Der Marsianer - Rettet Mark Watney

The Martian (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Der Marsianer - Rettet Mark Watney Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Während ein gewaltiger Sandsturm die Notevakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt Commander Lewis (Jessica Chastain) schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitglieder zu starten, bevor es zu spät ist.
Aber Watney hat überlebt und versucht nun - vollkommen auf sich allein gestellt - auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Millionen Meilen entfernt arbeiten die NASA und ein Team von internationalen Wissenschaftlern unermüdlich daran, den „Marsianer“ heim zu holen; gleichzeitig planen seine Crewmitglieder eine waghalsige, wenn nicht gar aussichtslose Rettungsmission. Während dieses Vorhaben allen Beteiligten unglaublichen Mut abverlangt, rückt die Welt zusammen, um Watneys Rückkehr sicher zu stellen.
Meisterregisseur Ridley Scott konnte für sein neues Action-Abenteuer, das auf dem gleichnamigen Bestseller von Andy Weir basiert, ein hochkarätiges Starensemble gewinnen u.a. Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wiig , Kate Mara , Michael Pena, Jeff Daniels , Chiwetel Ejiofor und Donald Glover.


Matt Damon, Jessica Chastain und Kate Mara | mehr Cast & Crew


Der Marsianer - Rettet Mark Watney - Trailer


Der Marsianer - Rettet Mark Watney - Trailer


DVD und Blu-ray | Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Blu-ray
Der Marsianer - Rettet Mark Watney Der Marsianer - Rettet Mark Watney
Blu-ray Start:
18.02.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 142 min.
Der Marsianer - Rettet Mark Watney (3D Blu-ray) Der Marsianer - Rettet Mark Watney (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
18.02.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 142 min.
DVD
Der Marsianer - Rettet Mark Watney Der Marsianer - Rettet Mark Watney
DVD Start:
18.02.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.

Filmkritik Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Filmwertung: | 9/10


“Der Marsianer” ist eine der großen literarischen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre. Andy Weir, ein Computerwissenschaftler und Hobbyautor, veröffentlichte seinen in realer Wissenschaft fundierten Überlebens-Thriller im Weltall zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren als Serienroman auf seiner eigenen Website, später aufgrund großer Leser-Nachfrage als eBook auf Amazon für den Mindestpreis von 99 Cent. Was zunächst als „technisches Buch für technisch interessierte Menschen“ konzipiert war, entwickelte sich schnell zum unerwarteten Phänomen, denn Weirs „Marsianer“ wurde zum eBook-Bestseller. So dauerte es auch nicht mehr lange, bis ein Verleger für das Buch gefunden war, das schließlich zu einem der großen Verkaufsschlager und Kritikererfolge 2014 wurde. Die Verfilmungsrechte waren schnell vergeben und das Drehbuch von Drew Goddard („The Cabin in the Woods“, „Lost“) landete auf dem Tisch von Ridley Scott, der sofort zustimmte, den „Marsianer“ als sein nächstes Projekt anzugehen. Nicht mal ein Jahr nach Beginn der Dreharbeiten im November 2014 erscheint nun die Verfilmung von Andy Weirs Buch und erweist sich auch in filmischer Form als großer Gewinner. Scott, dessen letzte Filme „Exodus: Götter und Könige“, „The Counselor“ und „Prometheus“ eher polarisierend ankamen, gelang hier ein rasanter, packender, aufregender und überraschend optimistischer und humorvoller Film über unbändigen Überlebenswillen und die grenzenlosen Wunder der Wissenschaft, der den Geist des Romans fast perfekt in filmische Form umsetzt.
Wie das Buch spielt auch der Film wohl in naher Zukunft, ein genaues Handlungsjahr wird nicht angegeben. Der NASA ist es gelungen, die erste bemannte Expedition auf den Mars zu schicken, eine Crew, bestehend aus internationalen Spezialisten, angeführt von Commander Melissa Lewis (Jessica Chastain), erforscht den roten Planeten in einem mehrwöchigen Aufenthalt. Nach nur wenigen Tagen ist die Crew gezwungen, die Mission abzubrechen, als ein verheerender Sandsturm aufzieht. Bei der Notevakuierung wird der Botaniker und Ingenieur des Programmes, Mark Watney (Mark Watney) von umherfliegenden Trümmerteilen getroffen, u.a. auch von einer Antenne, die sich durch seinen Anzug bohrt und seinen Bio-Monitor zerstört. Die Crew muss annehmen, dass Watney tot ist und lässt ihn auf dem Planeten zurück. Doch Watney hat überlebt: Er wacht verletzt und alleine auf dem Mars auf, vor ihm die Wohnkuppel der Mission und zwei Mars-Rover. Obwohl das Habitat gut ausgestattet ist und Watney viele lebenserhaltende Systeme zur Verfügung stehen, reichen seine Vorräte nur für eine relativ kurze Zeit von 300 Tagen. Er weiß, dass bis zur nächsten Mars-Expedition aber mindestens vier Jahre vergehen werden und seine Bestände bis dahin lange aufgebraucht sind. Mit minimalen Überlebenschancen ausgestattet, muss Watney nun gewappnet mit all seinem Wissen und Know-How versuchen, sein scheinbar sicheres Ableben abzuwenden. Dem Überlebenskampf begegnet er mit Galgenhumor, Aktionismus und Macgyver-artiger Improvisationskunst, mit seiner wissenschaftlichen Expertise baut er Kartoffeln an, gewinnt Sauerstoff und Wasser.

