The Salvation

The Salvation (2014), Dänemark / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Western
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

The Salvation Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Amerika um 1870. Unaufhörlich strömen Einwanderer aus Europa in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auch der frühere Soldat Jon (Mads Mikkelsen) hat dem alten Kontinent den Rücken gekehrt und sucht sein Glück nun in der Ferne. In der neuen Heimat will er zusammen mit seiner Familie ein friedliches Leben als Siedler führen. Doch kaum sind seine Frau und sein Sohn im Westen, werden sie brutal ermordet. Jon schwört Rache an jenen, die für die Tat verantwortlich sind.
Als er die Mörder seiner Familie aufspürt und tötet, bekommt er es aber direkt mit dem mächtigen und berüchtigten Bandenanführer Delarue (Jeffrey Dean Morgan) zu tun, denn einer der beiden Getöteten war dessen Bruder. Gegen Delarue und seine Verbündeten kann Jon nicht auf die Unterstützung seines neuen Heimatortes zählen, denn dessen Bevölkerung steht Delarue, der sich nicht scheut, auf offener Straße wehrlose Menschen kaltblütig zu erschießen, hilflos gegenüber. Und weder der korrupte Bürgermeister Keane (Jonathan Pryce) noch der feige Sheriff wagen es, Delarue die Stirn zu bieten.
Es bleibt Jon also nichts anderes übrig, als es auf eigene Faust mit Delarue und dessen Bande von Gesetzlosen aufzunehmen. Ein blutiger Kampf beginnt...


Mads Mikkelsen, Eva Green und Jeffrey Dean Morgan | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | The Salvation

Blu-ray
The Salvation - Spur der Vergeltung The Salvation - Spur der Vergeltung
Blu-ray Start:
24.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Salvation - Spur der Vergeltung The Salvation - Spur der Vergeltung
DVD Start:
24.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 85 min.

Filmkritik The Salvation

Filmwertung: | 8/10


In den letzten Jahren hielten nur wenige Filme das ehemals sehr beliebte Western-Genre noch am Leben. Der dänische Film The Salvation von Regisseur Kristian Levring hat das gleiche Ziel. Allerdings kann der Film nicht durchgehend überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte leider sehr viel Potenzial verschenkt.
1864 wandert Jon (Mads Mikkelsen) mit seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt) nach einem Krieg von Dänemark in die USA aus. Sieben Jahre später holt er seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und seinen mittlerweile zehnjährigen Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke) nach Übersee. Die Familie ist vereint und überglücklich. Allerdings nur für kurze Zeit. Denn als sie sich mit der Postkutsche auf den Weg nach Hause machen, ahnen sie nicht, dass die zwei Mitreisenden üble Gesellen sind. Paul (Michael Raymond-James) und sein Kumpane werfen Jon aus der Kutsche, schneiden Kresten die Kehle durch, missbrauchen und töten anschließend Marie. Jon folgt der Kutsche und tötet beide. Paul ist allerdings der Bruder von Gangsterboss Dellarue (Jeffrey Dean Morgan), ein ehemaliger Colonel. Beide Seiten sinnen auf Rache. Eine Gewalttat jagt die nächste.

Der letzte Satz ist das Kernproblem von The Salvation. Hier geht es fast ausschließlich um den bereits dutzendfach in anderen Filmen gesehenen Racheakt. Dabei vergisst Levring leider völlig, den Charakteren auch nur den Hauch eines Hintergrundes zu geben. So fällt es schwer, sich mit ihnen und ihren stellenweise überstürzt wirkenden Handlungen zu identifizieren. Sowohl die Darstellung der einzelnen Figuren, als auch Entwicklung können nur ansatzweise überzeugen. Das ist bitter, denn der Film hat aufgrund seiner Machart viel Potenzial. Dieses kann in den gerade mal 93 Minuten Laufzeit, wovon man zehn für Vor- und Nachspann abrechnen muss, leider nicht komplett entfaltet werden. Schade, dass Levring und sein Team sich in dieser Hinsicht nicht ein wenig mehr Mühe gegeben haben. Hätte man etwas mehr Wert auf die Storyline gelegt und dem Film eine halbe Stunde mehr Spielzeit gegönnt, hätte es einer der besten Western der letzten Jahre werden können. Denn spannend und interessant ist The Salvation durchgehend. Die Geschichte weiß trotz der Schwächen durchweg zu packen, ist kernig, differenziert, mitreißend und fesselnd. Auch der harte Ansatz ist in Ordnung, zumal die Gewaltdarstellung nicht überbordend wie etwa bei Django Unchained ist. Die Story an sich macht den Film zu schwerer und brutaler Kost.
Was The Salvation trotz des verschenkten Potenzials zu einem großen Kinoerlebnis macht, sind die Nebenkategorien. Die Einführung in den Film gehört, musikalisch gesehen, mit zu dem besten, was man in den letzten Jahren gehört hat. Herrliche, gefühlvolle und sehr stimmige Gitarrenklänge sorgen von Beginn an für eine großartige Atmosphäre. Dazu kommt die herausragende Kameraführung, der es gelingt, ruhig, eingängig und dennoch dynamisch zu sein. Was hier geleistet wird, ist Weltklasse. Das gilt auch für die wundervollen, zeitversetzenden Orte. Experten werden erkennen, dass es sich um die traumhaften Landschaften von Südafrika handelt. Diese taugen aber ausgesprochen gut als Western-Kulisse und sorgen ebenfalls für eine dichte Atmosphäre.

Des Weiteren spielt der kernige Cast exzellent. Mads Mikkelsen (Die Jagd, James Bond – Casino Royale, Nach der Hochzeit) wäre zur Zeit von Clint Eastwood und John Wayne wohl ein ernsthafter Konkurrent der beiden zeitlosen Westernstars geworden. Er spielt, wie so oft in seiner Karriere, überragend und passt mit seinem markanten Gesicht perfekt in einen Western. Das gleiche gilt für Mikael Persbrandt (In einer besseren Welt, Der Hypnotiseur, Der Hobbit: Smaugs Einöde), der allerdings eine deutlich kleinere Rolle hat. Eva Green (James Bond – Casino Royale, Der goldene Kompass, Sin City: A Dame to kill for) überzeugt als stumme „Prinzessin“, Jeffrey Dean Morgan (Magic City, The Losers, Watchmen – Die Wächter) als Gangsterboss Dellarue und Jonathan Pryce (Fluch der Karibik, In guten Händen, G.I. Joe) als Bürgermeister und Sargbildner. Auch die Nebendarsteller können allesamt mit einer guten Leistung punkten, obwohl ihre Figuren wie bereits oben erwähnt ziemlich blass sind.

Insgesamt also ein solider Western-Film, der dank der Kameraführung, der traumhaft schönen Kulisse und der überragenden Musikuntermalung ein gutes Kinoerlebnis ist. Schnitt und Story ziehen die Wertung allerdings deutlich nach unten.

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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH