The Lady in the Van

The Lady in the Van (2015), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Biographie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

-> Trailer anschauen

The Lady in the Van Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd „vorübergehend“ ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer innigen Freundschaft, die die Leben der beiden für immer veränderte.

Maggie Smith, Jim Broadbent und Alex Jennings | mehr Cast & Crew


The Lady in the Van - Trailer




DVD und Blu-ray | The Lady in the Van

Blu-ray
The Lady in the Van The Lady in the Van
Blu-ray Start:
01.09.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Lady in the Van The Lady in the Van
DVD Start:
01.09.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik The Lady in the Van

Filmwertung: | 6/10


Eigentlich sollte Miss Shepherd nur für eine begrenzte Zeit in ihrem Van in der Auffahrt von Alan Bennett wohnen dürfen. Doch daraus wurden 15 Jahre und eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem britischen Schriftsteller und der obdachlosen alten Dame. Das Theaterstück The Lady in the Van von Alan Bennett beruht auf seinen eigenen Erlebnissen und wurde nun auf die Kinoleinwand gebracht. Die mittlerweile 81-jährige Oscarpreisträgerin Maggie Smith erhielt für ihre Performance als Miss Shepherd zurecht eine Golden Globe-Nominierung als beste Hauptdarstellerin in der Comedy-Sparte. The Lady in the Van SzenenbildDer Film überzeugt als sympathischer Streifen mit einer ungewöhnlichen Freundschaft, die nicht am typisch trockenen britischen Humor spart.

Die Story muss an dieser Stelle nicht besonders vertiefend beschrieben werden, denn der Kern der Geschichte ist schon im Titel vorhanden. So ist das „wie“ viel entscheidender als das „was“ und dies hat grundsätzlich viel Licht und wenig Schatten. Doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Aber zunächst wird auf die positiven Aspekte eingegangen. Der Film hat eine unglaubliche Authentizität, denn hier wurde tatsächlich vor dem echten Haus des Alan Bennetts und in der Straße gedreht, wo auch Alan Bennett und Miss Shepherd sich kennen lernten. Der Film wirkt auf Anhieb sehr real und glaubwürdig und man hat hier grundsätzlich das Gefühl, dass die wahre Geschichte und die Version im Film nicht weit auseinanderklaffen. Die Dialoge sind clever und fein geschrieben. Es gibt trockenen und zum Teil schwarzen Humor, der darüber hinaus eher oberhalb der Gürtellinie anzusiedeln ist. Fäkalhumor gibt es hier kaum und würde auch wenig Sinn machen. Stattdessen gibt es den einen oder anderen Running Gag, der prima funktioniert und den Zuschauer oft zum Schmunzeln bringt. Doch das Drehbuch, so charmant und witzig die Dialoge sein mögen, offenbart Schwächen. Denn der Film zieht sich enorm und das ist bei einer Lauflänge von nur 103 Minuten sicherlich ein großer Negativpunkt. Vor allem das Ende wird extrem in die Länge gezogen und man schaut mehrmals auf die Uhr, wann nun der Film endet. Zudem ist die Schlussszene etwas zu dick aufgetragen und passt nicht zur sonstigen bodenständigen Inszenierung des Films. Der Streifen macht vieles richtig und ist wahrlich kein schlechter Film. Die witzigen Momente sind in der Tat gelungen und auch die rührenden Momente lassen einen nicht kalt, doch nachhaltig beeindruckt ist man davon nicht. So ist der Film zwar nett, jedoch nicht besonders stark. Die Zielgruppe von The Lady in the Van ist eindeutig das erwachsene ältere Publikum, denn ob die britische Tragikomödie den Humor der jüngeren Kinozuschauer trifft, darf bezweifelt werden. Man muss hier aber anmerken, dass eine gewisse Subjektivität in die Bewertung miteinfließt und die Frage wie positiv der Film aufgenommen wird, von Zuschauer zu Zuschauer unterschiedlich ist. The Lady in the Van SzenenbildPolarisierend ist der Film zumindest nicht. Er ist lieb und sympathisch und man müsste als Zuschauer sein Herz zuhause lassen, um The Lady in the Van im Kino nicht zu mögen.

Schauspielerisch gibt es nichts zu bemängeln. Maggie Smith überzeugt als kauzige und exzentrische alte obdachlose Dame und auch die Chemie mit Alex Jennings, welcher Alan Bennett spielt, ist stets stimmig. Die Freundschaft, welche sich zwischen den zwei Hauptdarstellern entwickelt, wird sehr natürlich und glaubwürdig dargestellt. Auch wenn Miss Shepherd sich grundsätzlich selten vornehm benimmt, bleibt die Figur dennoch sehr sympathisch und interessant für den Zuschauer. Die Figurenzeichnung ist in der britischen Tragikomödie sehr gelungen und es gibt auch eine besondere kreative Idee, wie die Figur des Alan Bennetts im Film dargestellt wird, die hier nicht gespoilert wird.


Fazit:
Ein kleiner schöner Film über eine sonderbare Freundschaft, welche die meiste Zeit unterhält, sehr überzeugende Schauspielleistungen bietet und mit frechen Dialogen und dem klassischen britischen Humor für viele witzige Momente sorgt. Doch leider ist der Film sehr in die Länge gezogen und besonders das letzte Viertel im Film fühlt sich sehr langatmig an, was leider auch das Gesamtbild trübt. So ist The Lady in the Van nett und fein, aber mehr nicht.
by

Bilder © Sony Pictures