The Man with the Iron Fists

The Man with the Iron Fists (2012), USA / Hongkong
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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The Man with the Iron Fists Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein abgelegenes Dorf im feudalen China des 19. Jahrhunderts: rivalisierende Clans zwingen einen geheimnisvollen Fremden (RZA) seine besonderen Fertigkeiten in der Schmiedekunst einzusetzen, um ausgefallene Waffen anzufertigen. Als eines Tages der berüchtigte Jack Knife (Russell Crowe) im Dorf auftaucht, eskaliert die Situation. Eine große Ladung Gold führt zum offenen Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, bei dem ebenfalls Madame Blossom (Lucy Liu) und ihre Freudenmädchen ein gehöriges Wort mitreden. Dem Schmied bleibt nun keine andere Wahl, als all sein Können einzusetzen, um sich und die Dorfbewohner gegen eine übermächtige Bedrohung zu verteidigen.

Jamie Chung, Russell Crowe und RZA | mehr Cast & Crew


The Man with the Iron Fists - Trailer




DVD und Blu-ray | The Man with the Iron Fists

Blu-ray
The Man with the Iron Fists - Extended Version The Man with the Iron Fists - Extended Version
Blu-ray Start:
04.04.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 107 min.
DVD
The Man with the Iron Fists The Man with the Iron Fists
DVD Start:
04.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik The Man with the Iron Fists

Filmwertung: | 7/10


„Quentin Tarantino presents“ – 3 Worte, die einen Film über Nacht zum Kult machen können. So wie die halbe Welt darum weiß, wusste auch Rapper, Martial Art Verehrer und Regisseur RZA darum, sodass er den Großmeister der konzeptuellen Regie um ökonomische Unterstützung bei seinem Herzensprojekt „The Man with the Iron Fists“ bat. Mag man nun zweifeln, dass die obigen Worte sehenswertes Kino garantieren, so können jene Zweifel schon von der Logik her ein Stück zerstreut werden, denn ein Mann wie Quentin Tarantino würde seinen Namen schließlich kaum an jeden x-beliebigen Film verleihen, weil er mit Sicherheit einen großen Ruf zu verlieren hat. Ein x-beliebiger Film ist „The Man with the Iron Fists“ also nicht. Doch ein Quentin Tarantino Film ist er genauso wenig: er ist ein RZA Film und sollte wohl als solcher diskutiert werden, denn eins trägt er auf jeden Fall: eine persönliche Handschrift.

Man mag es kaum glauben, doch tatsächlich bietet „The Man with the Iron Fists“ visuell und textsemantisch Variation sowie Kontinuität mit dem Genre. Die Intensität von Effekt ist prinzipiell gegeben, wenn die tatsächliche Kampfhandlung für einen Martial Art Streifen auch etwas spärlich gesät ist. Umso mehr punkten die ersten und letzten 15 Minuten des Streifens, die dem Tarantino-Kult in Schnitttechnik und Intensität nicht nur nahe kommen, sondern ihren ganz eigenen Kult schaffen und dabei beweisen, dass RZA sich zweifellos mit ikonischen Raumkonzeptionen und Kameratechniken in deren textsemantischer Einsetzbarkeit auskennt und die Kampfchoreographien dazu von den Besten der Welt koordinieren ließ. Wenn also gekämpft wird, dann nähert sich der Streifen mit grafischer Farbstärke, konzeptuell stützender Audio und ästhetischer Sensualität durchaus dem Ruf, der ihm durch die 3 Worte "Quentin Tarantino presents" vorausgeht.

Doch da gibt es einen kleinen Haken: die Betonung liegt auf 'wenn', denn einfach nur Kung Fu wollte RZA offensichtlich nicht für seinen Film - vielmehr wollte er eine mehrstrangige Story hinter all der Action, die sich durch Kung Fu erzählen lässt. Wer also einen Martial Art Streifen erwartet, der einen keine Sekunde ruhig sitzen lässt und einen von einem Kampfszenario ins nächste wirft, ist falsch gewickelt, denn das Erzählen einer handfesten Story braucht seine ruhigen Minuten und im Falle von RZAs Story sind das ein paar mehr. Eins kann zumindest festgehalten werden: der Anspruch der Action ein 'Mehr' zu geben ist an sich nicht verwerflich, sondern lobenswert, wenn auch fraglich bleibt, inwieweit Genre Fans Wert auf jenes Mehr hinter aller Action legen, wenn das 'Mehr' an Action dafür zurücksteckt. Dennoch ist zumindest sicher, dass es RZAs Geschichte so noch nicht gegeben hat. Auch sind die Charaktere an sich überraschend tief angelegt, wenn der filmisch begrenzte Zeitrahmen das tatsächliche Ausschöpfen des Einzelfigurenpotentials am Ende auch ein wenig hemmt. Dabei bleibt auf der Plusseite das Spitzencast zu erwähnen, das RZA für seinen Film gewinnen konnte. Das eben erwähnte Mehr liegt Rick Yune, Russel Crowe und Chung Le im Privaten offen(bar) genauso am Herzen wie RZA, sodass sie es im Filmischen sichtlich in den Augen tragen und hier und da zweifelsohne visualisieren können.

Obwohl die schauspielerische Seite des Streifens so wirklich ihr Bestes tut, den Figuren Wiedererkennungswert zu verleihen und die Entwicklung der Geschichte zu unterstützen , bleibt dieses Unterfangen beim gegebenen Montagekonzept schließlich ein schwieriges, denn sobald wir im Herzen des einen Charakters ankommen, wird schon wieder zum Nächsten geschnitten. In ihrem Kern existiert die filmische Kontinuität entlang der Einzelstränge, doch wie für Erstlingswerke in Literatur und Film oft der Fall, will RZA für seinen Erstling die Welt und die ist vielleicht ein bisschen mehr, als in nur einem Film ausgewogen unterzubringen. Die Hintergründe aller involvierten Figuren sind durchaus interessant und potenzialhaltig, doch kommen sie im Rahmen eines einzelnen Films ein wenig kurz: im Grunde hätten RZAs Streifen plus minus 3 Filme vorausgehen sollen, die uns die Einzelcharaktere und deren Hintergründe umfassend vorstellen, um uns im gegebenen "The Man with the Iron Fists" Konzept intensiver mit ihnen fühlen zu lassen.

Doch auch, wenn die ein oder andere Einzelstory etwas kurz, der ein oder andere Schnitt etwas weit und das Tempo für einen Martial Art Streifen zuweilen ein wenig langsam wirkt, muss doch eines angemerkt werden: die tatsächlichen Kampfsequenzen sind höchstsensualistisch, RZAs Konzeptionsgedanken genauso lobenswert wie rekonstruierbar und Anspielungen auf das Genre selbst in Masse gegeben. Bei aller Liebe also: wir sprechen von einem filmischen Erstling, der am Ende dennoch deutlich durchblicken lässt, dass RZA sich dazu berufen fühlt, das Genre zu revolutionieren. RZAs Motto ala nichts sagt Fuck You wie Kung Fu ist alles in allem durchaus spürbar und das tatsächliche Kung Fu in "The Man with the Iron Fists" sagt nicht nur Fuck You, sondern meint es auch so. Alles, was da also noch nach kommen wird, sollte demzufolge zweifelsohne Grenzen überschreiten.
by Sima Moussavian

Bilder © Universal Pictures Intl.