint der Junge mit seinen Ansichten anzuecken, was ihm auch immer wieder von seinen Mitmenschen vorgehalten wird. Stets als Versager abgestempelt fühlt sich Duncan als Außenseiter, der zusehends von seiner eigenen Familie ausgegrenzt wird. Erst durch die Freundschaft mit dem Aquapark-Mitarbeiter Owen (Sam Rockwell), der sich im Laufe des Sommers zu einer Vaterfigur entwickelt, erfährt Duncan Vertrauen, Zuneigung und Rückhalt.

Faxon und Rash betrachten die innere Gefühlswelt ihrer Hauptfigur mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen. In sehr ruhigen Bildern erzählen sie eine Independent Sommerkomödie, die den gesamten Schmerz eines Teenagers in den Fokus stellt. Der Aquapark „Water Wizz“ wird als Duncan großer Wendepunkt inszeniert, wo er Zuflucht und wahre Freunde findet, die hinter ihm stehen. Der Junge wird von den Mitarbeitern akzeptiert und schnell als vollwertiger Kollege integriert. Er bekommt Verantwortung übertragen und kann erstmals über sich und seine Fähigkeiten hinauswachsen. Duncan grenzt sich immer mehr von seinem Zuhause ab und schafft sich problemlos ein neues, dass Hoffnung und Freude verkörpert. Inmitten seiner neuen Familie reift Duncan sichtlich heran und genießt seinen Selbstfindungstrip, der die privaten Probleme immer wieder in Vergessenheit geraten lässt. Weder die angetrunkene Mutter, noch die zickende Stiefschwester in Spe können den Jungen die neuerlangte Freiheit vermiesen. Zudem sorgt die schöne Nachbarstochter für die ersten romantischen Gefühle.
Liam James („Weihnachten voller Hoffnung“) verkörpert den schmerzlich gepeinigten Teenager, der den Zuschauer mit auf seine Reise nimmt. Wenn er aus seiner Lethargie ausbricht, sein Selbstwertgefühl ausbaut und letzten Endes sogar seine Mutter wachrüttelt, freut man sich über die Entwicklung. Steve Carell verkörpert erstmals einen sehr unsympathischen Charakter, was ich nach seinen Auftritten als sympathisch-naiver Normalo in „Crazy, Stupid, Love“ oder „Auf der Suche nach einem Freund bis ans Ende der Welt“ sichtlich gut tut. Sam Rockwell („7 Psychos“) offenbart sich als chaotisch-liebenswerter Ersatzvater schon fast als rettender Engel. Mit seiner Darbietung als sorgenloser Sunnyboy gewinnt er ebenso schnell die Sympathie wie Duncan. In den Nebenrollen sorgen Allison Janney („Juno“) und AnnaSophia Robb („Soul Surfer“) für eine gelungene Aufheiterung. Und selbst die Autoren geben sich am Rande die Ehre. Gelegentliche Längen des Films fallen kaum ins Gewicht, weil die Geschichte durch ihre anrührende Art und ihre charmanten Darsteller zu überzeugen weiß.

Fazit: Eine sympathische Coming-of-Age-Geschichte, die für gute Laune sorgt und jeden pessimistischen Gedanken der dunklen Jahreszeit im Keim erstickt. Auch wenn die Geschichte durchweg ruhig bleibt, versprüht sie einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.

by

Bilder © 20th Century Fox