Tage am Strand

Two Mothers / Adore (2013), Frankreich / Australien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

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Tage am Strand Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Roz (Robin Wright) und Lil (Naomi Watts) kennen sich von klein auf und sind durch eine starke Freundschaft sehr eng miteinander verbunden. Sie wachsen in einem idyllischen kleinen Badeort in Australien auf, gehen zusammen zur Schule, heiraten und sehen zu wie ihre Söhne Tom (James Frecheville) und Ian (Xavier Samuel) gemeinsam erwachsen werden. Ihr Leben ist geprägt von Sonne, Strand und Meer und der Unbeschwertheit des Lebens. Die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Frauen und die enge Beziehung zu ihren Söhnen wandeln sich, als sich die Söhne zur jeweils anderen Mutter hingezogen fühlen. Grenzen werden überschritten, Tabus gebrochen und die Freundschaften drohen zu zerbrechen. Denn aus Leidenschaft wird Liebe...

Naomi Watts, Robin Wright und Ben Mendelsohn | mehr Cast & Crew


Tage am Strand - Trailer


TAGE AM STRAND Trailer deutsch/german


TAGE AM STRAND Trailer 2 deutsch/german


DVD und Blu-ray | Tage am Strand

Blu-ray
Tage am Strand Tage am Strand
Blu-ray Start:
10.04.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.
DVD
Tage am Strand Tage am Strand
DVD Start:
10.04.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

Filmkritik Tage am Strand

Filmwertung: | 6/10


Die Liebe zum eigenen Kind ist unumgänglich. Die Zuneigung zum Kind der besten Freundin ist schlichtweg normal. Doch wenn sich Zuneigung und Liebe miteinander vermischen und die Freundinnen eine leidenschaftliche Affäre mit dem jeweils anderen Sohn beginnt, erscheint dies schier unglaublich.
Regisseurin Anne Fontaine („Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“) skizziert ein anrührendes Drama, in dem sie Freundschaft, Familie, Leidenschaft und die Frage nach der Moral miteinander verknüpft. Im Zentrum ihres Films „Tage am Strand“ stehen Roz (Robin Wright) und Lil (Naomi Watts), die seit der Kindheit unzertrennlich sind. Bereits im Kindesalter verbindet sie eine tiefe Vertrautheit, die sich im Laufe ihres Lebens immer weiter festigt. Gemeinsam erleben sie die Höhen und Tiefen des Lebens und ziehen in unmittelbarer Nachbarschaft ihre Söhne Tom (James Frechevill) und Ian (Xavier Samuel) groß. Die Jahre ziehen ins Land und stellt die Frauen immer wieder vor große Herausforderungen. Als Lil ihren Ehemann durch einen Autounfall verliert, bietet Roz ihr Trost, während ihr Sohn Ian durch die Freundschaft von Tom gestützt wird. Die Vier leben wie eine große Familie glücklich Haustür an Haustür. Das idealisierte Leben wird durch die malerische Kulisse des Strandes getragen, der selbst in stürmischen Zeiten Schutz und Geborgenheit bietet. Ian und Tom reifen zu staatlichen jungen Männern heran, was auch ihren Müttern nicht verborgen bleibt. Innerhalb des Schutzes der Idylle entwickeln sich unerwartete Gefühle, die eines Tages offenbart werden. Ians Gefühle für Roz verstärken sich zusehends und finden in einem Kuss ihre Erfüllung. Und auch Lil, die sich seit dem Tod ihres Mannes einsam, allein und unbegehrenswert fühlt, findet Gefallen an der Zuneigung von Roz´ Sohn.

Die Struktur der Vergangenheit nimmt durch die Affären neue Formen an. Glücklich und zufrieden werden die Söhne getauscht und nehmen nun die Rolle des Mannes an der Seite der Frauen ein. Die ungewöhnliche Liebe und die Verschiebung der Freundschaft wird in malerischen Bildern von Kameramann Christophe Beaucarne in Szene gesetzt. Die Vier leben in einer selbst geschaffenen Welt, in der ihnen kein Leid widerfahren kann. Doch als Tom aus der heilen Welt ausbricht, um als Regisseur Karriere zu machen, bekommt die Scheinwelt augenscheinliche Risse. Mit der Bekanntschaft einer jungen Schauspielerin kippt die Situation. Das Quartett löst sich scheinbar in seine Bestandteile auf. Das Leben verläuft wieder in normalen Bahnen, bis ein Geheimnis an die Oberfläche dringt. Basierend auf der Erzählung „Die Großmütter“ von Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing, die von Oscar-Preisträger Christopher Hampton („Abbitte“) für die Kinoleinwand adaptiert wurde, sieht sich der Zuschauer mit der menschlichen Schwäche konfrontiert. Von den Gefühlen verleitet, lassen sich zwei Frauen von dem jeweiligen Sohn ihrer Freundin verführen. Im Einverständnis aller wird diese ungewöhnliche Liebe ausgelebt, wobei der Altersunterschied und die Moral außer Acht gelassen werden. Auf wunderschöne Art verklärt, erlebt der Zuschauer eine Liebe, die alle Grenzen zu überwinden weiß. Doch auf die Dauer des Films bezogen, wirken die „Tage am Strand“ nur als traumhafte Illusion. Das Liebes-Quartett grenzt das Leben bewusst aus, wodurch auch der Platz für Konsequenzen auf ein Minimum beschränkt wird. Aufkommende Probleme lösen sich mit der Zeit von selbst und machen wieder Platz für eine heile Welt, die den Bezug zur Realität zu verlieren droht. Das eigentlich Verstörende der Geschichte kann dadurch leicht übersehen werden. Die Thematik steht im Kontrast zur Bildsprache, wodurch der Film als sommerliche Geschichte wahrgenommen wird, in der nichts wirklich schlimmes den Figuren zu teil werden kann.
Robin Wright und Naomi Watts erweisen sich trotz ihrer souveränen Darstellung als fragwürdige Mütter, die ihre eigene Befriedigung über das Wohl der Söhne stellen. Auch wenn die Dialoge vom Gegenteil überzeugen wollen. Leider fehlt dem seichten Drama die notwendige Konsequenz, um die Realität zuzulassen.

Fazit: Ein malerisches Drama, das durch seine ruhige Bildsprache das Tabu-Thema als Möglichkeit der Liebe in Szene setzt, ohne die Konsequenzen dessen auch nur anzuschneiden.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Concorde Filmverleih GmbH


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