So ist „Der Marsianer“ eine Geschichte über den Überlebenskampf einer Figur auf einem unwirtlichen und tödlichen Planeten, aber auch über das kollektive Arbeiten an seiner Rettung auf der Erde. Es dauert nicht lange, bis den NASA-Mitarbeitern (darunter Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor und Kristen Wiig) klar wird, dass Watney doch noch am Leben ist, woraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um den Gestrandeten zu retten. Doch das erweist sich als äußerst schwieriges Unterfangen, denn eine Rettungsmission von der Erde loszuschicken, würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Bleibt nur Watneys Crew, die sich auf dem Rückweg zur Erde befindet, doch eine Umkehr zum Mars stellt ein erhebliches Risiko dar. So springt der Film umher zwischen Marks Leben auf dem Mars, den Krisensitzungen und Pressekonferenzen in Houston und der Situation auf dem Schiff seiner Crew.

Scott inszeniert das alles enorm temporeich und spannend, wodurch der Film den Zuschauer dauerhaft packt und seine Aufmerksamkeit immer hoch hält. Hier liegt natürlich hervorragendes Material in Form von Weirs großartig originellem Roman vor, eine brillante Ausgangslage, die gewissermaßen an „Castaway" und „Apollo 13“ erinnert. Doch „Der Marsianer“ kann nur mit einem Protagonisten funktionieren, mit dem man mitfiebert, dem man sein Überleben auch wünscht. Hier sind sowohl das Buch als auch der Film echte Gewinner, denn Mark Watney würde man am liebsten anfeuern: Hier ist ein fantastischer Charakter gelungen, ein äußerst sympathischer, liebenswerter und oft humorvoller Klugscheißer, der nur ungern Befehle annimmt und trotz seiner bestechenden Intelligenz angenehm normal und greifbar wirkt. Watney ist ohne Zweifel ein genialer und erfindungsreicher Weltklasse-Wissenschaftler, doch es ist Weir, Scott und schließlich auch dem großartigen Matt Damon zu verdanken, dass hier eine echte Identifikationsfigur geschaffen wurde. Damon spielt seine gewohnt charmante und zugängliche Präsenz voll aus, er trägt den Film in einer großartigen und Oscar-reifen Darstellung. Er ist absolut glaubwürdig als nerdiger und geistreicher Wissenschaftler, verkauft sowohl den humor- und hoffnungsvollen Ton als auch seine Momente der Verzweiflung großartig, wodurch man ihm als Zuschauer gerne folgt. Man begibt sich mit ihm auf eine wahre Achterbahnfahrt, bei der auf jedes Hochgefühl des Triumphs wieder ein ärgerlicher Rückschlag folgt. Sowohl bei Watney als auch auf der Erde folgt eine Herausforderung auf die nächste, wodurch "Der Marsianer" konsequent spannend und wendungsreich bleibt, nie an Momentum verliert. Man spürt die tickende Uhr, den Wettlauf gegen die Zeit, der Plot prescht stetig voran.

