The Nice Guys

The Nice Guys (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Krimi / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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The Nice Guys Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Knochenbrecher Jackson Healy (Russel Crowe) haben nicht wirklich viel gemein. Bis sich beide blöderweise in den Fall der vermissten Amelia verstrickt sehen. Und dann passiert auch noch ein Mord an einem Porno-Star, der scheinbar erst einmal nichts damit zu tun hat. Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, streifen sie gemeinsam mit Marchs pubertierenden Tochter Holly (Angourie Rice) durch L. A., um verworrenen Hinweisen auf den Grund zu gehen. Bis Amelias Spur sie auf eine Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung bringt, die sie zum Ziel von skrupellosen Profikillern werden lässt…

Ryan Gosling, Russell Crowe und Kim Basinger | mehr Cast & Crew


The Nice Guys - Trailer




DVD und Blu-ray | The Nice Guys

Blu-ray
The Nice Guys The Nice Guys
Blu-ray Start:
13.10.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Nice Guys The Nice Guys
DVD Start:
13.10.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.

Filmkritik The Nice Guys

Filmwertung: | 7/10


Im Los Angeles der 70er Jahre soll Auftragsschläger Jackson Healy (Russel Crowe) für seine neuste Kundin Amelia (Margaret Qualley) dafür sorgen, dass sie nicht länger von ihren Verfolgern belästigt wird.
The Nice Guys Szenenbild Währenddessen versucht Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) zusammen mit seiner Tochter und Assistentin Holly (Angourie Rice) im Auftrag seiner Klientin Mrs. Glenn (Lois Smith) zu beweisen, dass die kürzlich verstorbene Pornodarstellerin Misty Mountains (Murielle Telio) noch am Leben ist.
Als Healy und March bei ihren Ermittlungen aufeinandertreffen, stellen sie fest, dass ihre Fälle miteinander zusammenhängen. Fortan versuchen sie gemeinsam herauszufinden, was es mit dem Tod von Misty Mountains und Amelias Verfolgern auf sich hat.

„The Nice Guys“ enthält ebenso wie die bisherigen Filme und Drehbücher von Shane Black („Lethal Weapon“, „Last Boy Scout“, „Kiss Kiss Bang Bang“) seine typische Handschrift für gelungene Action- und Krimi-Komödien: Ein sympathisches, grundsätzlich verschiedenes Duo, bestehend aus einem unerfahrenen Neuling und einem alteingesessenen Profi, das sich, um einen Fall aufzuklären, zusammenrauft, miteinander streitet und sich perfekt ergänzt. Ebenso eine tragische Hintergrundgeschichte für mindestens einen der Charaktere, ein toller Sinn für Humor, der auf den schlagfertigen und witzigen Dialogen fußt sowie schnelle Actionszenen, aber auch ernste Momente.
Generell hat „The Nice Guys“ einen eher flapsigen Ton, der hier und da von ein paar düsteren Momenten unterbrochen wird, die mal deutlich im Film hervortreten, manchmal aber nur subtil aus dem Film hervorschimmern, ohne dass sie offen thematisiert werden.

The Nice Guys Szenenbild „The Nice Guys“ gelingt es direkt zu Beginn seine beiden Hauptfiguren effektiv vorzustellen, sodass sie sofort sympathisch erscheinen und man genug Informationen über sie erhält, um einen Eindruck von ihrem Leben und ihrem Charakter zu bekommen. Für Russel Crowe als brummigen Auftragsschläger Healy ist die Rolle wie auf den Leib geschrieben. Ein bisschen fühlt es sich an, wie eine Rückbesinnung auf die Anfänge seiner Hollywood-Karriere, als er in „L. A. Confidential“ ebenfalls einen Schläger auf der Seite des Gesetzes in Los Angeles verkörperte. Ebenso wie damals trifft er auch hier auf Kim Basinger, die wieder eine Schlüsselfigur in seinem Fall einnimmt.
Healy ist zwar verbittert, strahlt aber neben seiner Kompromisslosigkeit auch eine gewisse Leichtigkeit aus und zeigt insbesondere gegenüber Marchs Tochter Holly, dass er auch eine sanfte Seite besitzt.
Ryan Gosling ist ebenfalls eine passende Besetzung als tollpatschiger, aber cleverer Privatschnüffler March, der dem Alkohol alles andere als abgeneigt ist, von einer Gefahrensituation in die nächste stolpert und nebenbei noch den einen oder anderen Hinweis entdeckt. Er wirkt mehr wie ein Kind, das Detektiv spielt und seinen Grips hinter seiner Ungeschicktheit verbirgt, als wie ein Erwachsener und verantwortungsvoller Vater.
Dementsprechend erscheint seine Tochter umso erwachsener und fährt ihn von A nach B, wenn er mal wieder zu tief ins Glas geschaut hat. Auch wenn March versucht, sie um ihrer Sicherheit willen aus dem Fall heraus zu halten, mischt sie sich mit ihrer Neugier und ihrer Abenteuerlust immer wieder ins Geschehen ein und beweist dabei, dass sie ebenso clever ist, wie ihr Vater.
The Nice Guys Szenenbild March und Holly haben eine tolle Dynamik und wirken zusammen wie ein eingespieltes Team, das bereits mehrere Fälle gelöst hat, sich gut ergänzt, aber gelegentlich auch aneinander gerät.

