The Bling Ring

The Bling Ring (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Krimi / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Tobis Film

-> Trailer anschauen

The Bling Ring Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Tagsüber schwänzen sie die Schule und hängen lieber am Strand ab, die Nächte durchtanzen sie in LAs angesagten Clubs, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Bis die Teenagerclique um Anführerin Rebecca (Katie Chang) und Kumpel Mark (Israel Broussard) den ultimativen Thrill entdeckt: Einbruch in vorübergehend leerstehende Häuser der Hollywoodstars! Es beginnt eine ausgelassene „Shopping“-Tour durch die Luxusvillen von Beverly Hills, zu der sich auch Nicki (Emma Watson), ihre Schwester Sam (Taissa Farmiga) und Freundin Cleo (Claire Julien) mitreißen lassen. Die Eltern – ahnungslos. Die Freunde – voller Bewunderung. Die Polizei – abgehängt. Doch schafft es die Clique, rechtzeitig wieder auszusteigen? Oder endet die Party schon mit dem nächsten Einbruch?

Emma Watson, Katie Chang und Israel Broussard | mehr Cast & Crew


The Bling Ring - Trailer


THE BLING RING | Deutscher Trailer


DVD und Blu-ray | The Bling Ring

Blu-ray
The Bling Ring The Bling Ring
Blu-ray Start:
19.12.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min.
DVD
The Bling Ring The Bling Ring
DVD Start:
19.12.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 87 min.

Filmkritik The Bling Ring

Filmwertung: | 7/10


Sofia Coppola, die Tochter von Francis Ford Coppola, sorgte mit ihren bisherigen Regiearbeiten nicht zuletzt deshalb für Furore, weil sie es wie keine andere versteht, Popkultur und Gesellschaftskritik federleicht miteinander zu verbinden. Während ihr Regiedebüt "The Virgin Suicides" 1999 noch eher in der eingefleischten Indie-Gemeinde Kultstatus erlangte, eroberte sie 2003 mit "Lost in Translation" das breite Publikum und gewann dafür den Drehbuch-Oscar. Nach dem bei den Kritikern etwas schwerer gelittenen "Marie Antoinette" 2006 und dem in der Szene schon wieder beliebten "Somewhere" 2010 wirft sie mit ihrem neuen Film "The Bling Ring" erneut einen Blick auf die schale Hollywood-Gesellschaft.

Der Upper-Class-Teenie Nicki (Emma Watson) plant aus Langeweile zusammen mit Rebecca (Katie Chang), Marc (Israel Broussard), Sam (Taissa Farmiga) und Chloe (Claire Julien) Einbrüche in Hollywood-Villen. Mit Hilfe simpelster Recherche via Google, über die sie vorher abklären, wo die Opfer wohnen und wann sie nicht zu Hause sind, nehmen sie sich die Häuser von Hollywood-Stars wie Paris Hilton, Orlando Bloom, Audrina Patridge, Rachel Bilson oder Megan Fox vor. In den noblen Hütten angelangt hängen Nicki und ihre Freunde eine Weile herum und lassen dann teures Zeugs oder Bargeld mitgehen. In ihrer Geltungsbedürftigkeit stellen sie anschließend Fotos ihrer irren Action auf Facebook. Die Überwachungskameras tun ihr Übriges, dass ihnen bald die Polizei auf der Spur ist.

Inspiriert von der wahren Geschichte über fünf verwöhnte reiche Jugendliche aus Hollywood, die unter dem Namen "Bling Ring" zwischen Oktober 2008 und August 2009 rund um das kalifornische Calabasas etwa 50 Häuser unsicher machten und über 3 Millionen Dollar an Geld und Wertgegenständen erbeuteten, entschloss sich Sofia Coppola zu einer Verfilmung der Geschehnisse. Das Drehbuch schrieb die Cousine von Nicolas Cage ebenfalls höchstselbst und stellt darin den eintönigen Alltag der Teenager und das maßgebliche Luxusleben der Stars gegenüber, was einen schonungslosen Blick auf die moderne Faszination für die glamouröse Welt der Celebrities gemäß aller gängigen Klatschblätter ermöglicht. Für die im März und April 2012 durchgeführten Dreharbeiten stellte Paris Hilton ihre eigene Villa zur Verfügung. Dem "Bling Ring"-Ensemble gehören neben der weltbekannten "Hermine Granger" Emma Watson ansonsten echte Greenhorns wie Katie Chang, Claire Julien, Israel Broussard, Georgia Rock oder Taissa Farmiga, der 21 Jahre jüngeren Schwester von Vera Farmiga an. Außerdem sind Leslie Mann als naive Mutter von Nicki sowie Gwen Stefani-Gatte und Bush-Frontmann Gavin Rossdale als schmieriger Clubpromoter Ricky zu sehen.

Das sehr minimalistische Drehbuch von Sofia Coppola, wie Produzent Youree Henley es nannte, ermöglichte, dass viel passierte, das nicht im Drehbuch stand. Das deutet schon an, dass Coppola dem Film Anflüge von dokumentarischer Umsetzung verleihen wollte, was auch ihre Einfügung von Fernsehausschnitten, die das Geschehen kommentieren und Interviews, die von Anfang an den für die Täter ungünstigen Ausgang klar machen, belegen. Diese Erzählform verleiht dem Film eine überaus authentische Wirkung, auch wenn die einfache und klare Struktur der Handlung redundant erscheinen mag. Der Film erinnert in seinem jugendlichen Stil als gesellschaftskritischer Pop etwas an Harmony Korines "Spring Breakers" und setzt schon eine gewisse Klatschblatt-Affinität des Zuschauers voraus. Natürlich ist er auch eine zynische Referenz an das in den USA geborene Reality-TV. Wer jedoch so gar keinen Draht zu diesem unter Jugendlichen gerade so aktuellen Lifestyle hat, könnte sich mit Desinteresse abwenden. Dieses pervertiert auf Luxusgüter ausgerichtete, von der Realität abgewandte Leben dieser jungen Leute schlittert in Coppolas neuem Werk mit absoluter Vorhersehbarkeit auf den Kollaps zu und dieser wird in Form drakonischer Haftstrafen für die jugendlichen Täter am Ende eindrucksvoll dargelegt. Doch selbst da sind einige noch nicht aus ihrer verschrobenen Traumwelt in die Realität zurückgekehrt.

"The Bling Ring" ist ein Film über Teenager, die unter dem Einfluss von Reality-TV und aller Facebook-Eitelkeiten den Kontakt zur Realität verloren haben. Sofia Coppola wirft einen interessanten Blick in eine eher US-spezifische Spaßwelt fernab von Demut, die Nicki & co. letztendlich mehrere Nummern zu groß ist,... wie die Schuhe von Paris Hilton.

by

Bilder © Tobis Film