Trotz aller Spannung wurde aber auch der überraschend lockere Erzählton des Buches nahtlos in die filmische Form übertragen. Das ist auch wichtig, denn „Der Marsianer“ ist mehr „Science-Fact“ als Science-Fiction und läuft so Gefahr, für den normalen Betrachter trocken zu werden. Obwohl die ausführliche Beschreibung hochkomplexer und realer wissenschaftlicher Vorgänge für die Verfilmung natürlich stark eingekürzt werden musste, bietet auch der Film ein faszinierendes und sehr glaubhaftes Bild von realer Wissenschaft, das perfekt in die sehr menschliche Erzählung eingebettet wird. So gelang es großartig, echte Wissenschaft lebendig und tatsächlich auch spaßig zu gestalten, wodurch sich „Der Marsianer“ fernab von den üblichen biederen und trockenen Darstellungen bewegt, die man ansonsten gewohnt ist.

Einen solch lockeren Erzählton ist man von Ridley Scott eher weniger gewohnt, dessen Filme eher dazu tendieren, die dunkle Seite der Menschheit zu beleuchten. So weicht Scotts oft schon nihilistischer Weltblick einem optimistischen, einem Glauben an den menschlichen Geist und an seine Fähigkeit, auch die größten Hürden überwinden zu können. Scott hat sich so dem Ausgangsmaterial angenehm untergeordnet, hat die Stärken von Weirs Roman perfekt fürs Kino adaptiert. Scott (und natürlich Drehbuchautor Drew Goddard) ist es dann natürlich zu verdanken, dass die schwierige Struktur von „Der Marsianer“, die oft aus langen Logbucheinträgen besteht, so gut filmisch umgesetzt wurde. Der Film ist knackig inszeniert, die 141 Minuten vergehen wie im Flug und die Stimmung des Buches wurde erhalten. Ein echter Zugewinn ist natürlich Ridley Scotts virtuose Fähigkeit, fremde Welten bildgewaltig, greifbar und lebendig zu machen. „Der Marsianer“ sieht durchweg großartig aus, der Hintergrund der jordanischen Wadi Rum Wüste ist perfekt als Mars-Oberfläche gewählt, dank echter Bauten wie der Wohnkuppel, den Mars-Fahrzeugen und Raumschiff-Innenräumen wirkt der Film angenehm plastisch und frei von computergenerierter Künstlichkeit. Großartig und sehr aufregend sind aber auch die Weltraumbilder, die in ihrer glaubwürdigen Darstellung an „Gravity“ erinnern und wie auch in Alfonso Cuaróns Weltraum-Thriller für einige atemberaubende Momente sorgen. Wenn man etwas kritisieren kann, ist es wohl, dass Marks ständige Problemlösung und auch die enormen Mühen, die er auf sich nehmen muss, im Buch noch weit akuter gewirkt haben. Auch die Länge, in der sich die Handlung abspielt, kommt im Film einfach nicht so rüber wie in Weirs Ausgangsmaterial.

„Der Marsianer“ ist ein durch und durch unkonventioneller und origineller Weltraumfilm, der auf echte, real fundierte Wissenschaft, Intelligenz und große Menschlichkeit setzt. Das ist spannend und mitreißend, visuell von Ridley Scott gewohnt opulent umgesetzt und mit einem von Matt Damon angeführten hochkarätigen Darsteller-Ensemble besetzt. „Der Marsianer“ zeigt außerdem, dass ein zuschauerfreundlicher Blockbuster keinen stereotypen Bösewicht, ausgelutschte Genre-Klischees und auch kein Action-Dauerfeuerwerk braucht, um das Publikum zu packen. Zudem kann man hoffen, dass die leidenschaftliche Pro-Technologie und –Wissenschaft-Ausrichtung und hoffnungsvoll-optimistische Perspektive des Films den Glauben an Forschung und Raumfahrt bei großen Teilen des Publikums beflügeln wird.


Fazit:
Ein mitreißender, aufregender und smarter Gute-Laune-Film über den Überlebenskampf eines Gestrandeten auf dem Mars und die Wunder realer Wissenschaft. Ridley Scott und Drehbuchautor Drew Goddard ist eine großartige Romanverfilmung geglückt, die den hoffungsvollen und optimistischen Geist von Andy Weirs wundervollem Bestseller perfekt einfängt. „Der Marsianer“ ist so erfrischend leichtfüßiges und kurzweiliges Blockbuster-Kino, das angenehm frei von philosophisch-verkopftem Ballast ist.
by

Bilder © 20th Century Fox