The Voices

The Voices (2014), USA / Deutschland
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Komödie / Horror
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

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The Voices Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der freundliche Jerry Hickfang (Ryan Reynolds) lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und arbeitet in einer Badewannenfabrik. Sein Leben wird bestimmt von der Beziehung zu seinen Haustieren und den gerichtlich angeordneten Sitzungen bei seiner Psychotherapeutin, die sicherstellen soll, dass er regelmäßig seine Medikamente einnimmt.
Als er sich in seine Kollegin Fiona (Gemma Arterton) verliebt, ändert sich jedoch alles für Jerry. Eigenmächtig setzt er seine Pillen ab, was zur Folge hat, dass seine bislang graue Welt plötzlich bunt und freundlich erscheint. Gleichzeitig beginnt er aber auch Stimmen zu hören. Fortan versuchen sein gutmütiger Hund Bosco und sein zutiefst verdorbener Kater Mr. Whiskers, sein Denken und Handeln in gegensätzliche Richtungen zu beeinflussen. Als ein missglücktes Date ein tragisches Ende nimmt, gerät Jerrys Leben völlig außer Kontrolle.


Ryan Reynolds, Gemma Arterton und Anna Kendrick | mehr Cast & Crew


The Voices - Trailer


The Voices - Trailer


DVD und Blu-ray | The Voices

Blu-ray
The Voices The Voices
Blu-ray Start:
06.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Voices The Voices
DVD Start:
06.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik The Voices

Filmwertung: | 7/10


Das Leben ist düster und gemein, brutal, perfide und manchmal unerträglich. Für Sonderlinge mag das Leben stets kurios sein, doch mit der richtigen Mischung an Selbstironie und dem Hang zum Wahnsinn, ist es durchaus erträglich.

Marjane Satrapi („Persepolis“) treibt mit ihrer bitterbösen und schwarzhumorigen Horror-Komödie „The Voices“ die Betrachtung des Lebens auf die Spitze. Im Fokus ihrer Geschichte, dessen Drehbuch Michael R. Perry („Paranormal Activity 2“) schrieb, ist nichts wie es wirklich scheint. Das Spiel mit der Wahrnehmung beginnt bereits in den ersten Filmminuten, wenn der Zuschauer auf die Hauptfigur trifft. Fabrikarbeiter Jerry (Ryan Reynolds) führt ein bescheidenes Leben. Er widmet sich seiner Arbeit und schwärmt für die hübsche Buchhalterin Fiona (Gemma Arterton), die ihn lieber auf Abstand hält. Das Leben scheint völlig normal zu sein, wären da nicht die gerichtlich angeordneten Sitzungen bei Psychotherapeutin Dr. Warren (Jacki Weaver). Stets drängt sie darauf, dass Jerry seine Medikamente nimmt, um seine Schizophrenie im Zaum zu halten. Doch als Jerry einmal entdeckt, dass seine eintönige Welt ohne die Medikamente viel farbenfroher und lebenswerter wird, setzt er sie kurzerhand ab. Dass er nun mit seinen Haustieren kommunizieren kann, ist das kleinste Übel der bizarren Kehrtwendung. Denn während Hund Bosco mit seinem Besitzer belanglosen Schmaltalk führt, bringt der durch und durch verdorbene Kater Mr. Whiskers das Leben seines Herrchens mit seinen schlecht gemeinten Ratschlägen mächtig aus dem Lot. Der friedliche Fabrikarbeiter mutiert unbewusst zum Serienmörder und setzt damit die Geschichte in Gang.

Die in Berlin und Brandenburg gedrehte Horrorkomödie spielt gekonnt m it der Wahrnehmung des Zuschauers, dessen Perspektive zwischen dem verklärten Blick von Jerry und der realistischen Betrachtung dessen wechselt. Die aus Jerrys Augen betrachtete farbenfrohe und schillernde Welt offenbart sich im nächsten Moment als wahr gewordener Albtraum. Die unbarmherzige Realität springt dem Zuschauer mit all ihren blutigen Details ins Auge, um sich kurz darauf wieder in Jerrys heile Welt zu verwandeln. Auf komische Art und Weise werden Jerrys Weggefährtinnen Fiona und ihre Kollegin Lisa (Anna Kendrick), nach ihrem grausamen Mord, wieder zum Leben erweckt. Amüsante und zutiefst perfide Momente reihen sich in „The Voices“ aneinander und liefern für Liebhaber des schwarzen Humors ausgelassene Unterhaltung. Wenn Jerry erkennt, dass er nicht der Mensch ist, für den er sich selbst immer hielt, dann ist dies traurig und lustig zugleich. Chefkameramann Maxime Alexandre („Silent Hill: Revelation 3D“) fängt die absurde Welt von Jerry mit surrealen Bildern ein, die faszinierend und erschreckend zugleich sind und dem Ganzen einen morbid-psychedelischen Look verleihen. Auf verklärte Art und Weise entführt die Horror-Komödie das Kinopublikum ist die Welt der Schizophrenie, aus der die Betroffenen keinen Ausweg finden. Ähnlich wie „Alice im Wunderland“ vermag der Film eine fiktive Welt zu skizzieren, die enger mit der Realität verwachsen ist, als erwartet. Das Spiel mit Wahrheit und Fiktion gipfelt sich in ausgelassenen Momenten, in denen sich der Zuschauer selbst dabei ertappt, wie er sich in der farbenfrohen und heilen Welt von Jerry geborgen fühlt.

Ryan Reynolds („Green Lantern“, „R.I.P.D.“) verkörpert mit viel Spaß an der Freude den schizophrenen Sympathieträger, der den Zuschauer mit seiner charmanten Hilflosigkeit gefangen nimmt. Mit Gemma Arterton („Hansel & Gretel: Hexenjäger“) und Anna Kendrick („Into the Woods“, „Pitch Perfect“) an seiner Seite, wird ein humorvolles Team geschaffen, deren Zuneigung über den Tod hinauswächst. Dr. Warren, gespielt von Jacki Weaver („Stoker“), wird im Laufe der Geschichte zu einem Mutterersatz für ihren Patienten. Doch als sie aufgrund von Zeitmangel und überlaufenden Wartezimmer den Einfluss auf Jerry verliert, muss auch sie den daraus resultierenden Konsequenzen ins Auge blicken. Die größte Aufmerksamkeit ziehen jedoch die tierischen Darsteller Mr. Whiskers und Hund Bosco auf sich, die als Gut und Böse agieren. Ähnlich wie Engel und Teufel, die rechts und links auf der Schulter ihres Schützlings sitzen und dessen Handeln mit Ratschlägen manipulieren, greifen auch sie in das Leben ihres Besitzers ein. Die Dialoge zwischen dem ungewöhnlichen Trio bewegen sich unterhalb der Gürtellinie, könnten aber kaum humorvoller gestaltet sein.


Fazit:
Marjane Satrapi vereint in „The Voices“ Elemente des Psychothrillers mit humorvollen Momenten zu einer ausgelassenen schwarzhumorigen Horror-Komödie. Mit Ryan Reynolds als schizophrener Serienmörder, der stets mit seinen Haustieren und seinen ermordeten Geliebten kommuniziert, ist der passende Darsteller gefunden, um den Zuschauer eine absurde Lebensgeschichte zu präsentieren, die unterhaltsam und zugleich erschreckend bewegend ist.
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Bilder © Ascot Elite