The Purge 3: Election Year

The Purge: Election Year (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Thriller / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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The Purge 3: Election Year Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Zwölf Stunden absolute Gesetzlosigkeit. Alle Verbrechen, inklusive Mord, sind in der alljährlichen PURGE-Nacht erlaubt. Amerika ist erneut im Ausnahmezustand: In THE PURGE: ELECTION YEAR wird der knallharte Überlebenskampf zu einem Phänomen, das inzwischen auch mordlustige Touristen aus aller Welt anzieht. Gleichzeitig plädiert eine aufstrebende Senatorin für die Abschaffung der alljährlichen Säuberung, die sich vor allem gegen die Armen und Unschuldigen richtet, und gerät damit ins Visier der hochrangigen Eliten.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Leo Barnes (Frank Grillo) sich während der PURGE-Nacht im letzten Moment dagegen entschied, an dem Mann Rache zu üben, der Schuld am Tod seiner Tochter hatte.
Es ist Wahljahr und mittlerweile arbeitet er als Sicherheitschef der Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Mitten in ihrer Präsidentschaftskampagne steht die alljährliche PURGE-Nacht bevor, die ihre politischen Gegner natürlich nicht ungenutzt lassen wollen. Nach einem hinterhältigen Verrat ist die bedingungslose Jagd auf die Senatorin eröffnet und Leo hat alle Hände voll zu tun, die Senatorin aus der Schusslinie zu bringen und die Nacht zu überleben …


Elizabeth Mitchell, Frank Grillo und Mykelti Williamson | mehr Cast & Crew


The Purge 3: Election Year - Trailer




DVD und Blu-ray | The Purge 3: Election Year

Blu-ray
The Purge: Election Year The Purge: Election Year
Blu-ray Start:
19.01.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.
DVD
The Purge: Election Year The Purge: Election Year
DVD Start:
19.01.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik The Purge 3: Election Year

Filmwertung: | 4/10


Vor einigen Jahren war es die „Saw“-Reihe, dann folgten die „Paranormal Activity“- und schließlich die „Insidious“-Filme. Alle paar Jahre entsteht eine neue Horror-Franchise, die durch ihre effektive Kosten-/Nutzung-Rechnung ein sicherer Gewinn für die Studios darstellt. Allen voran geht hierbei Blumhouse Productions, die sich auch für die „Ouija“- und „Sinister“-Filme verantwortlich zeigt und mit „The Purge“ vor drei Jahren einen weiteren Überraschungserfolg landete. The Purge 3: Election Year SzenenbildNun sind wir bereits beim dritten, bislang erfolgreichsten Film angelangt, der seine provokante Vorstellung einer nahen dystopischen Zukunft, in der in einer Nacht des Jahres in Amerika alle Verbrechen legal sind, wohl so aktuell wie noch nie präsentiert: Im Mittelpunkt von „Election Year“ steht nämlich der Präsidentschaftswahlkampf in den USA, bei dem eine liberale Senatorin gegen die Purge und ihren wahnhaften christlich-konservativen Gegner und Befürworter der Säuberungsnacht kämpft. Die Parallelen zum aktuellen wahnwitzigen Wahlkampf sind natürlich kaum von der Hand zu weisen, auch wenn Regisseur und Autor James DeMonaco das angeblich nicht beabsichtigt hat. Die Prämisse von der „Purge“-Reihe ist zweifelsohne faszinierend und sehr originell, auch wenn sie unzählige Logikfragen aufwirft und damit kaum ernst zu nehmen ist. Viele dieser in den ersten beiden Filmen aufgekommene Fragen scheint der dritte Teil nun beantworten zu wollen, doch letztlich hat DeMonaco neben einer noch dicker aufgetragenen politischen Ebene nicht viel Neues zu sagen und bietet mit „Election Year“ einen irrwitzig überspitzen und arg dumpfen weiteren Aufguss, der auf Dauer sehr anstrengend ist.

Zwei Jahre nach den Ereignissen des letzten Films ist Sergeant Leo Barnes (Frank Grillo) zum Sicherheitschef von Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell, „Lost“, „Running Scared“) aufgestiegen. Diese hat vor 18 Jahren ihre Familie in der Purge-Nacht verloren und ist seither aktive Gegnerin der NFFA, die die aktuelle Regierung bildet und die Säuberung sanktioniert. The Purge 3: Election Year SzenenbildIn ihren Augen dient das alljährliche Massenschlachten lediglich der Stärkung der reichen, weißen Elite, die so unter dem Vorwand von Freiheit und Demokratie die Armen und Schwachen nur noch leichter unterdrücken können, um ihre eigene Machtposition zu stärken. Mit ihrem großen Ziel, das Land zu reformieren, in dem man das Purge-Ritual ein für alle Mal abschafft, hat sie mittlerweile viel Popularität bei Großteilen der Bevölkerung erlangt. Das ist ihrer Opposition natürlich ein Dorn im Auge, die von Minister Edwidge Owens (Kyle Secor) angeführt wird. Dessen Partei veranlasst für die diesjährige Purge-Nacht, dass die Immunität von Regierungsangehörigen aufgehoben wird – natürlich nur ein Vorwand, um ein Attentat auf die Senatorin auszuüben.

Der Film folgt so zum einen den Überlebensversuchen der Senatorin, die von Barnes mit aller Kraft vor einer Elite-Söldnertruppe und den umherstreunenden Purgern auf Washingtons Straßen beschützt wird. Die einfache Mittelschicht wird repräsentiert von Supermarkt-Besitzer Joe Dixon (Mykelti Williamson, „24“, „Heat“, „Forrest Gump“), seinem Assistenten Marcos (Joseph Julian Soria, „Crank 2“, „Camp X-Ray“) und der befreundeten Sanitäterin Laney (Betty Gabriel), die in der Purge-Nacht in ihrem gepanzerten Rettungswagen die Straßen abfährt. Joes Ladenversicherung wird kurz vor der Säuberungsnacht stark erhöht, weswegen er sich dazu entschließt, seinen Laden selbst zu verteidigen, wobei er vom loyalen Marcos unterstützt wird. Für alle Beteiligten beginnt eine harte und blutige Nacht, die ihr Leben und ihr Land entscheidend verändern wird.

