The Master

The Master (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Senator Filmverleih

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The Master Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Als Ex-Soldat Freddie (JOAQUIN PHOENIX) den charismatischen Lancaster Dodd (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN) kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig. Bisher ertränkte der heimgekehrte Kriegsveteran seine innere Leere mit Alkohol und Frauen, aber durch Dodd findet Freddie wieder Halt im Leben: Der selbsternannte Philosoph hat eine eigene, rasch wachsende Glaubensgemeinschaft gegründet und wird von seinen Anhängern nur „The Master“ genannt. Der labile Freddie ist fasziniert von seinen Lehren und steigt zu Dodds rechter Hand auf – scharf beobachtet von dessen berechnender und eiskalter Frau Peggy (AMY ADAMS). Doch bald entstehen bei Freddie erste Zweifel an den totalitären Methoden und Lehren des „Masters“...

Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman und Amy Adams | mehr Cast & Crew


The Master - Trailer




DVD und Blu-ray | The Master

Blu-ray
The Master The Master
Blu-ray Start:
26.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 137 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Master The Master
DVD Start:
26.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 132 min.

Filmkritik The Master

Filmwertung: | 7/10


Freunden stilsicherer Dramen dürfte das Wasser im Munde zusammenlaufen: Paul Thomas Anderson verarbeitet die Identitätssuche der Nachkriegs-USA im Umfeld der Sekte „The Cause“ und besetzt seine männlichen Hauptrollen mit den lebenden Schauspiellegenden Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman. Deren Darbietung ist folgend allerdings so eindringlich und abgeschottet von Zuschauern und Story, dass Sie The Master nahezu „totspielen“.

Freddy Quell (Phoenix) kehrt gebrochen aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Unbekannte Traumata, verwelkte Liebe und hochprozentige Cocktails aus Torpedatreibstoff und Lackfarben haben seinen Geist und Körper an den Rande der Unmenschlichkeit getrieben. Zurück im „Amerika der neuen Möglichkeiten“ fristet er ein auf Sex und Suff reduziertes Dasein in cholerischer Abscheulichkeit. Der Zufall treibt ihn in die Arme seines emotionalen Gegenpols – den charismatischen Sektenführer Lancester Dodd (Hoffmann). Dieser Arbeitet gerade am zweiten Manifest seiner Bewegung „The Cause“ und findet in Freddy jenen animalischen Drang, der ihm in seinem von Wissenschaft bestimmten Leben verloren ging.

Bildkomposition und Schauspiel reifen in Paul Thomas Andersons „There Will Be Blood“ - Nachfolger zur Perfektion: Szenenbilder sitzen ebenso akribisch wie jede Dialogzeile zwischen Pheonix und Hoffmann. Nach circa 30 Minuten entblättert der Guru in einem einzigen perfiden Frage-Antwort-Spiel die seelischen Abgründe seines neuen Schützlings und bereitet den Weg für die mit über 120 Minuten etwas zu lange und etwas zu erfolglose Suche nach Hoffnung für den innerlich verfaulenden Freddy Quell. „The Master“ dreht sich im Kern und geistige Strömungen welche sich niemals gesucht und doch gefunden haben, in Selbstzerstörung abdriften und die Protagonisten zur ungewollten Reflektion auffordert. Obsessiv vorgetragener wissenschaftlicher Blödsinn trifft auf rücksichtslosen Trieb.

Klingt verbohrt und etwas anstrengend? Ist es auch. Ergänzt durch Amy Adams, spielen sich Pheonix und Hoffmann gegenseitig auf einen anderen Planeten und sorgen für offene Münder bei Freunden des sogenannten Darstellerkinos. Auf der Strecke bleiben, im Gegensatz zu den anderen schweren Dramen des Regisseurs, nachvollziehbare Gefühlswelten und dezent gesetzte Handlungspointen. „The Master“ scheint sich phasenweise in seinem Ensemble zu verlieren und den Zuschauer emotional auszusperren. Was den Filme nicht ruiniert, verändert allerdings unverhofft die Sehgewohnheit: Statt mit Spannung den Schicksalen der Figuren zu folgen, sucht (und findet) der Zuschauer nun eben die unzähligen Teufel im Detail der ruhigen Dialogsequenzen. Anderson reißt damit seine eigene Messlatte und hinterlässt die enttäuschende Wahrheit, dass „The Master“ zwar erneut eine herrlich kompromisslose Arbeit des Ausnahmeregisseurs, aber gleichsam eine Enttäuschung für seine Fans darstellt. Mit einer stärkeren Einbindung um die im Vorfeld vieldiskutierte Sekte „The Cause“ oder einer stärkeren Präsenz der Nebencharaktere hatte sich dies leicht vermeiden lassen.

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Bilder © Senator Filmverleih