The Rite - Das Ritual

The Rite (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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The Rite - Das Ritual Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

„The Rite“ beruht auf wahren Begebenheiten: Der skeptische Seminarist Michael Kovak (Colin O’Donoghue) nimmt widerstrebend an einer Exorzistenausbildung im Vatikan teil. In Rom lernt er den unorthodoxen Geistlichen Pater Lucas (Anthony Hopkins) kennen, der ihn in die finsteren Aspekte seines Glaubens einführt.

Anthony Hopkins, Toby Jones und Alice Braga | mehr Cast & Crew


The Rite - Das Ritual - Trailer




DVD und Blu-ray | The Rite - Das Ritual

Blu-ray
The Rite - Das Ritual The Rite - Das Ritual
Blu-ray Start:
15.07.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.
DVD
The Rite - Das Ritual The Rite - Das Ritual
DVD Start:
15.07.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

Filmkritik The Rite - Das Ritual

Filmwertung: | 5/10


Es ist generell recht undankbar, wenn man Referenzfilme mit ihren Epigonen vergleicht, jedoch kommt man in einigen Fällen einfach nicht drum herum. Ein Beispiel hierfür ist The Rite – Das Ritual, der am 17. März in den Kinos startet und mal wieder Teufelsaustreibungen thematisiert. Mit Der Exorzist hat William Friedkin 1973 Filmgeschichte geschrieben und einen äußerst gruseligen Klassiker geschaffen, der auch in der heutigen Filmkultur noch nachwirkt. Der Exorzist ist bei diesem Thema das Maß aller Dinge, daher muss sich The Rite – Das Ritual damit messen lassen.

Oder doch nicht? Findet der Film eigene Wege? Es scheint fast so im ersten Drittel. Im Zentrum des Films steht ein junger Mann, der vier Jahre lang studiert hat, um das Priesteramt zu bekleiden. Allerdings tat er dies nur, um dem Elternhaus zu entfliehen, denn gläubig ist nicht wirklich. Um den immensen Studienschulden zu entgehen, willigt er ein, einen Exorzistenlehrgang in Rom zu besuchen und konfrontiert seinen Mentor dort mit seinem Unglauben und wird daraufhin zum erfahrenen Teufelsaustreiber Pater Lucas geschickt, der den jungen Mann Dinge zeigt, die rational nicht zu erklären sind. Die Figurenkonstellation ist also ähnlich wie bei Friedkins Film: ein junger und ein alter Priester führen einen Exorzismus durch. Erster ist in beiden Filmen uneins mit dem Christentum. In der ersten Hälfte des Films konzentriert sich das Drehbuch glücklicherweise auf seine zweifelnde Hauptfigur, der Exorzismus ist geerdet und scheint nicht unbedingt übernatürlich, doch Zweifel werden bewusst akzentuiert. The Rite scheint eine andere Richtung als Der Exorzist einzuschlagen, scheint sich mehr auf den Konflikt von Wissenschaft und Religion zu konzentrieren und wäre nur in Ansätzen mit dem Gruselklassiker zu vergleichen. Die Macher waren sich dessen bewusst, nachdem das erste Mal das vermeintlich vom Teufel besessene Opfer gezeigt wurde, fragt Pater Lucas den jungen Lehrling spöttisch: „Was haben Sie erwartet? Sich drehende Köpfe und Erbsensuppe?“ Dieser klare Verweis auf Der Exorzist lässt Hoffnung wachsen, denn die Verantwortlichen von The Rite scheinen sich im Klaren darüber zu sein, eine andere Geschichte erzählen zu müssen, andere Ideen zu haben als die, die Friedkin bereits vor fast 40 Jahren umsetzte.

Umso unverständlicher ist der Verlauf der zweiten Hälfte. Immer okkulter und düsterer wird The Rite, die anfänglichen religiösen Zweifel werden schnell über Bord geworfen zugunsten unzähliger mysteriöser Geisterstimmen, Halluzinationen und unerklärbaren Phänomenen. Schnell ist klar: Hier ist wirklich der Teufel am Werk. Was folgt ist leider genau das, was um jeden Preis hätte vermieden müssen. Es kommt zu einem finalen Exorzismus, der junge Mann muss um seinen Glauben und sein Leben kämpfen, um die Mächte des Bösen zu besiegen. Somit stellt The Rite nur eine kleine Variation von Friedkins Stoff dar und unterliegt dem Klassiker im nun zwanghaft anzuführenden Vergleich in allen Punkten, kann in Sachen Atmosphäre, Grusel und Charakteren nicht mithalten. Gerade auch im Finale zeigt sich, dass The Rite erstaunlich schwach daherkommt und keinerlei eigene Ideen aufweisen kann.

Ein kleiner Lichtblick ist Anthony Hopkins. Zwar reicht selbst dessen Leistung nicht an das verkniffen-bissige Spiel von Max von Sydows Exorzisten heran, dennoch belebt seine Präsenz das lahme Szenenbild. Newcomer Colin O'Donoghue agiert in der Hauptrolle solide. In den Nebenrollen gefallen Rutger Hauer und Alice Braga. Die Regie von Mikael Håfström (Zimmer 1408, Evil) ist solide. Er setzt die zunehmend düster werdende Welt des Protagonisten gut in Szene, versteht es aber kaum, subtilen Grusel zu erzeugen. Somit ist The Rite – Das Ritual insgesamt ein solider Film ohne große Ärgernisse, ist aber im Grunde belanglos, da er zu keinem Zeitpunkt an den großen Klassiker Der Exorzist heranreichen kann – ein Vergleich, den sich The Rite aufgrund der ähnlichen Handlungsmuster gefallen lassen muss.

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Bilder © Warner Bros.