The Diary of a Teenage Girl

The Diary of a Teenage Girl (2015), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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The Diary of a Teenage Girl Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Wie andere Teenager auch sucht Minnie Goetze (BEL POWLEY) nach Liebe, Akzeptanz und den Sinn in ihrem Leben. Sie beginnt eine Affäre mit Monroe Rutherford (ALEXANDER SKARSGARD), “dem bestaussehendsten Mann der Welt” und Freund ihrer Mutter (KRISTEN WIIG).
THE DIARY OF A TEENAGE GIRL ist im Jahr 1976 in San Francisco angesiedelt, am Scheidepunkt der ausklingenden Hippie- und aufkommenden Punk-Bewegung. Minnie befindet sich in der drogengeladenen Stadt, in der ihr Wunsch nach Rebellion mit dem erwachsenen Verantwortungsbewusstsein zusammen prallt. Ihre partyfeiernde Mutter und das Fehlen eines Vaters haben das junge Mädchen führungslos werden lassen. Findet sie anfangs noch Trost in Monroe’s verführerischem Lächeln sind es später die dunklen Gassen der Stadt, die dem trotzigen Mädchen das Gefühl von Selbstbestimmung geben. Was folgt ist eine überspitzte, witzige und provokante Beschreibung ihrer aufkommenden Sexualität und künstlerischen Fähigkeiten. So ergibt sich ein tiefer und ehrlicher Einblick in das, was sich nur auf den Seiten des Tagebuches eines Teenagers finden lässt.


Bel Powley, Kristen Wiig und Alexander Skarsgård | mehr Cast & Crew


The Diary of a Teenage Girl - Trailer


The Diary Of A Teenage Girl - Trailer


DVD und Blu-ray | The Diary of a Teenage Girl

Blu-ray
The Diary of a Teenage Girl The Diary of a Teenage Girl
Blu-ray Start:
14.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
The Diary of a Teenage Girl The Diary of a Teenage Girl
DVD Start:
14.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

Filmkritik The Diary of a Teenage Girl

Filmwertung: | 7/10


Die Pubertät ist nicht immer einfach. Wenn plötzlich die Gefühle verrückt spielen, verliebt man sich in den denkbar ungeeigneten Partner, treibt Schabernack oder begeht eine Dummheit. Während das Aussehen immer wichtiger wird, spielt das Alter keine große Rolle mehr. Dies trifft auf jeden Fall auf die Hauptfigur in Marielle Hellers Spielfilmdebüt „The Diary of a Teenage Girl“ zu. Basierend auf dem gleichnamigen Graphic Novel von Phoebe Gloecker, vertraut Teenagerin Minnie (Bel Powley) ihre zunehmend verwirrende Gefühlswelt ihrem Tagebuch an, indem sie per Mikrophon ihre geheimsten Gedanken auf Kassette aufnimmt. Der Zuschauer wird Zeuge ihres bewegenden Lebens, das mit brisanten Szenen gespickt ist. In den hippigen 1970er Jahren lebt Minnie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer alleinerziehenden Mutter Charlotte (Kristen Wiig) in San Francisco. Das freizügige Leben der Mutter färbt auf die Tochter ab, die sich zunehmend Gedanken um ihr Aussehen und ihrer sexuellen Ausstrahlung gegenüber der Männerwelt macht. Minnie ist neugierig, will ihren Körper erforschen und sich mit den Männern ausprobieren. Der innere Drang und die aufkeimende Lust treiben sie in die Arme von Monroe (Alexander Skarsgad), den Freund ihrer Mutter. Der Mittdreißiger fühlt sich von der fünfzehnjährigen Schülerin angezogen. Nach der ersten gemeinsamen Nacht, folgen weitere sexuelle Abenteuer, die extrem freizügig ausfallen und demnach mindestens einen FSK von 16 bekommen müssten.
Die Affäre zwischen dem gestandenen Mann und der Minderjährigen ist aus der heutigen Sicht mehr als moralisch verwerflich. Doch eingebettet in die hippen 1970er Jahre wirkt die verbotene Affäre weniger anzüglich. Nicht zuletzt, weil Minnie die treibende Kraft des ungleichen Paares ist und somit die Gedanken des Missbrauches schon von Beginn an ausradiert werden. Im Großen und Ganzen gestaltet sich der Film trotz freizügiger Sexszenen als typisches Coming-of-Age-Drama, das den Prozess des Erwachsenwerdens bebildert. Der Selbstfindungstrip der Hauptfigur ist geprägt von dem Drogenkonsum der Mutter, die Ablehnung des eigenen Aussehens und des Fehlens einer Vaterfigur. Doch der Film schafft keineswegs eine depressive Stimmung, sondern wirkt quirlig-bunt und feiert das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Kristen Wiig („Brautalarm“, „Der Marsianer“) als unreife Mutter, wirft mit dem Hang zum Drogenkonsum ein herrlich verklärtes Bild auf die moderne Gesellschaft der 1970er Jahre. Alexander Skarsgard (TV-Serie „True Blood“) kann als unzüchtiger Liebhaber mit Herz überzeugen, der trotz seiner zweifelhaften Absichten als Sympathieträger wahrgenommen wird. Bel Powley, die sich bereits in „A Royal Night“ als aufmüpfige Königstochter in Szene setzte, rebelliert ebenso authentisch als sexbegeisterte Minnie gegen die herrschenden Ansichten ihrer Gesellschaft. Humorvoll verteidigt Minnie ihre Meinungen mit gelungenen Dialogen, die zeitgleich auch ihre altersgerechte Naivität untermalen. Der Film fängt das Zeitkolorit gekonnt durch die Ausstattung ein. Die Mode der siebziger Jahre wird zusammen mit der stimmigen Musik der Zeit in Szene gesetzt. Die Retro-Stimmung spiegelt sich auch in den Kulissen und Details, wie den lebenswichtigen Kassettenrekorder von Minnie, wieder. Der Look des Films wird zudem durch Zeichnungen geprägt, die immer wieder als animierte Elemente in den Realfilm einfließen und diesen mit spannenden Effekten durchbrechen.


Fazit:
„The Diary of a Teenage Girl“ ist ein gelungenes Coming-of-Age-Drama, das die sexuelle Lust eines jungen Mädchens freizügig in Szene setzt. Dank der Vermischung von Realfilm und animierten Zeichnungen kann der Film, neben seinen guten Darstellern, auch mit künstlerischer Raffinesse glänzen.
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Bilder © Sony Pictures