The Cabin In The Woods

The Cabin In The Woods (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

The Cabin In The Woods Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein entspanntes Wochenende in einer Hütte im Wald, in der Mitte von Nirgendwo soll es werden, fernab der Zivilisation und jeglicher Beobachtung, kein Handy-Empfang, kein Internet, kein Mensch weit und breit. Nur fünf Freunde und die Natur - ein Abenteuer, ein großer Spaß. Selbst die Warnungen eines bedrohlich wirkenden Tankwarts können die Vorfreude nicht dämpfen. Zunächst wirkt die Hütte auch wie die Erfüllung aller Verheißungen. Doch dann entdecken die Freunde den verborgenen Zugang zu einem Keller - und als die Neugier gegen die Vernunft siegt, gehen sie zu fünft die knarzende Treppe hinab ins Dunkel... Gleichzeitig sitzen zwei Wissenschaftler weit entfernt in einem geheimen Labor tief unter der Erde und drücken ein paar Knöpfe...

Richard Jenkins, Bradley Whitford und Chris Hemsworth | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | The Cabin In The Woods

Blu-ray
The Cabin in the Woods The Cabin in the Woods
Blu-ray Start:
01.02.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.
DVD
The Cabin in the Woods The Cabin in the Woods
DVD Start:
01.02.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik The Cabin In The Woods

Filmwertung: | 9/10


Klischeehafte Charaktere, flache Storyline, plumper Kausalzusammenhang und eine einzige, mittlerweile doch wirklich holprige Funktionsebene – der moderne Horrorfilm scheint nicht mehr zu retten. Da gibt es storytechnisch nichts, was noch nicht da war, charaktertechnisch nichts, was uns überraschen könnte und sogar bildtechnisch nichts als Koventionalität... Doch halt: was ist denn das, das da plötzlich alle Konventionen über den Haufen rennt, alle Klischees bricht und auf derart multiplen Ebenen funktioniert, dass wir wieder Hoffnung auf eine strahlende Genrezukunft schöpfen dürfen? Die Antwort: 5 womöglich schon bald geschichtsträchtige Worte – The Cabin in the Woods.

Gnadenlos grafisch, kritisch metaphorisch, angenehm dicht, dynamisch rasant und ironisch selbstreferentiell: gelingt es Drew Goddard’s vibrant ruhelosem Horrorstreifen doch tatsächlich, das Genrekonventionelle fest im Rahmen der wohl unkonventionellsten, außergewöhnlichsten Horroridee seit Jahren zu verankern und damit ein Werk zu schaffen, das anders als all seine Genreverwandten der letzten Jahre auf mehreren, höchst effizienten Ebenen funktioniert und den Genrefreund damit genauso befriedigt, wie den Kritiker. Ist man zu Anfang noch überzeugt, die Story in und auswendig zu kennen, ist es genau jene Überzeugung, welche die tatsächliche Schockierung über das Endkonstrukt des Films zu einem allgegenwärtigen Bestandteil seiner Horrorwirksamkeit werden lässt. In einen überraschend schlüssigen Kausalzusammenhang vereint The Cabin in the Woods die Genregeschichte der letzten 30 Jahre. Dabei mag das schlussendliche genre- und zivilisationskritische Ausmaß der Story dem ein oder anderen hier und da wenig authentisch erscheinen, durch eine gute Brise Selbstironie und subtile Selbstreferenz vermag sich der Streifen jedoch auch über jene Kritik zu erheben. Dabei wirkt er zeitgleich auf genau der gradlinig plumpen Ebene, auf der jeder Horrorsteifen funktioniert, dazu auf einem höchst verwickelten, kurvenreichen Level der Satire. Dem nicht genug fusionieren beide Wirkungsbereiche so fest miteinander, dass sie mit einem lauten Knall in eine dritte, bruchbasierte Instanz der absoluten Unterhaltung explodieren und genauso viele Lacher entflammen wie sie Schockmomente aufblitzen lassen. Normalität knallt mit Außergewöhnlichen aufeinander, das Altbekannte kollidiert mit Unvorstellbarem – mit durchgängigem Spaß an der Sache und genauso viel Respekt wie augenzwinkernder Ironie für die Genrevergangenheit spielt The Cabin in the Woods offen mit Charakterkonventionen, „Gut“ und „Böse“ Begrifflichkeiten und sich selbst.

Grundlegende Filmtechnik für jene Wirksamkeit: sein schnitttechnischer Rahmen im Sinne eines recht ausgewogenen Cross-Cuts zwischen den Synchronsträngen der „Opfer-“ und „Kontrollinstanz“, welcher den Zuschauer durch Back-Shots zur Identifikation mit beiden Seiten bringt und Opfer-Peiniger Bezug wieder und wieder verschiebt. Baut man gerade eine enge Beziehung zu den 5 Jugendlichen auf, lassen einen wirkungsvolle Pullbacks schon wieder an Distanz gewinnen und die andere Seite erleben, während tiefenpsychologische Angle-Nutzung die Zuschauerspektive auf die Situation stets auktorial hält. In dialogischer und frequenziell aufnahmetechnischer Synchronizität schafft The Cabin in the Woods dabei nicht nur fließende Übergange zwischen seinen 2 Parallelsträngen, vielmehr steigert der Streifen sich in Tonverlauf, Schnittlänge und durchweg sinnvollem Szenenaufbau, derart rasant zu immer neuen Schockmomenten und immer neuen Wendungen, dass er sich selbst im Filmverlauf wieder und wieder zu übertreffen vermag. Einziger Kritikpunkt dabei – einmal in Fahrt, kann und will er nicht mehr aufhören, was den zartbeseiteteren Zuschauer womöglich in einer verstörten Reizüberflutung zurücklässt, zumindest jedoch die durchgängige Ausgeschlossenheit von Langerweile garantiert.

Ein unvergleichlich packendes, höchst unterhaltsames Gesellschaftsspiel mit überraschend unerwartetem Ausgang ist The Cabin in the Woods schlussendlich – ein Spiel mit dem Zuschauer, dessen Erwartungen, der Filmillusion und dem Klischee des Horrorgenres, welches in naher Zukunft wohl jeder im Schrank haben sollte, weil es nicht nur Kultpotenzial hat, sondern derart viel Adrenalin ausschüttet, dass es rasanter abhängig macht als jede Droge.

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Bilder © Universum Film