The Gray Man

The Gray Man (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action / Thriller
Verleih: Netflix

The Gray Man Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Der ehemalige CIA-Agent Court Gentry (Ryan Gosling) alias Sierra Six ist „The Gray Man“. Gentry wurde vom ehemaligen Leiter Donald Fitzroy (Billy Bob Thornton) in einem Gefängnis entdeckt und für die CIA rekrutiert und war einst ein höchst erfolgreicher, gut ausgebildeter und vom Geheimdienst sanktionierter Auftragsmörder. Doch jetzt hat sich die Lage geändert und Six gerät ins Visier von Lloyd Hansen (Chris Evans), einem ehemaligen CIA-Agenten, der vor nichts haltmacht, um ihn um die Ecke zu bringen. Agentin Dani Miranda (Ana de Armas) hält ihm den Rücken frei, was er auch dringend benötigt.

Ryan Gosling, Chris Evans und Ana de Armas | mehr Cast & Crew


Filmkritik The Gray Man

Filmwertung: | 1/10


Mit 200 Millionen $ kann man so viele tolle Sachen machen und so viele Probleme lösen, oder man schaut zu, wie Netflix es in einen Film steckt und daraus wirklich Nichts macht. "The Gray Man" ist nun dieses große Nichts. Der teuerste Film auf der Seite, ein Werk, das sich mit Ryan Gosling, Chris Evans und Ana de Armas einen wirklich starken Cast verpflichtet hat und wo mit den Russo Brüdern eigentlich nichts falsch laufen sollte. Schließlich sind sie für die besten und größten Filme bei Marvel zuständig und da kann man sich einig sein, egal ob man sie mag oder nicht, sie sind sehr gut gemacht. Also bei all dem, was kann dabei schon passieren? Es wäre schön, wenn man auch darauf mit dem Wort "Nichts" antworten könnte! Im Kern geht es um einen Auftragskiller, der einen Mann ausschaltet, allerdings dann erfährt, dass dieser ein alter Kollege von ihm gewesen ist. Bevor dieser aber stirbt, übergibt er dem Protagonisten einen wichtigen USB-Stick und plötzlich haben es alle auf diesen Stick abgesehen. Damit er nicht an die falschen Hände gerät, wird der krasseste Kopfgeldjäger geschickt und ihm nur einen klaren Auftrag gegeben: Halte und schalte deinen Kollegen auf!

The Gray Man (2022) Ryan Gosling als Six
The Gray Man (2022) Ryan Gosling als Six © Paul Abell/Netflix
Diese Handlung zeigt direkt drei klare Schwächen. Zum einen kann man sich von keinem der Figuren den Namen merken, weil sie alle viel zu eindimensional und austauschbar bleiben. Man verschenkt alle namhaften Schauspieler, macht aus ihren Qualitäten nichts und der dritte Punkt ist, dass es hier keine Geschichte gibt und er damit zu lange geht. Für das, was er erzählt, könnte er definitiv kürzer sein und kurze Handlungen sind zwar in diesem Genre keine Besonderheit und die wenigsten Actionfilme haben eine ausführliche und lange Geschichte, doch sie können das mit einem wichtigen Punkt ausgleichen: die Action. Wenn diese gut ist, wird sich niemand darüber beschweren, dass es keine Handlung gibt. Jedoch ist diese hier so verwackelt und hektisch, dass das wirklich keinen Spaß macht. Man hatte so immer wieder Schwierigkeiten etwas zu erkennen und das verwundert, weil die Russos eben mit so etwas in den letzten Jahren aufgefallen sind.

Tatsächlich muss man aber nach diesem Werk hinterfragen, wie viel der Marvelfilme wirklich von ihnen alleine gemacht wurden. Zeitgleich gibt es hier aber auch von den Orten her ein sehr wildes Herumgespringe und gefühlt sind sie alle drei Minuten an einem anderen Ort, der sich mit der Geschichte nicht immer deckt und wo man sich sehr oft die Frage stellt, wieso sie es gemacht haben. Natürlich kann man sagen, wegen der Filmförderung und vermutlich ist dort das Meiste des Geldes hingeflossen, aber auf der kreativen Ebene kann man diese Entscheidung nicht nachvollziehen, denn das ist letztendlich einfach nur das, was es sein soll: Content.

The Gray Man (2022). Rege-Jean Page als Carmichael, Ana de Armas als Dani Miranda
The Gray Man (2022). Rege-Jean Page als Carmichael, Ana de Armas als Dani Miranda © Netflix
Netflix hat sich einen solchen Film auf die Seite geholt, damit man ihn nebenbei konsumieren kann, während man aufs Handy schaut, in der Bahn sitzt oder sonst irgendetwas macht. Also genau das wofür diese Seite steht. Sie hauen jede Woche irgendeinen Namen heraus, damit die Abonnenten was haben und dort bleiben, aber für diese Kosten und für die Entscheidung das Werk auch noch ins Kino zu bringen, sollte man mehr erwarten dürfen. Auf Netflix geht so etwas durch. Im Kino hat man aber ganz andere Maßstäbe und Konkurrenten und dort ist das eine absolute Schande. Trotzdem gibt es mit den drei Darstellern einen Grund einzuschalten und sie haben auch eine gute Chemie, aber retten können sie hier auch nichts!

Fazit:
The Gray Man ist ein Film, wo es ein Rätsel ist, wo das Budget hingekommen ist. Er macht aus seinen Figuren nichts, nutzt nicht das Potenzial der Schauspieler, hat komplett verwackelte Action, macht zu viele Ortssprünge und es bleibt davon nicht viel im Kopf. Er ist Content und jeder der hofft mehr zu bekommen, ihn ernst nimmt und nicht nur nebenbei schaut, wird komplett enttäuscht!
by Peter Brauer

Bilder © Netflix


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