Mehr von dieser zwischenmenschlichen Dynamik hätten auch Healy und March vertragen können. Als einzelne Charaktere funktionieren sie sehr gut und so sind die beiden auch ein gutes Team, aber verglichen mit den Duos bisheriger Shane-Black-Filme wäre da noch mehr drin gewesen. Sowohl zwischen Crowe und Gosling als auch zwischen Healy und March hätte man sich mehr von der Spannung und der Chemie gewünscht, wie man sie bspw. zwischen Mel Gibson als Riggs und Danny Glover als Murtaugh in „Lethal Weapon“, zwischen Bruce Willis als Joe und Damon Wayans als Jimmy in „Last Boy Scout“ oder zwischen Robert Downey Jr. als Harry und Val Kilmer als Perry in „Kiss Kiss Bang Bang“ gespürt hat. Diese Schauspieler und ihre Figuren waren schon alleine ein großer Unterhaltungsfaktor für ihre jeweiligen Filme, aber als Duo waren sie erst recht unschlagbar. Einerseits haben sie sich verstanden und ergänzt, andererseits auch an den Rand des Wahnsinns getrieben und gestritten. Diese geniale Mischung aus gegensätzlichen Charaktereigenschaften und humorvollen Dialogen hat für eine unvergessliche Performance und großartiges Entertainment gesorgt. Mit diesen Teams wollte man noch mehr Filme sehen und jede Fortsetzung mit ihnen war einem willkommen. Hingegen wirkt es bei „The Nice Guys“ weniger glaubwürdig, dass hier ein dauerhaftes Gespann entsteht, denn manchmal wirkt es so, als würden beide insgeheim trotzdem noch ihr eigenes Ding machen. Dafür sind insbesondere die Dialoge und die fehlenden Wortgefechte verantwortlich. Ebenso wie seine Vorgänger hat dieser Film zwar zwei starke Hauptfiguren, allerdings ist der verbale Schlagabtausch, die einen Großteil des Humors der bisherigen Filme ausgemacht haben, weniger ausgeprägt. Insgesamt generiert „The Nice Guys“ seinen Humor auch weniger aus den Dialogen, sondern stärker aus den Situationen und Marchs chaotischem Verhalten, womit man ebenfalls erfolgreich zum Lachen gebracht wird, was aber mit mehr Witz in den Dialogen noch besser geklappt hätte.

The Nice Guys Szenenbild Die Handlung bzw. der Fall von March und Healy erscheint anfangs komplex und verworren, löst sich aber schrittweise nachvollziehbar auf und ist letztendlich doch wesentlich simpler, als es zunächst den Anschein hatte. Damit begibt sich der Zuschauer gemeinsam mit den beiden Ermittlern auf Spurensuche, bis schließlich Protagonisten wie Publikum den Durchblick haben.
Hinzu kommt, dass der Film im Kern der Handlung mit einer Thematik befasst, die, obwohl der Film in den Siebzigern spielt, auch heute noch aktuell ist.

Zudem schafft „The Nice Guys“ mit der Kleidung, den Frisuren, dem Mobiliar, der Farbpallette und der Musik ein glaubwürdiges Stilportrait der Siebziger, das nicht übertrieben wirkt und völlig ungezwungen den damaligen Zeitgeist einfängt.


Fazit:
„The Nice Guys“ ist eine lässige Krimi-Komödie in atmosphärischem, aber nicht aufdringlichem 70er-Jahre-Setting mit zwei sympathischen Hauptfiguren, die von ebenso sympathischen Hauptdarstellern ideal besetzt wurden und die in einem scheinbar verworrenen Fall ermitteln, der sich ihnen ebenso wie dem Publikum schrittweise erschließt und mit einer immer noch aktuellen Thematik auffällt. Auch wenn die Hauptfiguren ein gutes Team abgeben, hätte der Film mit einer stärkeren Interaktion zwischen den Protagonisten in Form von schlagfertigeren und noch witzigeren Dialogen umso mehr begeistern können.
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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH