The Ice Road

The Ice Road (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch

The Ice Road Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Nach dem Einsturz einer abgelegenen Diamantenmine, macht sich der erfahrene Ice Road-Trucker Mike McCann (Liam Neeson) mit seinem Bruder Gurty (Marcus Thomas) sowie einem Team mutiger Fahrer (Laurence Fishburne, Amber Midthunder) auf eine gefährliche Rettungsmission. Sie transportieren mit ihren Trucks die tonnenschwere Ausrüstung, die für die Bergung der verschütteten Kumpel dringend benötigt wird. Es gibt nur einen Weg zur Mine und der führt über die gefährlichen Ice Roads der gefrorenen Seen im äußersten Norden Kanadas. Die Mission gerät zum Wettlauf gegen die Zeit: Schmelzendes Eis, Lawinen sowie ein brutaler Schnee-Sturm sorgen für dramatische Situationen - während den eingeschlossenen Minenarbeitern der Sauerstoff ausgeht. Doch die eigentliche Bedrohung der spektakulären Mission kommt von ganz anderer Seite – jemand spielt ein falsches Spiel!

Liam Neeson, Laurence Fishburne und Holt McCallany | mehr Cast & Crew


Filmkritik The Ice Road

Filmwertung: | 4/10


Liam Neeson hat es einfach nicht mehr drauf Action zu spielen und zu zeigen. Er ist schnell an seinen Grenzen und hat auch schon alle seine Fähigkeiten "verspielt". Umso trauriger ist es, das noch immer fast jeder seiner Filme in diesem Genre stattfindet. Er möchte zu sehr etwas aus sich machen, was er eben einfach nicht mehr ist. "96 Hours" war damals zwar vielleicht etwas Neues und hat ihm ein anderes Genre eröffnet. Doch es ermüdet sich schnell, wenn er gefühlt jedes Jahr 1-2 solcher Filme macht. In diesem Jahr hießen diese "Honest Thief" und "The Ice Road" und hatten beide das gleiche Problem. Was er aber noch sehr gut kann, ist Gefühle zu zeigen und genau in diesen Momenten merkt man, dass er kein schlechter Schauspieler und der Hype um seine Person absolut berechtigt ist. Er sollte sich nur endlich nochmal darauf fokussieren, was er kann und nicht immer versuchen in dem falschen Genre Fuß zu fassen.

Sind sie weit genug gefahren? Mike (Liam Neeson), Gurty (Marcus Thomas), Vanny (Benjamin Walker) und Tantoo (Amber Midthunder) entkommen nur knapp der Druckwelle.
Sind sie weit genug gefahren? Mike (Liam Neeson), Gurty (Marcus Thomas), Vanny (Benjamin Walker) und Tantoo (Amber Midthunder) entkommen nur knapp der Druckwelle. © Wild Bunch Germany
In "The Ice Road" geht es um Mike und seinen geistig behinderten Bruder Gurty. Beide sind ein gutes Team und doch verlieren sie durch Gurtys Besonderheiten immer wieder ihren Job. Als sie aber von einem Job erfahren, bei dem sie über eine lange Eisdecke fahren und Männer aus einer verschütteten Höhle retten sollen, sehen sie ihre Chance auf einen Neubeginn. Sie haben nämlich die nötige Erfahrung und auch wenn man im Frühjahr normalerweise nicht mehr diese Schrecke schafft, es schon viele Menschen auf dem "Ice Road" gestorben sind und das Eis bereits anfängt zu tauen, könnten sie dennoch Chancen haben. Nur sie müssen sich dringend beeilen, um lebend an ihr Ziel zu kommen und die Zeit läuft gegen sie. Als sie allerdings unterwegs mitbekommen, was der echte Plan hinter dieser Bergungsaktion ist, ist die abtauende Eisdecke nicht mehr ihr größtes Problem. 

Das erste Pro-Argument an diesem Film ist sein besagter Hauptdarsteller. Liam Neeson ist ein Mann, der vor einigen Jahren durch den Kultfilm "Schindlers Liste" einen großen Erfolg und die daraus entstehende Beliebtheit erfahren durfte. Diese ist aber mittlerweile nicht mehr zu hundert Prozent vorhanden und das ist der Schauspieler leider selber schuld. Er hat sich nämlich in diesem Actiongenre zu festgefahren und lässt sich selbst damit keine Chance mehr irgendwas anderes zu zeigen. Immer nur den Vater, den verheiratete Mann oder den Rentner auf Rachefeldzug. Ein Mann in den immer gleichen Actionsequenzen, mit den immer gleichen Sprüchen und mit den immer gleichen Filmentwicklungen. Nie etwas Anderes und dabei könnte er das, er müsste es nur wollen.

Wie soll es jetzt weitergehen, fragen sich Mike (Liam Neeson), Vanny (Benjamin Walker) und Tantoo (Amber Midthunder).
Wie soll es jetzt weitergehen, fragen sich Mike (Liam Neeson), Vanny (Benjamin Walker) und Tantoo (Amber Midthunder). © Wild Bunch Germany
Als "Honest Thief" vor ein paar Monaten erschien, wirkte es aber tatsächlich so, als würde er endlich wieder begreifen was ihn ausmacht. Der Film hatte zwar die besagte, misslungene Action, doch daneben auch ein paar zwischenmenschlichere Töne, die funktioniert haben. Genau das ist auch hier wieder so. Action naja, aber es gibt diese Töne, die mehr können. Auch die Tatsache, dass er vor kurzem noch einen dritten Film herausgebracht hat und in "Made in Italy" mit seinem leiblichen Sohn 90 Minuten lang nur Drama spielt, zeigt, dass er auf einem guten Weg zur Besserung ist. Er kann einfach gut Gefühle spielen und man glaubt ihm die Beziehung zu seinem Bruder. Er würde alles für ihn geben, alles für ihn machen und auch wenn er seinetwegen immer wieder den Job verliert, nimmt er ihm das nicht böse. Ebenfalls ist das ein Film, der beim Schauen etwas anders wirkte, als normalerweise. Es hat sich eher so angefühlt, als könne man nicht erahnen, wer hier welche Absichten hat und wie dieser Film enden würde.

So konnte man im Kino miträtseln und sich daran erfreuen. Auch die Tatsache, dass hier in einigen Szenen mit den Figuren anders umgegangen wird, als für einen solchen Film vermutet, ist ebenfalls gelungen. Wie ich das genau meine, möchte ich nicht verraten, man wird es aber beim Schauen schnell begreifen...

Tantoo ist skeptisch. Wird die Mission gelingen?
Tantoo ist skeptisch. Wird die Mission gelingen? © Wild Bunch Germany
Rückblickend fällt dann aber auf, dass der Schein bröckelt und Film doch nur etwas vorgegeben hat zu sein, unter der Oberfläche aber genauso ist, wie jeder andere seiner Filme. Er kann nicht mehr und hält auch nicht das ursprüngliche Versprechen. Ebenfalls sehen die Effekte dieses Films wirklich nicht gut und man hätte dafür definitiv noch etwas mehr Geld in die Hand nehmen können und müssen.

Fazit:
So entsteht hier der xte identische Film von Liam Neeson. Nicht sein Schlechtester, doch durch die Tatsache, dass der Film sich doch anders entwickelt wie erwartet, leider auch nicht sein Bester. Es bleibt nichts hängen und man muss den Film kein zweites Mal sehen.
by Peter Brauer

Bilder © Wild Bunch


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