The Grandmaster

Yi dai zong shi (2013), Hongkong / China
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch

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The Grandmaster Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

THE GRANDMASTER, das mit Spannung erwartete neue Werk des Hongkonger Regiestars Wong Kar-Wai ist ein epischer Martial-Arts-Film, der vor dem Hintergrund der Turbulenzen im China der 1930erJahre spielt und von Leben und Zeit des legendären Martial-Arts-Meisters IP Man (Tony Leung), Mentor von Bruce LEE, inspiriert ist. Krieg, Familie, Rache, Begehren, Erinnern und Liebe umspannen die Handlung des Films.

Zhang Ziyi, Tony Leung Chiu Wai und Cung Le | mehr Cast & Crew


The Grandmaster - Trailer


THE GRANDMASTER - Deutscher Trailer


The Grandmaster - Deutscher Teaser


DVD und Blu-ray | The Grandmaster

Blu-ray
The Grandmaster The Grandmaster
Blu-ray Start:
29.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.
DVD
The Grandmaster The Grandmaster
DVD Start:
29.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik The Grandmaster

Filmwertung: | 7/10


"The Grandmaster" des chinesischen Regisseurs Wong Kar-Wai war am 7. Februar der Eröffnungsfilm der Berlinale 2013 und da der in Shanghai geborene Regisseur auch der Jurypräsident des Festivals war, lief sein Film im Wettbewerb außer Konkurrenz. Nach früheren Werken des asiatischen Kino-Poeten wie "In the Mood for Love", "2046" oder "My Blueberry Nights" ist "Yī dài zōng shī", wie er im Original heißt, als Martial Arts-Film eine Verneigung Wongs vor der Kampfkunst Kung-Fu.

Erzählt wird die Geschichte des aus dem Süden Chinas stammenden Kung-Fu-Meisters Ip Man (Tony Leung), einem Sohn reicher Kaufleute im China des Jahres 1936. In seinem Heimatort Foshan trifft er erstmals auf Gong Er (Zhang Ziyi), einer Kung-Fu-Meisterin aus dem Norden Chinas. Norden und Süden des Landes stehen sich zu jener Zeit nicht nur aufgrund gesellschaftlicher Gegensätze feindselig gegenüber, auch die Kung-Fu-Gemeinde ist durch verschiedene Ausprägungen der Kampfkunst gespalten. Der bekannte Großmeister Baosen (Wang Qingxiang), Gong Ers Vater, soll in Foshan mit einer Zeremonie im berühmten Bordell Gold Pavillon als Kämpfer verabschiedet werden. Für einen letzten Kampf wählt Baosen den bisher unbesiegten, viel jüngeren Ip Man, der den Kampf gegen den dominanten Großmeister aus dem Norden wiederum nutzt, um selbst Kung Fu-Statthalter des Südens zu werden. Unter der Niederlage ihres Vaters leidet Gong Er und fordert den Sieger zu einem direkten Duell heraus, in dessen Verlauf beide Gefühle füreinander entwickeln. Doch der ausbrechende Krieg trennt die beiden und erst viele Jahre später treffen sie wieder aufeinander.

Inspiriert von einem Super-8-Film, den Bruce Lee wenige Tage vor seinem Tod für seine Schüler gedreht hat und in dem er schon von Krankheit geschwächt, Kampfbewegungen im Schlafanzug vorführte, entschloss sich Wong Kar-Wai eine Hommage an die Kampfkunst Kung-Fu und damit auch an Bruce Lee zu machen. Letztlich geht es aber in "The Grandmaster" um mehr als Kung Fu, nämlich um die Philosophien dahinter und ebenso darum, eine Perspektive darauf zu schaffen, die auch ein westliches Publikum verstehen kann. Sein den Ip Man verkörpernder Hauptdarsteller Tony Leung, der Wongs Stammpersonal ist und auch schon bei "In the Mood for Love" und "2046" mitwirkte, hat in Vorbereitung auf den Film vier Jahre Kung Fu gelernt. Der Film springt in seiner Geschichte zwischen den Orten und Zeiten, erzählt mit Hilfe von historisierenden Texttafeln und bedient sich Off-Kommentaren von Ip Man und Gong Er, wobei die Stadt Foshan und am Ende Hong Kong die Hauptschauplätze sind.

In der Anfangssequenz regnet es in Strömen und es macht den Anschein, die Wassermassen unterstützen die Zeitlupen-Choreografie des Kung-Fu-Kampfes und machen die Schnelligkeit von Bewegungen sichtbar wie im Comic. Schon da wird klar, dieser Ausflug Wongs ins Martial-Arts-Genre steht auf ästhetischem Niveau seinen früheren Meisterwerken visuell in nichts nach. Die vielen Schichten, Stränge und Ebenen seines Epos über den legendären chinesischen Kampfkunstmeister und späteren Bruce-Lee-Trainer Ip Man verlangen dem Zuschauer sicherlich eine erhöhte Konzentration und auch Ausdauer ab, doch bleibt die Story im Endeffekt schlüssig und Fans von Wong Kar-Wai kennen und lieben seine etwas diffizile Erzählstruktur ohnehin. Dramaturgisch hält die Story den gewagten Sprüngen und Flashbacks zwischen 1936 und 1952 ebenfalls stand, auch wenn sich der durchschnittliche westeuropäische Zuschauer, der naturgemäß mit der Geschichte und Kultur Chinas nicht so vertraut sein dürfte und Kung-Fu auch nicht sein Volkssport Nummer eins nennt, der Sache mit etwas wohlwollen öffnen muss.

"Wie langweilig das Leben doch wäre, wenn es nichts zu bereuen gäbe", sagt Gong Er. Nicht bereuen muss Wong Kar-Wai, dass er sein von pittoresker Bildästhetik strotzendes romantisches Geschichtsepos und Martial-Arts-Spektakel "The Grandmaster" inszeniert hat.
by André Scheede

Bilder © Wild Bunch