Indem man hier nun einen Blick hinter die Kulissen der Regierung und ihren verabscheuungswürdigen Machenschaften und Motiven wirft, versucht DeMarco sein Konzept weiter zu vertiefen. Das gelingt natürlich gewissermaßen, dennoch ist das Gefallen dieser Reihe und insbesondere dieses Films davon abhängig, wie weit man die löchrige Prämisse tolerieren kann. „Election Year“ hämmert dem Zuschauer seinen soziopolitischen Standpunkt erneut gnadenlos und ohne den entferntesten Hauch von Subtilität immer und immer wieder ein: The Purge 3: Election Year SzenenbildDie weißen Privilegierten, die 1% des Landes, sind die Bösen Konservativen, die Sadisten, die sich zudem mit christlicher Religion rechtfertigen, um ihre „Reinigung“ mittels Mord durchzuführen. Natürlich sind es aber auch die weniger gut gesitteten, die sich zu widerlichen, psychopathischen und sinnloserweise maskierten und verkleideten Monstern entwickeln und sich feiernd, singend und tanzend gegenseitig mit scheinbar unstillbarer und wenig plausibler Blutlust zerfleischen. Besonders herausragend grelles Beispiel: Die schwarzen „Candy Girls“, die Joes Laden mit manischen, hasserfüllten und entmenschlichten Augen bedrohen oder sogenannte „Mordtouristen“, die freudig aus dem Ausland angereist kommen, um mitzuschnetzeln und damit ihre angestaute Wut abzulassen. Zum anderen ist da wie auch schon in „Anarchy“ die meist afroamerikanische Unterschicht, die hier die Guten sind und damit unzweifelhaft die „Black Lives Matter“-Bewegung symbolisieren.

Keine Frage, DeMonaco hat mit diesen Filmen etwas zu sagen und erinnert in seiner überspitzt satirischen Machart an die utopischen Science-Fiction-Allegorien der Siebziger Jahre à la „Westworld“, „Logan’s Run“ oder „Soylent Green“. Wie diese Filme prangert auch DeMonaco über die Mittel des Genrefilms bissig und mit düsterem Weltbild Missstände seines Landes an, wobei seine Holzhammer-Methode und schlichtes Schwarz-Weiß-Denken recht schnell auf die Nerven geht und zu reinen, plumpen B-Movie-Thrills verkommen. Hinzu kommt wie auch schon bei den ersten beiden Filmen eine insgesamt recht schwache Inszenierung, die zu viel auf schlecht konstruierte und wenig plausible Situationen und ärgerlich dämliches Verhalten seiner Figuren baut. Abgesehen von Marcos und Joe fällt es zudem schwer, Sympathie für die generischen Figuren aufzubauen, weshalb einem ihr Schicksal recht gleichgültig bleibt. Zudem ist der Film nur leidlich spannend und bewegt sich auf weitestgehend vorhersehbaren Bahnen. Die ein oder andere wirkungsvolle und einfallsreiche Sequenz gelingt DeMonaco, zu wenig aber, um den oft krachend doofen Film zu retten.

The Purge 3: Election Year Szenenbild „The Purge: Election Year“ ist zudem der mit Abstand grafisch gewalttätigste Film der Reihe, was seine Kritik gewissermaßen ad absurdum führt, denn DeMonaco ergötzt sich hier regelrecht an stilisierten Gewaltexzessen. Der Film beginnt mit einer recht plumpen Torture-Porn-Szene, später zelebriert er die scheinbare Coolness, mit der sich Laney bei einer Gruppe randalierender, „purgender“ Frauen mit ihrer Pumpgun revanchiert. Die Gewalt wird hier insgesamt zu sehr stilisiert, als dass man von ihr geschockt sein müsste. Sie wirkt anders als in den Vorgängerfilmen verherrlichend und widert viel mehr an. In ästhetischer Hinsicht ist „Election Year“ immer noch eine eher uninspirierte Angelegenheit, Standard-Handkameraoptik und viele Großaufnahmen lassen die schlichte B-Movie-Herkunft des Films nicht leugnen. Gerade in der deutschen Synchronfassung wirkt der Film dank seiner erzwungen vulgären Sprache, bei der eine Variation von „F..k“ die andere jagt, umso plumper und billiger. Mit 109 Minuten ist „Election Year“ zudem der längste Film der Reihe, wodurch er sich zu einer nicht enden wollenden Tortur entwickelt. Die „Purge“-Filme haben eine intelligente Agenda, ihre Umsetzung ist aber letztlich so überzogen und dämlich, dass am Ende nicht viel mehr als ein langes Ärgernis und gähnende Leere bleibt.


Fazit:
Der dritte Teil der „Purge“-Reihe ist thematisch mit Blick auf die politische Situation in Amerika überraschend brisant geraten, aber die löchrige Prämisse scheint nun endgültig ausgelutscht. Trotz mancher guter Ansätze und ernstzunehmender soziopolitischer Allegorie ist die Umsetzung von Regisseur und Autor James DeMonaco ärgerlich plump und stupide ausgefallen, weswegen sich die paradoxerweise gewaltverherrlichende Satire sehr früh abnutzt und schnell an Wirkung verliert.
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Bilder © Universal Pictures Intl.